{"id":7442,"date":"2015-10-06T08:41:04","date_gmt":"2015-10-06T06:41:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=7442"},"modified":"2015-10-06T08:41:04","modified_gmt":"2015-10-06T06:41:04","slug":"wozu-eigentlich-twittern-wozu-aus-veranstaltungen-twittern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2015\/10\/06\/wozu-eigentlich-twittern-wozu-aus-veranstaltungen-twittern\/","title":{"rendered":"Wozu eigentlich twittern? Wozu aus Veranstaltungen twittern?"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Wochen (also vom 5. bis zum 18. Oktober) werde ich via Twitter aus Lehrveranstaltungen der ZHdK berichten.\u00a0Was\u00a0Twitter ist\u00a0und wozu es gut sein k\u00f6nnte, habe ich 2012 f\u00fcr einen Vortrag mit dem Titel &#8222;Die Zwitschermaschine&#8220; <a href=\"https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1-vAYSHy9A6qP-CIImnvvszebXiRddZb2Lge7rMIwtio\/edit?usp=sharing\">etwas ausf\u00fchrlicher aufgeschrieben<\/a>.<\/p>\n<p>Zu Beginn der ersten Veranstaltung:<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Musste erst mal Twitter erkl\u00e4ren, ich: &quot;wird an der ZHdK kaum genutzt&quot;. Student: &quot;aber \u00fcber Facebook passiert ja auch wenig&quot;. (kp)<\/p>\n<p>&mdash; z_observer (@z_observer) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/z_observer\/status\/651007630421458945?ref_src=twsrc%5Etfw\">October 5, 2015<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Ich weiss nicht, warum das an der ZHdK so ist. Schliesslich hat Kunst doch oft mit Publikum zu tun, und in letzter Zeit auch immer \u00f6fter mit dem Einwerben von Crowdfunding-Geldern.\u00a0Da l\u00e4ge es doch nahe, mit\u00a0der \u00d6ffentlichkeit zu sprechen und nicht nur mit geschlossenen Facebook- oder Whatsapp-Gruppen.\u00a0Ich m\u00f6chte, was Twitter angeht, nicht denselben Fehler machen wie Jack Griffin, CEO der Tribune-Publishing-Gruppe, der <a href=\"https:\/\/recode.net\/2015\/09\/28\/tribune-publishing-boss-jack-griffin-says-actually-mobile-isnt-a-problem-for-newspapers\/\">Ende September in einem Interview ank\u00fcndigte<\/a>, die Jugend werde schon bald wieder mit dem Zeitunglesen anfangen. Vielleicht ist Twitter f\u00fcr mich viel \u00fcberzeugender als f\u00fcr 20-J\u00e4hrige. Aber bei Instagram und YouTube kommen mir die ZHdK-Studierenden kaum weniger\u00a0zur\u00fcckhaltend\u00a0vor.<\/p>\n<p>Der oben erw\u00e4hnte Zwitschermaschinentext enth\u00e4lt einen Abschnitt \u00fcber das Veranstaltungstwittern:<\/p>\n<ol>\n<ul>\n<li>Durch 4., 5. und 6. <em>[die vorher dargelegten\u00a0Twittereigenschaften Mobilit\u00e4t, Schnelligkeit und \u00d6ffentlichkeit]<\/em> etablierte sich ein Einsatzzweck, f\u00fcr den Twitter heute eine Art Monopol hat: das Veranstaltungstwittern.<\/li>\n<li>Vor Twitter war diese Nische durch Liveblogging besetzt. Aber Liveblogging hat h\u00f6here Teilnahmeh\u00fcrden und erreicht weniger Leser.<\/li>\n<li>Veranstaltungstwittern hat zwei Funktionen. Zum einen \u00f6ffnet es die Veranstaltung nach aussen. Abwesende k\u00f6nnen das Geschehen verfolgen.<\/li>\n<li>Die Anwesenden sind dann etwas abwesender, weil sie nebenbei twittern, aber daf\u00fcr sind die Abwesenden etwas anwesender.