{"id":7256,"date":"2015-07-16T08:00:18","date_gmt":"2015-07-16T06:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=7256"},"modified":"2015-07-29T21:05:34","modified_gmt":"2015-07-29T19:05:34","slug":"im-gespraech-mit-dem-museum-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2015\/07\/16\/im-gespraech-mit-dem-museum-i\/","title":{"rendered":"Im Gespr\u00e4ch mit dem Museum (I)"},"content":{"rendered":"<p><em>Wie wird das Toni-Areal genutzt? Wie wird das Neue angenommen? Es ist an der Zeit, einmal mit dem \u00abMuseum f\u00fcr Gestaltung \u2013 Schaudepot\u00bb \u00fcber die Situation am neuen Ort zu sprechen. Im ersten Teil der Serie ist Chandra Brandenberger, <\/em><em>Assistentin Leiterin Museumsdienste und Mitarbeiterin Museumsshop, im Gespr\u00e4ch.<\/em><\/p>\n<p><strong>Was ist Deine Aufgabe hier?<br \/>\n<\/strong>Ich bin seit 2001 an der ZHdK besch\u00e4ftigt, seit 2013 im Museumsshop und am 1. Juli habe ich zus\u00e4tzlich dazu die Assistenzstelle der Leiterin Museumsdienste \u00fcbernommen.<\/p>\n<p><strong>Wie hast Du dem Umzug entgegengeblickt?<br \/>\n<\/strong>Ich bin eine von denen, die gesagt hat: \u00abIch gehe nie ins Toni. Furchtbar! Dieser Ort zwischen Autobahnauffahrt und Bahnlinien \u2026 \u00bb Und jetzt hat es sich so ergeben, dass ich doch da bin. Ich bin positiv \u00fcberrascht. Ich finde es spannend hier. Im Toni ist nat\u00fcrlich auch alles viel moderner. Ich habe mich gefreut, einen in sich geschlossenen Shop zu haben. Fr\u00fcher, an der Ausstellungsstrasse, war alles offen: Man konnte morgens schlecht \u00f6ffnen und abends nur schwer abschliessen, weil es immer Leute gab, die schon oder noch in die Ausstellung gehen oder etwas kaufen wollten. Zudem hatten wir an der Ausstellungsstrasse einen immensen Durchzug. Hier ist es nun leider sehr k\u00fchl.<\/p>\n<p><strong>Dass Du so \u00fcberraschend Deine Haltung zum Toni ge\u00e4ndert hast: War das ein bestimmter Moment oder ein Prozess?<br \/>\n<\/strong>Es hat angefangen, als ich bei einer F\u00fchrung vor dem Einzug das erste Mal den Fuss hineingesetzt habe. Da gab es schon diesen Wow-Effekt. Schon da habe ich gemerkt, dass ich mir falsche Vorstellungen gemacht habe. Seit dem Einzug habe ich mir immer wieder Zeit genommen, um das Haus wirklich zu erkunden.<\/p>\n<p><strong>Wie zufrieden seid Ihr mit den r\u00e4umlichen Begebenheiten des neuen Museums?<br \/>\n<\/strong>Es ist aufgrund der Klimatisierung sehr kalt. Man muss sich warm anziehen, auch jetzt im Sommer. Im B\u00fcro k\u00f6nnen wir kein Fenster aufmachen, obwohl ich immer das Bed\u00fcrfnis danach habe \u2013 dies wird aber offenbar in K\u00fcrze ge\u00e4ndert. Einschneidend ist auch, dass wir viel weniger Stauraum f\u00fcr den Shop haben und es keinen eigenen R\u00fcckzugsraum mehr f\u00fcr Pausen gibt. Angenehm finde ich, dass wir nicht mehr die erste Anlaufstelle f\u00fcr Fragen im Haus sind. Die Verpflegungsm\u00f6glichkeiten finde ich weniger gut \u2013 mir fehlen die zahlreichen Take-aways in der Umgebung. Das Essen in der Mensa oder im Migros-Restaurant finde ich nicht so prickelnd, aber das mag auch daran liegen, dass ich gewisse Lebensmitteleinschr\u00e4nkungen habe. Trotzdem nutze ich das Angebot ab und zu. Das tollste finde ich die Terrasse! Ich bin wirklich ein grosser Fan von ihr, vor allem jetzt im Sommer. Dort gibt es V\u00f6gel und Pflanzen, es ist super! Dennoch fehlt mir der sch\u00f6ne Park, das Gr\u00fcn um das Geb\u00e4ude herum. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Wie ist das Museum aus Deiner Sicht in seiner neuen Heimat angekommen?<br \/>\n<\/strong>Sehr gut. Man merkt das einerseits an den Besuchern: Die meisten haben jetzt verstanden, dass wir an einem neuen Standort sind. Andererseits merkt man es an den internen Abl\u00e4ufen: Wir sind besser eingespielt, fragen uns nicht mehr st\u00e4ndig: \u00abWas machen wir jetzt? Wie machen wir das?