{"id":7238,"date":"2015-06-29T12:04:19","date_gmt":"2015-06-29T10:04:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=7238"},"modified":"2015-07-27T15:55:10","modified_gmt":"2015-07-27T13:55:10","slug":"zimmer-mit-aussicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2015\/06\/29\/zimmer-mit-aussicht\/","title":{"rendered":"Zimmer mit Aussicht"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wer ins Toni-Areal kommt und Fragen hat, f\u00fcr den ist der Empfang am Haupteingang des Toni-Areals die erste Adresse. Ein Gespr\u00e4ch mit Selina Bonagura \u00fcber einen ungew\u00f6hnlichen und exponierten Arbeitsplatz.<\/em><\/p>\n<p><strong>Ich habe einmal geh\u00f6rt, dass Du urspr\u00fcnglich als Mitarbeiterin bei der Wache AG zum Toni-Areal gefunden hast. Hast Du Lust, mir die Geschichte zu erz\u00e4hlen?<br \/>\n<\/strong>Ja, dort habe ich ein Jahr lang gearbeitet. Die Wache AG k\u00fcmmert sich um Bewachung- und Sicherheit. Sie war nicht nur w\u00e4hrend des Einzugs im Haus, sondern ist auch jetzt noch nachts da. Wenn einer aus unserem Team in den Ferien ist, vertreten sie uns auch tags\u00fcber. Damals war das Toni-Areal noch eine Baustelle: Unser Empfang war lediglich mit einem Stuhl und einem Tisch ausgestattet. Meine Aufgabe war es, die Brandmeldeanlage zu h\u00fcten.<\/p>\n<p><strong>Das Haus war damals noch \u00abunbewohnt\u00bb. Was hat sich damals so zugetragen?<br \/>\n<\/strong>Es waren zun\u00e4chst nur Bauarbeiter im Haus, die recht viel L\u00e4rm verursachten. Nach und nach, Woche um Woche, zogen die Hochschulangeh\u00f6rigen ein. Die Z\u00fcgelm\u00e4nner unterst\u00fctzten diese, und es war sch\u00f6n zu sehen, wie dieses leere Haus langsam anfing zu leben. Damals hat es st\u00e4ndig T\u00fcralarme gegeben, was f\u00fcr das FM zus\u00e4tzlichen Aufwand w\u00e4hrend der eh schon hektischen Phase bedeutete.<\/p>\n<p><strong>Wie kam es, dass Du Mitarbeiterin an der ZHdK wurdest?<br \/>\n<\/strong>Ich wollte nicht ewig bei der Wache AG bleiben und als ich erfahren habe, dass bei dem Sicherheitsempfang an der ZHdK ein Job frei wird, sagte ich mir: \u2039Probieren darf ich\u2019s ja!\u203a Ich fand die Leute vom Hausdienst sowie Werner, Edina und Tanja unglaublich toll, und so wollte ich sehr gerne hier arbeiten. Und dann haben sich Werner Triet und ich fest daf\u00fcr eingesetzt.<\/p>\n<p><strong>Du bist seit Ende August angestellt und arbeitest somit seit dem ersten Tag als Empfangsmitarbeiterin im Toni-Areal. Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Dir aus?<br \/>\n<\/strong>Der ist ziemlich voll. Wir k\u00fcmmern uns um das Telefon, E-Mails, diverse Anfragen von Personen am Empfang und alle Tickets. 20\u201340 Tickets k\u00f6nnen das pro Tag sein, sie gehen immer zuerst bei uns ein. Die meisten betreffen uns direkt, andere wiederum werden von uns verteilt, z.B. an die Post, ans ITZ, an externe Unternehmen. Unvollst\u00e4ndige Tickets machen uns viel M\u00fche: 20 St\u00fchle \u2013 ja gerne! Aber in welchem Raum, an welchem Tag? Grosses Thema sind auch Campus-Karten: Karten drucken, Probleme behandeln, Geld auszahlen \u2026 Zudem liegt die Steuerung der Barriere bei uns: Einfahrt, Ausfahrt, Automatenprobleme. Hinzu kommt die Betreuung der T\u00fcr- und Brandmeldeanalgage. Wir sind die Anlaufstelle f\u00fcr jegliche Fragen von A-Z: Veranstaltungsfragen, Weg- und Raumbeschreibungen, Schl\u00fcsselausgabe, Fundb\u00fcro und allerlei Reklamationen, die nicht nur uns direkt betreffen.