<\/li>\n<li>Zweitens haben auch die Abwesenden die M\u00f6glichkeit, sich aktiv zu beteiligen &#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<\/ol>\n<p>Auch seitens der Dozierenden und der Verwaltung wird, finde ich, zu sorgsam getrennt zwischen 1. Informationen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit, 2. Innenleben der ZHdK \u00a0und 3. Veranstaltungen,\u00a0die zwar im Haus f\u00fcr eine \u00d6ffentlichkeit aus physisch Anwesenden zug\u00e4nglich sind, aber\u00a0keine\u00a0Anbindung an eine abwesende\u00a0\u00d6ffentlichkeit\u00a0vorsehen und oft auch nicht f\u00fcr eine zeitversetzte Besch\u00e4ftigung\u00a0archiviert werden. Auf mich wirkt das so, als traue man den eigenen Veranstaltungen nicht zu, die \u00d6ffentlichkeit zu \u00fcberzeugen, und der \u00d6ffentlichkeit nicht, diese Veranstaltungen auch dann richtig einzusch\u00e4tzen, wenn sie provisorisch, inoffiziell, fl\u00fcchtig, unfertig oder hochspezialisiert\u00a0sind. Das ist schade, weil im Haus so viel Interessantes passiert.<\/p>\n<p>Vielleicht\u00a0f\u00e4llt mir eines Tages eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Abneigung\u00a0gegen \u00f6ffentlich sichtbare Bet\u00e4tigung in sozialen Netzwerken ein, oder ich begegne jemandem, der sie kennt. Bis dahin ist es ja schon mal erfreulich, dass das\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zhdk.ch\/index.php?id=zplus_home\">Z+<\/a> mich hin und wieder als Twitterhilfe einl\u00e4dt.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Sch\u00f6n: F\u00fcrs Twittern bezahlt werden. Weniger sch\u00f6n: Merken, dass das heisst, dass man acht Stunden lang aufmerksam zuh\u00f6ren muss. (kp)<\/p>\n<p>&mdash; z_observer (@z_observer) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/z_observer\/status\/651274890981572608?ref_src=twsrc%5Etfw\">October 6, 2015<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Zwar\u00a0habe ich mir schon vor\u00a0Monaten vorgenommen, nicht mehr aus Veranstaltungen zu twittern, auf denen ich die\u00a0Einzige bin, die das tut. Wer meine Tweets liest, bekommt\u00a0ein unausgewogenes Bild der Veranstaltung, n\u00e4mlich meines, abz\u00fcglich dessen, was ich alles verpasst habe. Wenn mehrere Anwesende gleichzeitig berichten w\u00fcrden, k\u00f6nnten\u00a0sich deren\u00a0Vorlieben, Abneigungen und Unaufmerksamkeiten besser ausgleichen. Twitter-Erfahrene wissen das einzusch\u00e4tzen, aber Veranstaltenden ist Twitter oft fremd, sie finden\u00a0ihre Veranstaltung in der \u00d6ffentlichkeit verk\u00fcrzt\u00a0und einseitig dargestellt und haben das Gef\u00fchl, sich gegen diese Darstellung nicht wehren zu k\u00f6nnen. Letzeres ist mir immer ein bisschen r\u00e4tselhaft \u2013 das Internet\u00a0ist ja keine Zeitung. Wer findet, dass dort Unzutreffendes\u00a0geschrieben wird, kann die Sache selbst richtigstellen\u00a0oder noch besser: aktiv dazu beitragen, dass mehr als nur eine Person die Veranstaltung\u00a0sichtbar macht.<\/p>\n<p>Diesmal\u00a0aber habe ich einen\u00a0ausdr\u00fccklichen Twitterauftrag,\u00a0und ich bin nur in Veranstaltungen zu Besuch, deren Verantwortliche sich diesen Besuch gew\u00fcnscht haben. Da ich f\u00fcrs Twittern bezahlt werde und Werbung f\u00fcr diesen Informationskanal machen m\u00f6chte, werde ich mich auf haltlose Schmeicheleien\u00a0und unkritische Begeisterung\u00a0beschr\u00e4nken. Wie ich inzwischen\u00a0weiss, entspricht das\u00a0deutsche\u00a0Konzept der\u00a0unkritischen Begeisterung\u00a0etwa dem Schweizer Konzept\u00a0der mittelscharfen Kritik, die ausgewogene\u00a0Berichterstattung bleibt\u00a0also gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">F\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Wochen (also vom 5. bis zum 18. 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