



{"id":1215,"date":"2011-08-12T10:38:31","date_gmt":"2011-08-12T08:38:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/trans\/?p=1215"},"modified":"2011-11-07T13:13:02","modified_gmt":"2011-11-07T11:13:02","slug":"intermedialitat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/trans\/intermedialitat\/","title":{"rendered":"Intermedialit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Der Begriff Intermedialit\u00e4t besch\u00e4ftigt sich mit medialen Grenz\u00fcberschreitungen und Interferenzen im Bereich der K\u00fcnste und den neuen Medien. In der Intermedialit\u00e4tsforschung wird der Kontakt zwischen mindestens zwei als unterschiedlich wahrgenommenen Medien untersucht (Wolf 1996: 86).<\/p>\n<p>Die \u00dcberschreitung herk\u00f6mmlicher Kunst und Mediengrenzen wird seit den 1990er Jahren, in Anlehnung an Julia Kristevas Theorie der Intertextualit\u00e4t, diskutiert. Jedoch kann die Intermedialit\u00e4tsforschung noch keine allgemein anerkannte Theoriebildung vorweisen. Intermedialit\u00e4t wird deshalb als Oberbegriff, unter welchem verschiedene heterogene Ph\u00e4nomene besprochen werden, verstanden. Nach Irina O. Rajewsky tritt Intermedialit\u00e4t in drei verschiedenen Auspr\u00e4gungen auf: Medienkombination, Medienwechsel und intermediale Bez\u00fcge (Rajewsky 2002: 19).<\/p>\n<p>Medienkombination bezeichnet die vereinzelte oder durchgehende Kombination zweier Medien (z.B. Oper, Film, Fotoroman). Der Medienwechsel bezieht sich auf die Transformation eines medienfixierten Pr\u00e4textes in ein anderes Medium. Die Pr\u00e4sentation erfolgt nur im letzteren Medienprodukt (z.B. Literaturverfilmung). Intermediale Bez\u00fcge sind Verfahren der Bedeutungskonstitution eines medialen Produktes durch Bezugnahme auf ein anderes Medienprodukt oder ein anderes semiotisches System (z.B. Bez\u00fcge eines Films auf die Malerei).<\/p>\n<p>In der neueren Intermedialit\u00e4tsforschung wird zunehmend die Frage nach dem Konstruktcharakter der medialen Grenzen gestellt. Jedoch ist diese Betrachtungsweise, die Mediengrenzen aufl\u00f6st, nicht unproblematisch. Daher fokussieren die aktuellen Herangehensweisen an die Problematik eher auf die Frage nach der Konstitution der einzelnen Medien. Irina O. Rajewsky schl\u00e4gt vor, in der Diskussion der Mediengrenzen von \u00abErm\u00f6glichungsstrukturen\u00bb auszugehen, womit das \u00abdynamisch-performative Potential intermedialer Praktiken in den Vordergrund [r\u00fcckt]\u00bb (Rajewsky 2010: 47). Betont und reflektiert wird somit die grenz\u00fcberschreitende und potentiell grenzaufl\u00f6sende Wirkungsweise und Funktion intermedialer Praktiken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Caduff, Corina et al. (Hg.): Die K\u00fcnste im Gespr\u00e4ch: Zum Verh\u00e4ltnis von Kunst, Musik, Literatur und Film. M\u00fcnchen 2007.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Helbig, J\u00f6rg: Intermedialit\u00e4t: Theorie und Praxis eines interdisziplinaren Forschungsgebiets. Berlin 1998.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">M\u00fcller, J\u00fcrgen E.: Intermdialit\u00e4t: Formen moderner kultureller Kommunikation. M\u00fcnster 1996.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Pasuchin, Iwan (Hg.): Intermediale k\u00fcnstlerische Bildung: Kunst-, Musik- und Medienp\u00e4dagogik im Dialog. M\u00fcnchen 2007.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Rajewsky, Irina O.: Intermedialit\u00e4t. T\u00fcbingen\/Basel 2002.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Rajewsky Irina O.: Medienbegriffe &#8211; reine diskursive Strategien? These zum \u00abrelativen Konstruktcharakter\u00bb medialer Grenzziehungen. In: Fischer-Lichte, Erika; Hasselmann, Kristiane; Rautzenberg, Markus (Hg.): Ausweitung der Kunstzone: Interart Studies \u2013 Neue Perspektiven der Kunstwissenschaft. Bielefeld 2010.<\/p>\n<p><em>(vr)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff Intermedialit\u00e4t besch\u00e4ftigt sich mit medialen Grenz\u00fcberschreitungen und Interferenzen im Bereich der K\u00fcnste und den neuen Medien. 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