<\/p>\n<p><strong>Das ist viel!<br \/>\n<\/strong>Man muss wirklich ein Multitasker sein: H\u00e4ufig passiert es, dass ich am Telefon bin, gleichzeitig angefunkt werde und einen Alarm abstelle. Doch wenn wir zu zweit sind, ist das alles super machbar.<\/p>\n<p><strong>Wie hast Du pers\u00f6nlich dieses erste Jahr am Campus erlebt und wahrgenommen?<br \/>\n<\/strong>Der Empfang ist ein Arbeitsplatz, den es so vor dem Umzug wohl nicht gab. Insofern haben wir viel Aufbauarbeit geleistet, wie eine Schl\u00fcsselliste oder Brandmeldeliste angelegt. Wir sind immer noch daran, ein gutes System f\u00fcr alles zu finden. Alles w\u00e4chst noch.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Welche Entwicklungen hast Du von Deinem Fenster aus in der Halle beobachten k\u00f6nnen?<br \/>\n<\/strong>Ich treffe t\u00e4glich viele spannende Leute. Es wird nie langweilig. Zum Teil brauchen wir auch ein dickes Fell. Manchmal k\u00f6nnen wir leider nicht weiterhelfen, da uns Infos fehlen. Es kommt oft vor, dass eine Veranstaltung im Hause l\u00e4uft, \u00fcber die wir nicht Bescheid wissen. Die K\u00e4lte im Winter war ein Problem: der starke Durchzug hat uns Probleme mit unserer Gesundheit bereitet. Es wurde nun ein Regal aus Plexiglas montiert, seitdem zieht es in einer bestimmten Ecke etwas weniger. Ansonsten hat es keine grossen Entwicklungen in der Halle gegeben, denn die Kaffeebar und den Stammtisch gab es von Beginn an.<\/p>\n<p><strong>Kannst Du in der Halle so etwas wie \u00abStimmungen\u00bb ausmachen?<br \/>\n<\/strong>Der L\u00e4rm ist ohrenbet\u00e4ubend. \u00dcber die Mittagszeit zu telefonieren ist sehr m\u00fchsam, da man den Gespr\u00e4chspartner wie auch das Klingeln der Barriere zum Teil kaum h\u00f6rt. Gut hat mir gefallen, als das Radio zu Besuch war. Das hat eine sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re verbreitet. Manchmal spielten Leute auf einem Fl\u00fcgel: das hat mir am besten gefallen. Ich darf sagen: es ist eine sehr lebendige Halle. Man isst hier, hat Sitzungen, lernt oder lacht gemeinsam. Hier erlebt man alle Schichten vom Toni.<\/p>\n<p><strong>Hast Du einen pers\u00f6nlichen Lieblingsort im Toni?<br \/>\n<\/strong>Nein, keinen Lieblingsort. Ich komme auch nicht so viel herum: Mittags esse ich im hinteren Teil des Empfangs oder im Raum vom Hausdienst. Ab und zu bin ich auf der Dachterrasse. Da ist es echt sehr sch\u00f6n und man findet Ruhe als Abwechslung vom Empfang.<\/p>\n<p><strong>Durch Deine Position bist Du die erste Ansprechpartnerin f\u00fcr all jene auf dem Campus, die eine Frage haben. Welche Anfragen h\u00e4ufen sich?<br \/>\n<\/strong>\u00abWo ist die ZHAW?\u00bb \u00abWo ist das Museum?\u00bb Auch oft: \u00abWo ist die Kasse vom Parking?\u00bb \u00abWas heisst ZT?\u00bb Diese K\u00fcrzel vor den Raumangaben verwirren die Leute. Und: \u00abMeine Campuscard funktioniert nicht.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Was heisst denn ZT?