



{"id":1243,"date":"2011-08-12T10:42:05","date_gmt":"2011-08-12T08:42:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/trans\/?p=1243"},"modified":"2011-11-24T14:36:52","modified_gmt":"2011-11-24T12:36:52","slug":"mode2-konzeption","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/trans\/mode2-konzeption\/","title":{"rendered":"Mode 2-Konzeption"},"content":{"rendered":"<p>Mitte der 1990er Jahre wird in dem einflussreichen Buch <em>The New Production of Knowledge<\/em> darauf hingewiesen, wie sehr sich die Wissensproduktion in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts durch technologische und gesellschaftliche Entwicklungen massgeblich ver\u00e4ndert hat (Gibbons et al. 1994). Die AutorInnen beschreiben die traditionell akademische Wissensproduktion als <em>Mode 1<\/em>, die neu entstehende als <em>Mode 2<\/em>.\u00a0<em>Mode 1<\/em> wird als am newtonschen naturwissenschaftlichen Ideal orientierte Wissensproduktion\u00a0beschrieben, die nur innerhalb eines akademisch-institutionellen Rahmens produziert werden k\u00f6nne. Die <em>Mode 2<\/em>-Wissensproduktion hingegen erfolgt in einem konkreten Anwendungskontext, sie ist transdisziplin\u00e4r, heterogen und weder auf eine bestimmte Lokalit\u00e4t noch auf eine bestimmte akademische Form ausgerichtet. Der <em>Mode 2<\/em>-Forschungsprozess ist tempor\u00e4r und entsteht dialogisch zwischen Forschungsakteuren und- subjekten. Gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen wie Globalisierung und Kommerzialisierung der Forschung sowie die steigende Anzahl von Studierenden sind konkrete Forschungszusammenh\u00e4nge, die die <em>Mode 2<\/em>-Wissensproduktion hervorgebracht haben.\u00a0Gibbons et al. argumentieren, dass eine Beherrschung der <em>Mode 2<\/em>-Wissensproduktion nur auf derjenigen der <em>Mode 1<\/em> basieren kann.<br \/>\n<em>Mode 2<\/em> wurde in verschiedenen Fachbereichen heftig diskutiert und kritisiert. Haupts\u00e4chlich werden am Konzept des <em>Mode 2<\/em> kritisiert, dass es zu pauschalisierend sei und einen Appell an eine h\u00f6here Wahrheit romantisiere. Die Kritik stammt insbesondere von AkademikerInnen in traditionellen und in der Gesellschaft fest verankerten <a title=\"Disziplin\" href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/trans\/disziplinaritat\/\">Disziplinen<\/a>. Lob l\u00e4sst sich vor allem von Forschenden in berufsbezogenen F\u00e4chern, von neueren Universit\u00e4ten und h\u00f6heren Fachhochschulen, sowie solchen, die sich generell ausserhalb des akademischen Systems befinden, vernehmen (Nowotny 2003: 179). Gibbons et al. hat einen Folgeband mit dem Titel<em> Re-thinking of Science<\/em> ver\u00f6ffentlicht, in dem sie Stellung zur vielfach ge\u00e4usserten Kritik am ersten Buch nehmen.<br \/>\nGegenw\u00e4rtig wird das <em>Mode 2<\/em>-Konzept h\u00e4ufig mit Transdisziplinarit\u00e4t gleichgesetzt, dessen Forschungserfolg seit den Nullerjahren, vor allem in den Natur- und Sozialwissenschaften einen zentraleren Stellenwert einnimmt.<br \/>\nIm Diskurs zwischen den K\u00fcnsten wird das <em>Mode 2<\/em>-Konzept vor allem im Design und der Architekturforschung f\u00fcr die Darstellung der eigenen Wissensproduktion verwendet (Marais 2011; Dunin-Woyseth 2010). Helga Nowotny, eine der AutorInnen von <em>Mode 2<\/em>, ist gegenw\u00e4rtig auf die Forschung in den K\u00fcnsten konzentriert und konstatiert einen neuen Trend in \u00abpractice-based research in and through the arts\u00bb (Nowotny 2010: xvii). Nowotny intendiert eine Institutionalisierung der K\u00fcnstlerischen Forschung an Universit\u00e4ten und Fachhochschulen und setzt sich damit f\u00fcr eine F\u00f6rderung der <em>Mode 2<\/em>-Wissensproduktion in der Kunstausbildung ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Dunin-Woyseth, Halina: Some Notes on Mode 1 and Mode 2: Adversaries or Dialogue Partners? In: Michael Biggs, Henrik Karlsson (Hg.): The Routledge Companion to Research in the Arts. 2010, S. 64-81.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Gibbons, Michael; Limoges, Camille; Nowotny, Helga; Schwarzman, Simon; Scott, Peter; Trow, Martin: The New Production of Knowledge: The Dynamics of Science and Research in Contemporary Societies. London 1994.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Mareis, Claudia: Design als Wissenskultur. Interferenzen zwischen Design- und Wissensdiskursen seit 1960. Bielefeld 2011.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Nowotny, Helga; Scott, Peter; Gibbons, Michael: \u201cMode 2\u201d revisited. In: Minerva, Vol. 41, 2003, S. 179-194.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Nowotny, Helga; Scott, Peter; Gibbons, Michael: Re-thinking Science: Knowledge and the Public in an Age of Uncertainty. Cambridge 2001.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Nowotny, Helga: Foreword. In: Biggs, Michael; Karlsson, Henrik (Hg.): The Routledge Companion to Research in the Arts. New York 2010.<\/p>\n<p><em>(vr)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitte der 1990er Jahre wird in dem einflussreichen Buch The New Production of Knowledge darauf hingewiesen, wie sehr sich die Wissensproduktion in der zweiten H\u00e4lfte des 20. 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