\u00bb Es gibt immer noch Kleinigkeiten, die verbessert werden k\u00f6nnten, aber die gibt es immer \u2026<\/p>\n<p><strong>Wie wirkt sich die neue \u00abWohnsituation\u00bb auf Euch als Team aus?<br \/>\n<\/strong>Wir haben eine schwierige Zeit gehabt, denn der Einstieg war nicht ganz leicht. Ich kann nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr alle sprechen, sondern nur f\u00fcr uns an der Front. Die nicht ganz einfachen ersten Monate haben sich in der Stimmung des Teams widergespiegelt. Jeder geht anders mit einer neuen Situation um. Die Sache ist, dass man sich nicht wirklich auf das Neue vorbereiten konnte. Vergleichbar mit einem Auftritt, f\u00fcr den man nicht \u00fcben kann. Wir mussten zu Beginn viel improvisieren, denn alles war anders als vorher. Darin ist nicht jeder gleich gut, darin lag die Herausforderung. Es hat 3\u20134 Monate gedauert und jetzt bin ich froh, dass wir uns wieder gefangen haben. Es braucht einfach ein bisschen Zeit, bis man halbwegs ankommt. Was das gesamte Team des Museums betrifft: der Verlag und die Leute von der Vermittlung sind noch an der Hafnerstrasse \u2013 das ist durchaus ein zus\u00e4tzlicher Aufwand in der Zusammenarbeit. Voraussichtlich 2017 werden wir wieder zur\u00fcckziehen. Doch auch dann werden wir zwei Standorte haben, denn die Sammlungen bleiben im Toni und die Ausstellungsr\u00e4ume hier werden voraussichtlich anders bespielt.<\/p>\n<p><strong>Als Mitarbeiterin im Museumsshop bist Du die Frau an der Front \u2013 und damit am n\u00e4chsten am Publikum dran. Haben sich mit dem Standort auch die Besucher ver\u00e4ndert?<br \/>\n<\/strong>Wir haben nicht mehr ganz so viele Touristen, die mal schnell hereinh\u00fcpfen. Zudem gab es ein gewisses Klientel an der Ausstellungsstrasse, auf die ich hier am Toni gerne verzichte: Es gibt viele Randst\u00e4ndige in Kreis 5. Nette und Problemlose, aber eben auch solche, die kommen und bl\u00f6d tun. Da musste ich mir schon einiges anh\u00f6ren \u2013 so gesehen ist es hier wesentlich angenehmer. Auch hier habe ich in der kurzen Zeit schon allerhand erlebt. Leute kommen aus dem Ausland, h\u00f6ren, dass es ein Designmuseum gibt und haben grosse Erwartungen. Wenn es dann \u00abnur\u00bb zwei Wechselausstellungen gibt, die sie vielleicht thematisch nicht so sehr interessieren, dann verleihen diese Touristen ihrer Entt\u00e4uschung eben uns gegen\u00fcber Ausdruck. Das ist nicht immer einfach, denn sie sind manchmal sehr herablassend.<\/p>\n<p><strong>Begreifen die Besucherinnen und Besucher den Unterschied zwischen \u00abSchaudepot\u00bb und Sammlung<\/strong>?<br \/>\nGanz viele blicken noch nicht durch \u2013 gerade dass man in gewisse Bereiche nur mit F\u00fchrung hineinkommt. \u00abSchaudepot\u00bb heisst ja Museum plus Archive. Wir m\u00fcssen da viel Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten, und das mache ich auch gerne. Ich weise immer auf die F\u00fchrungen hin, denn dann haben die Leute auch wirklich etwas von ihrem Eintritt. Bei den ausl\u00e4ndischen Besuchern finde ich den Hinweis umso wichtiger, denn es ist eindr\u00fccklich, eine solche Sammlung sehen zu k\u00f6nnen, auch wenn die F\u00fchrung in Deutsch ist. Viele sind dann auch froh und dankbar.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6chtest Du noch etwas hinzuf\u00fcgen?<br \/>\n<\/strong>Ja, kommt alle zu uns! Und f\u00fcr ZHdK-Angeh\u00f6rige ist es sogar gratis \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Wie wird das Toni-Areal genutzt? Wie wird das Neue angenommen? 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