<br \/>\n<\/strong>Es heisst \u00abZ\u00fcrich Toni\u00bb und wurde festgelegt, um die Standortlogik der ZHAW weiterf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Wir wissen es auch erst, seitdem wir den Chef gefragt haben.<\/p>\n<p><strong>Welche Reklamationen h\u00e4ufen sich?<br \/>\n<\/strong>Oft wurde ein bestimmter Raum innerhalb der Hauptmietr\u00e4ume zwar erfolgreich reserviert, ist dann aber verschlossen. Der Hausdienst \u00f6ffnet die T\u00fcren gerne auf Anfrage. Reklamiert wird, wenn die St\u00fchle nicht in der bestellten Menge vor Ort sind. Oder warum Lieferanten ein Parkticket ziehen m\u00fcssen, auch wenn sie nur anliefern wollen. Viele beschweren sich, dass der Ersatz f\u00fcr eine verlorene Campuscard und ein verlorenes Parkticket 50 Franken kostet. Daran k\u00f6nnen wir nichts \u00e4ndern, das ist von oben so entschieden, aber der Frust wird bei uns abgeladen. Wie so mancher Frust \u00fcber vieles hier im Haus.<\/p>\n<p><strong>Wie lauteten die aussergew\u00f6hnlichsten Fragen und Anfragen?<br \/>\n<\/strong>Wir finden es schon etwas aussergew\u00f6hnlich, wenn wir gefragt werden, wo die Kaffeebar ist, obwohl die Leute danebenstehen. Einmal hat sich jemand beschwert, dass der Velost\u00e4nder falsch konzipiert ist.<\/p>\n<p><strong>Wann passiert es, dass Du ratlos bist?<br \/>\n<\/strong>Wenn uns die Informationen zu den laufenden Veranstaltungen, fehlen. Die Fragenden sind emp\u00f6rt und verstehen nicht, dass der Empfang nicht informiert ist, was wir auch gut nachvollziehen k\u00f6nnen. Daher richten wir die Bitte an alle: \u2039Wenn Sie einen Event im Hause Toni planen, informieren Sie uns!\u203a<\/p>\n<p><strong>Was war das aufregendste Erlebnis in diesem ersten Jahr am Toni?<br \/>\n<\/strong>Dass ich mit meiner Kollegin Tanja Binder so ein unschlagbares Team sein darf. Wir unterst\u00fctzen einander so gut. Ein solches Miteinander habe ich so noch nicht erlebt.<\/p>\n<p><strong>Gab es gef\u00e4hrliche Momente?<br \/>\n<\/strong>Jeder Moment in der Sicherheitsbranche kann gef\u00e4hrlich werden \u2026 Zudem nehmen wir die Notfallanrufe entgegen, die eingehen, wenn jemand die Durchwahl -7070 w\u00e4hlt. Wir schicken dann erst den Hausdienst. Zum Teil erfahren wir dann, dass wir einen Krankenwagen rufen m\u00fcssen. Dort muss man dann Alter, Geschlecht und den Zustand durchgeben, Ruhe bewahren, alles koordinieren: erste Hilfe leisten, den Hausdienst beauftragen, den Krankenwagen einzuweisen \u2013 und alles protokollieren.<\/p>\n<p><strong>Du bist an der ZHdK angestellt. Wie verh\u00e4ltst Du Dich den Anliegen, die die ZHAW betreffen?<br \/>\n<\/strong>Die ZHAW-Campuscard Ausgabe l\u00e4uft auch \u00fcber uns, zudem beheben wir deren St\u00f6rungen. Manchmal tauchen Minusbetr\u00e4ge auf den Karten auf, die nicht nachzuvollziehen und daher unbegr\u00fcndet sind \u2013 diese k\u00f6nnen wir nicht behandeln, auch bei der ZHdK nicht. Die Zusammenarbeit mit der ZHAW spielt sich gut ein. Die Bildschirme helfen informationstechnisch auch sehr viel.<\/p>\n<p><strong>Gibt es eine Fundkiste bei Euch? Was findet sich darin?<br \/>\n<\/strong>Oh ja, bei uns gingen schon Ohrringe, Brillen, Rucks\u00e4cke, Handys, ein Stuhl, eine Gitarre, Pullover, Bratw\u00fcrste, Campuscards, Kappen, Ohrst\u00f6psel und vieles Weiteres ein. Un\u00fcbertroffen ist die Anzahl einzelner Handschuhe. Wir haben um die 100 Fundgegenst\u00e4nde jeden Monat. Das Hausdienstlager ist voll davon!