{"id":149,"date":"2017-03-03T15:20:44","date_gmt":"2017-03-03T14:20:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/?p=149"},"modified":"2021-03-31T18:02:29","modified_gmt":"2021-03-31T16:02:29","slug":"brassia-hybridespinnenorchidee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/2017\/03\/03\/brassia-hybridespinnenorchidee\/","title":{"rendered":"Brassia-Hybride\/Spinnenorchidee"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_1138-e1488550247874.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_1138-e1488550247874.jpg\" alt=\"\" width=\"1512\" height=\"2016\" class=\"alignnone size-full wp-image-147\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_1138-e1488550247874.jpg 1512w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_1138-e1488550247874-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_1138-e1488550247874-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_1138-e1488550247874-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_1138-e1488550247874-552x736.jpg 552w\" sizes=\"auto, (max-width: 1512px) 100vw, 1512px\" \/><\/a>Zur Zeit riecht es gut im treelab. Es ist die Brassia-Orchidee, die Edgar auf dem kleinen Tisch im Labor zum Anschauen aufgestellt hat. Obwohl diese Orchidee in der freien Wildbahn nicht vorkommt, weil sie gez\u00fcchtet wurde (also ein Hybrid, eine Kreuzung ist), zeigt sie doch ein paar sch\u00f6ne und erstaunliche Details vieler Brassia-Arten.<\/p>\n<p>Die Orchideen der Gattung Brassia kommen im tropischen Amerika vor &#8211; diese sind wie viele Orchideen Epiphyten, das heisst, sie wachsen auf anderen Pflanzen. Das tun sie nicht parasit\u00e4r (indem sie vom Saft der B\u00e4ume leben wie das Misteln zum Beispiel machen), sondern sie benutzen gr\u00f6ssere Pflanzen wie B\u00e4ume oder Lianen als Unterlage und Pflanzen- und Mossreste, die sich zum Beispiel in Astgabeln angesammelt haben, als Substrat, um sich mit ihren Wurzeln festzuhaten.<\/p>\n<p>Epiphyten leben deswegen auf B\u00e4umen, weil es im Dschungel unter dem dichten Bl\u00e4tterdach der grossen B\u00e4ume sehr wenig Licht gibt und sie im Kronenraum viel mehr Licht bekommen, um wachsen zu k\u00f6nnen. Dieser Vorteil ist aber zugleich ein Nachteil. Da die Pflanzen nicht im Waldboden wurzeln, ist ihr Zugang zu Wasser und N\u00e4hrstoffen sehr limitiert. Epiphyten haben die unterschiedlichsten Strategien entwickelt, um trotzdem in luftiger H\u00f6he \u00fcberleben zu k\u00f6nnen &#8211; einige Beziehen Wasser und N\u00e4hrstoffe direkt aus der Luft (Luftfeuchtigkeit und Regen), indem sie Wurzeln entwickelt haben, die Wasser direkt aus der Atmosph\u00e4re aufsaugen k\u00f6nnen. Andere bunkern das wertvolle Nass, Bromelien zum Beispiel haben in ihrer Mitte einen Trichter, in dem sie das Wasser von Regenf\u00e4llen speichern. Fallen Pflanzenreste und\/oder Insekten in den Trichter, sind sie eine willkommene N\u00e4hrstoffquelle. Anders die Brassia: Sie speichert Wasser und N\u00e4hrstoffe in ihren Pseudobulben, das sind die Verdickungen am Fuss ihrer Bl\u00e4tter. Ihr kriechendes Rhizom (ihre Wurzeln) produziert immer neue Ausleger, deren Pseudobulben sich w\u00e4hrend einer Wachstumsphase langsam prall f\u00fcllen und zu richtigen Vorratsbeuteln werden.<\/p>\n<p>Einige Orchideen tricksen bei der Best\u00e4ubung spezifische Insekten aus, indem sie ihnen vorgaukeln, sie seien ein Sexualpartner oder ein Beutetier &#8211; diese Strategie nennt man Mimikry: \u201eVon einigen Brassia-Arten ist bekannt, dass sie von Wegwespen best\u00e4ubt werden. Wespen deren Beute Spinnen sind, werden durch das Aussehen der Bl\u00fcten get\u00e4uscht und greifen sie an. Beim Versuch, die Bl\u00fcte zu greifen und abzutransportieren, werden der Wespe Pollinien angeheftet, bzw. schon am K\u00f6rper des Insekts vorhandene Pollinien werden auf der Narbe platziert.\u201c (Wiki)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_0194.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_0194.jpg\" alt=\"\" width=\"1936\" height=\"2592\" class=\"alignnone size-full wp-image-155\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_0194.jpg 1936w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_0194-224x300.jpg 224w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_0194-768x1028.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_0194-765x1024.jpg 765w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_0194-1140x1526.jpg 1140w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/treelab\/files\/2017\/03\/IMG_0194-552x739.jpg 552w\" sizes=\"auto, (max-width: 1936px) 100vw, 1936px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hier eine tropische Spinne, die ich in der Acamdey of Sciences in San Francisco fotografiert habe.<\/p>\n<p>In den Baumkronen tropischer Regenw\u00e4lder kommen 24&#8217;000 oder mehr Epiphytenarten vor, sie machen 10% der weltweiten Pflanzenbiodiversit\u00e4t aus.<\/p>\n<p>Empfohlene Literatur:<\/p>\n<p>Jaboury Ghazoul, Douglas Sheil: Tropical Rain Forest Ecology, Diversity and Conservation, Oxford: Oxford University Press 2010.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Zur Zeit riecht es gut im treelab. 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