



{"id":4579,"date":"2011-12-08T13:36:26","date_gmt":"2011-12-08T11:36:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/trans\/?p=4579"},"modified":"2012-01-30T16:19:44","modified_gmt":"2012-01-30T14:19:44","slug":"teamforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/trans\/teamforschung\/","title":{"rendered":"Teamforschung"},"content":{"rendered":"<p>Transdisziplin\u00e4re Forschung erzeugt, wie jede Forschung, Teamprozesse. Anders als in herk\u00f6mmlicher Forschung aber ist die Reflexion dieser Prozesse selbst Forschungsgegenstand. Denn um transdisziplin\u00e4ren Wissensgewinn zu erzielen, gilt es, die Formen des Austauschs zwischen den Teammitgliedern bzw. den verschiedenen beteiligten Disziplinen zu entwickeln und sie zugleich begleitend zu evaluieren. Teamprozesse sind hier nicht nur pers\u00f6nlicher Art, sondern k\u00f6nnen fachlich relevant sein.<\/p>\n<p>In der Erziehungswissenschaft finden sich mehrere konkret ausformulierte Methodologien zum Thema Prozessreflexion oder Begleitforschung.\u00a0Die teambasierte Intervision wird oft begleitend zu Aktionsforschung angewandt, kann aber auch Teams mit anderer methodischer Ausrichtung, wie <em>Grounded Theory<\/em> etc. helfen.\u00a0Altrichter; Posch <ins cite=\"mailto:itz%20ZHdK\" datetime=\"2011-11-29T17:53\">(<\/ins>2010) setzen\u00a0das Team als Begegnungs- und Intervisionsort ein, aus dem ein Erkenntnistransfer zur\u00fcck\u00a0in die Einzelprojekte stattfindet. Die Instanz eines \u201eRound Table\u201c zur wechselseitigen Beratung von ExpertInnen schafft eine Balance zwischen autonomer und kollektiver Wissensproduktion, in der flache Hierarchien vorherrschen. Neben den durch die Gruppe formulierten gemeinsamen Ergebnissen entsteht damit auch ein Erkenntnisgewinn f\u00fcr die individuelle (trans-)disziplin\u00e4re Praxis der Forschenden. Die Oldenburger Teamforschung (Fichten et al. 2002) methodisiert zudem die Rolle der Leitung: Es gelte, die Erfahrungsr\u00e4ume der Forschenden zu nutzen und \u201eSubjektivit\u00e4t zur Geltung zu bringen\u201c, um in einem zweiten Schritt die Perspektivierung von (disziplin\u00e4rem, individuellem) Wissen aus einer sozialkonstruktivistischen Konzeption heraus im Team zu erwirken (Fichten; Dreier 2003).<\/p>\n<p>Ob die Prozessreflexion \u00fcberhaupt einer Leitung\/Moderation bedarf oder besser vom Team selbst durchgef\u00fchrt werden sollte, ist umstritten. Entscheidungen \u00fcber die Prozessreflexion h\u00e4ngen auch von der Zielsetzung der Forschung und der Teamzusammensetzung ab.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Sympathien, das fachliche Interesse am Thema und an dessen Bearbeitung im Team sind Voraussetzungen, die \u00fcber die Projektanlage zwar angelegt und gef\u00f6rdert, jedoch nicht vollends determiniert werden k\u00f6nnen. Die gemeinsame aktive Entwicklung und Reflexion von Forschungsprozessen bieten eine gute Grundlage<ins cite=\"mailto:itz%20ZHdK\" datetime=\"2011-11-29T17:57\">,<\/ins> um diese informellen Faktoren g\u00fcnstig zu beeinflussen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Altrichter, Herbert und Posch, Peter: \u201cReflective development and developmental research\u201d. In: Educational Action Research, 18 (1), 2010, S. 57-71.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Fichten, Wolfgang und Dreier, Birgit: \u201eTriangulation der Subjektivit\u00e4t \u2013 Ein Werkstattbericht\u201c. In: Forum Qualitative Sozialforschung, 4 (2), 2003.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Fichten, Wolfgang, Gebken, Ulf, Meyer, Hilbert und Obolenski, Alexandra: \u201cOldenburger Teamforschung und lebenslanges Lernen\u201c. In: Einblicke, 16 (36), 2002, Oldenburg, Carl von Ossietzky-Universit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">M\u00f6rsch, Carmen: \u201cRegierungstechnik und Wiederstandspraxis: Vielstimmigkeit und Teamorientierung im Forschungsprozess\u201c.\u00a0In: Pinkert, Ute (Hg.): K\u00f6rper im Spiel: Wege zur Erforschung theaterp\u00e4dagogischer Praxen. Berlin 2008, S. 173-186.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px;text-indent: -30px\">Sch\u00f6n, Donald A.: The Reflective Practicioner. London 1983.<\/p>\n<p><em>(bs)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transdisziplin\u00e4re Forschung erzeugt, wie jede Forschung, Teamprozesse. Anders als in herk\u00f6mmlicher Forschung aber ist die Reflexion dieser Prozesse selbst Forschungsgegenstand. 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