<\/p>\n<p><strong>Und wie h\u00e4ufig finden die Dinge zu ihren Besitzern zur\u00fcck?<br \/>\n<\/strong>Ca. 30 Prozent. Vor allem Handys und Portemonnaies finden zur\u00fcck. Wir stellen die Handys auf laut, wenn eines abgegeben wurde und falls jemand anruft sagen wir: \u00abHier ist der Toni-Empfang, Ihr Handy wurde als Fundgegenstand abgegeben.\u203a Wann immer es m\u00f6glich ist, kontaktieren wir die Besitzer und Inhaber.<\/p>\n<p><strong>Welche Ver\u00e4nderungen w\u00fcrdest Du Dir f\u00fcr die Zukunft am oder im Toni-Areal w\u00fcnschen?<br \/>\n<\/strong>Ich h\u00e4tt sehr gern eine Hundetagesst\u00e4tte. Das w\u00fcrde zus\u00e4tzliche Stellen schaffen und gleichzeitig h\u00e4tten Hund und Herrchen viel mehr Freude. Viele Leute haben einen Hund! Und ein Spaziergang \u00fcber Mittag an der frischen Luft mit seinem Liebsten tut einfach gut! Zudem w\u00e4re es sch\u00f6n, wenn der Informationsfluss besser laufen w\u00fcrde: Veranstaltungen mit Raumnummer, Zeit und Datum anmelden. Auch f\u00fcr Ticketbestellungen w\u00e4ren Angaben \u00fcber die Anzahl des Mobiliars, Anfangszeit mit Datum und Endzeit mit Datum sehr praktisch. Anlieferung und Parking sind ebenfalls ein Riesenthema. Man kann zwar 15 Minuten frei parkieren, muss dann aber ins Parkhaus gehen und sein Ticket freilesen lassen. Das ist vor allem f\u00fcr die Anlieferer schwierig, die das Parkhaus nicht auf Anhieb finden und sowieso nicht viel Zeit haben. 20\u201330 Mal am Tag l\u00e4utet es bez\u00fcglich Barriere bei uns. Ein Kassenautomat in der Anlieferung w\u00e4re eine super L\u00f6sung \u2013 zus\u00e4tzlich zu dem in der Garage und dem Parkhaus.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nntest Du auch an einem anderen Ort die gleiche Arbeit machen?<br \/>\n<\/strong>Das Gute am Toni ist, dass ich hier nicht so auffalle mit meiner verr\u00fcckten Person. Das kann ich hier an der Kunstschule gut ausleben mit so viel freien und lebendigen Menschen. Man kann sich entfalten und man selbst sein. Ich k\u00f6nnte jetzt nicht in einer Bank arbeiten. Nein, nein: in einem anderen Geb\u00e4ude w\u00fcrde das sicher nicht gehen.<\/p>\n<p><strong>Magst Du noch etwas hinzuf\u00fcgen? Was magst Du denn am Toni?<br \/>\n<\/strong>Im grossen und ganzen gef\u00e4llt es mir hier wirklich sehr gut. Es hat ein freundliches Volk, ein sonniges Team und eine spannende Arbeit. Ich bin dankbar dass ich hier arbeiten darf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">&nbsp; Wer ins Toni-Areal kommt und Fragen hat, f\u00fcr den ist der Empfang am Haupteingang des Toni-Areals die erste Adresse&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":889,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[103619,292],"tags":[],"class_list":["post-7238","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-beobachtungen","category-interviews"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/889"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7238"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7332,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7238\/revisions\/7332"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}