{"id":6850,"date":"2015-05-26T08:15:56","date_gmt":"2015-05-26T06:15:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=6850"},"modified":"2015-05-19T16:18:13","modified_gmt":"2015-05-19T14:18:13","slug":"app-entwicklung-als-stimmungsbarometer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2015\/05\/26\/app-entwicklung-als-stimmungsbarometer\/","title":{"rendered":"App-Entwicklung als Stimmungsbarometer"},"content":{"rendered":"<p>Seit wenigen Wochen gibt es die Version 0 der ToniApp, \u00fcber die Magnus Rembold, der Entwickler der App, <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2015\/05\/19\/vom-lehrprojekt-zur-app\/\" target=\"_blank\">im ersten Teil des Interviews<\/a> sprach. Um die App zu realisieren, hat er ich intensiv mit den Bed\u00fcrfnissen der Nutzerinnen und Nutzer am Campus auseinandergesetzt. Der zweite Teil des Gespr\u00e4chs mit dem \u00abStimmungsexperten\u00bb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Du hast durch die Entwicklung der App sehr viel von der Stimmungslage am Toni aufgenommen \u2026<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Ja, ich bin sicherlich mit mehr Menschen in Ber\u00fchrung gekommen als der durchschnittliche ZHdK`ler, auch vorher schon durch meine Arbeit in der Mitwirkung. Aber ob diese Kontakte repr\u00e4sentativ sind? Hier gehen ja jetzt t\u00e4glich Tausende ein- und aus. Ich kann nicht absch\u00e4tzen, wie repr\u00e4sentantiv meine Eindr\u00fccke sind.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Ganz unrepr\u00e4sentativ: Wie w\u00fcrdest Du die Stimmungslage beschreiben?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Geteilt. Es gibt viele Mitarbeitende, die das neue Geb\u00e4ude ablehnen, weil es einen \u00abVerbotscharakter\u00bb ausstrahlt, und viele Sachen aus der verkorksten Bauphase noch nicht funktionieren: T\u00fcren, Zugang, L\u00fcftung, Storen, Werkstatt. Einige M\u00e4ngelbehebungen sind h\u00e4ngig, anderes verbessert sich \u2013 die Leute vom Facility Management h\u00e4ngen sich voll rein. F\u00fcr Unzufriedenheit sorgen auch die R\u00e4umlichkeiten und der teilweise Verlust des pers\u00f6nlichen Arbeitsplatzes. Diese starke Entpersonalisierung und Flexibilisierung wird jetzt mit dem Toni verkn\u00fcpft, und das st\u00f6sst einigen bitter auf. Auf der anderen Seite finden sehr viele das neue Haus toll: Alle unter einem Dach macht schon Spass.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Kommst Du selbst gern ans Toni?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Ich habe eine Ecke im Departement erwischt, wo nur nette Kolleginnen und Kollegen sitzen. Alle freuen sich, begr\u00fcssen einander. Das Geb\u00e4ude ist zwar ein Auswuchs an B\u00fcrokratie und Monstr\u00f6sit\u00e4t \u2013 und wir k\u00e4mpfen mit vielen Fehlplanungen. Aber der Hauptwunsch, die Menschen zu vereinen und eine Synergie freizulegen, klappt f\u00fcr mich total! Man trifft sich auf den Fluren und in der Halle und schw\u00e4tzt kurz. Man sieht Leute, die man zuvor nie gesehen hat, weil sie fr\u00fcher in anderen Teilen der Stadt waren. Auch die Dachterrasse ist bombastisch. Ich gucke auf die Alpen, den Prime Tower \u2013 f\u00fcr diesen Ausblick m\u00fcssen andere Leute viel Geld bezahlen.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wie w\u00fcrdest Du die gegenw\u00e4rtige Situation am Campus beschreiben?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Wir sind angekommen, haben uns installiert. Und nun wird sich ein neues Regelwerk f\u00fcr die Interaktionen etablieren. So haben die Studierenden gr\u00f6ssere Ateliers mit viel mehr Leuten drin, die Grossraumb\u00fcros sorgen f\u00fcr eine neue Situation. Die Luft, die Offenheit, die Transparenz \u2013 solche Themen sind neu. Was fr\u00fcher im Sinne eines <em>silent agreement<\/em> funktionierte, funktioniert jetzt nicht mehr. Man m\u00fcsste nun interne Debatten dar\u00fcber f\u00fchren, wie sich die Einzelnen mit dem Spielregeln f\u00fchlen, die sich durch die neuen Raumsituationen einschleichen. Das braucht Zeit.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Hast Du ein konkretes Beispiel?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">F\u00fcr das DDE war die neue Situation gegeben, dass es nicht mehr so viele Schreibtische wie Personen gab. Das Ergebnis waren Schreibtische, die als flexible Arbeitspl\u00e4tze dienen sollten. Das ist eine tolle Idee, doch wurden die Tische mit Papier- und B\u00fccherstapeln in Besitz genommen und angeeignet. Jene Angestellten mit kleinen Arbeitspensen m\u00fcssen nun woanders hingehen, arrangieren sich anders oder bleiben fern \u2013 obwohl die f\u00fcr sie vorgesehenen Arbeitspl\u00e4tze im seltensten Fall besetzt sind. Dar\u00fcber gelte es zu debattieren. Es w\u00e4re interessant herauszufinden, wie die schweigende Mehrheit damit umgeht. Es muss sich halt auch erst eine Politik entwickeln, und wir treten vermutlich gerade in eine erste Reflexionsphase ein.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Und auf Studierendenseite?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Manchmal wird in den Ateliers Partys gemacht. Ein Studierender hat mir k\u00fcrzlich gesagt, er m\u00fcsse morgens erst einmal zwei, drei Bierdosen von seinem Arbeitsplatz entfernen. Hier gilt dasselbe: Es gilt als Gruppe Regeln zu finden, auf die man sich dann berufen kann. Zum Beispiel: Party ist okay, aber am n\u00e4chsten Tag muss alles sauber sein.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Seit wenigen Wochen gibt es die Version 0 der ToniApp, \u00fcber die Magnus Rembold, der Entwickler der App, im ersten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":889,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[292],"tags":[],"class_list":["post-6850","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/889"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6850"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6888,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6850\/revisions\/6888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}