{"id":236,"date":"2020-06-24T17:12:30","date_gmt":"2020-06-24T15:12:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/vermittlungdesign\/?page_id=236"},"modified":"2020-06-26T08:41:19","modified_gmt":"2020-06-26T06:41:19","slug":"federn-waermen-verfuehren-fliegen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/vermittlungdesign\/federn-waermen-verfuehren-fliegen\/","title":{"rendered":"Federn \u2013 w\u00e4rmen, verf\u00fchren, fliegen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Eine Kooperation des BA Art Education mit dem Gewerbemuseum Winterthur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Studierenden des 6. Semester Bachelor Art Education der Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste entwickelten f\u00fcr die Ausstellung &#8222;Federn &#8211; w\u00e4rmen, verf\u00fchren, fliegen&#8220; des Gewerbemuseums Winterthur digitale Vermittlungsprojekte. Diese k\u00f6nnen online entdeckt werden: bae.arteducation.zhdk@feathersexhibition. <\/p>\n\n\n\n<p>Anna-Brigitte Schlittler und Eva Wandeler, Dozentinnen<br>Michelle H\u00e4nggi, Assistenz <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><br><strong>slowdaun unter der Lupe<\/strong><br><strong>www.slowdaun.com<br>Ein Projekt von Dandara Alves und Linda Koch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Film_slowdaun_final\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/425835681?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"840\" height=\"473\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Thematik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Projekt wollten wir einerseits die positive Seite des Materials Daune zeigen, wobei uns verschiedenste Fragen interessierten: Was kann es alles und weshalb findet es so oft Verwendung in unserem Alltag? Andererseits wollten wir das Material, dessen Herkunft, Gewinnung und Deklaration kritisch hinterfragen. Es lag uns am Herzen, diese schwere, emotionale Thematik spielerisch umzusetzen. Deshalb w\u00e4hlten wir interaktive Techniken, die es den Besucher*innen erm\u00f6glichen, die Inhalte zu entdecken. Wir wollten auf Missst\u00e4nde hinweisen, und zwar nicht mit Schreckensbildern, wie sie oft bei Tierschutzorganisationen zu sehen sind, sondern Betrachtenden \u00fcber eigene Illustrationen einen Blick er\u00f6ffnen. Die Ausstellung \u00abFedern \u2013 w\u00e4rmen, fliegen, verf\u00fchren\u00bb des Gewerbemuseums Winterthur arbeitet mit vielen, deutschsprachigen Begleittexten. Aufgrund der zeitweiligen Schliessung wollten wir f\u00fcr eben dieses deutschsprachige und lesende Publikum weiterf\u00fchrende und vertiefte Inhalte kreieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gestaltung \u2013 vom Analogen ins Digitale<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-dark-gray-color\">Inspiriert vom Projekt \u00abPostpostfaktisch\u00bb von Studierenden der Hochschule Mannheim (<a href=\"https:\/\/urbanshit.de\/postpostfaktisch-urban-hacking\/\">https:\/\/urbanshit.de\/postpostfaktisch-urban-hacking\/<\/a>) und verschiedensten spielerischen Entdeckungsmethoden aus Kinderb\u00fcchern, wie beispielsweise \u00abLicht an!\u00bb, hat unser Projekt mit Experimentieren in unterschiedlichen Techniken begonnen. Eine der pr\u00e4gendsten war die Rotfolie. Dabei fanden wir heraus, dass der Einsatz der Rotfolie in Kombination mit der Farbe T\u00fcrkis am besten funktioniert. Dadurch kann ein Element versteckt und ein anderes sichtbar gemacht werden. Diese zwei Farben wurden uns durch die Technik sozusagen vorgegeben, weshalb wir beschlossen haben, das Farbkonzept darauf auszurichten. Das Logo, urspr\u00fcnglich in Schwarz\/Weiss, haben wir dementsprechend angepasst. So wurden Rot und T\u00fcrkis zum roten Faden, die dem Projekt aus neun Infografiken einen Wiedererkennungswert verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollten lange Texte vermeiden, weil diese auf manche abschreckend wirken und haben deshalb m\u00f6glichst nonverbale Infografiken verwendet. Texte und Schriftz\u00fcge haben wir mit Rot und T\u00fcrkis illustriert oder mit Farbabstufungen von Schwarz bis Weiss bespielt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der umfangreichen Thematik definierten wir Schwerpunkte und \u00fcbersetzten diese in einem weiteren Schritt zu Infografiken. Schlussendlich haben sich zwei Sparten ergeben. Mit einer Er\u00f6ffnungsfrage werden im ersten Teil vor allem Informationen \u00fcber Missst\u00e4nde in der Daunenindustrie vermittelt und im zweiten Teil, gedacht als ein Appell an Besuchende, wie Daunenprodukte angemessen gepflegt und somit ihre Langlebigkeit ausgesch\u00f6pft werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Infografiken haben wir bewusst als Hochformate gestaltet, die auf unsere urspr\u00fcngliche analoge Idee der Plakate im Stadtraum zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Das Hochformat ist somit eine Hommage an analoge Medien in dieser digitalen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend dieser f\u00fcr alle sehr merkw\u00fcrdigen Phase des Covid-19 sehen wir das digitale Projekt als etwas sehr Positives. Zum einen ist es ortsunabh\u00e4ngig, zum anderen l\u00e4sst es zu, f\u00fcr eine Weile abzutauchen, um sich auf andere Gedanken zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schwierigkeiten im Prozess<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Schwierigkeit, die wir gerne erw\u00e4hnen m\u00f6chten, ist die Lesbarkeit der Illustrationen. Wir haben im Prozess gemerkt, wie herausfordern es ist, f\u00fcr eine m\u00f6glichst grosse Bev\u00f6lkerungsgruppe universale, verst\u00e4ndliche Bilder zu schaffen. Was f\u00fcr die einen v\u00f6llig logisch ist, mag f\u00fcr andere unverst\u00e4ndlich sein. Wir hatten den Vorteil, dass unser Kooperationsprojekt aus einem durchmischten Team bestand und wir durch deren Inputs verst\u00e4ndliche Bilder gestalten konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Punkt, der uns immer wieder zu schaffen machte, war der Datenaustausch \u00fcber Switch und das Website-Erstellungsprogramm Wix. Switch st\u00fcrzte fortw\u00e4hrend ab, sodass die Themenrecherchen und den gestalterischen Prozess nicht nahtlos zug\u00e4nglich waren. Wix erm\u00f6glichte uns kein gleichzeitiges Arbeiten an der Website, weshalb die Absprachen im Voraus notwendig waren und wir deshalb eher langsam vorankamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Problem, das Wix mit sich brachte, sind die unterschiedlichen Darstellungen auf verschiedenen Ger\u00e4ten sowie die Inkompatibilit\u00e4t der interaktiven Elemente auf Smartphones. Aufgrund dessen ist unsere Website nur via Desktopdarstellung zu erkunden, und man wird auf dem Smartphone aufgefordert, auf diesen zu wechseln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Teamarbeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Lockdown der ZHdK erfolgte fr\u00fch im Projekt. Wir mussten uns als Team umorganisieren und \u00fcberlegen, wie wir damit umgehen wollen und auch k\u00f6nnen. Der gemeinsame Arbeitstisch war nun nicht da, und getrennt in zwei verschiedenen St\u00e4dten lebend, war ein physisches Treffen nicht m\u00f6glich. Wir hatten das Gl\u00fcck, dass wir relativ schnell mit Zoom vertraut waren und so t\u00e4glich miteinander vernetzt sein konnten. Den Austausch in der ganzen Gruppe konnten wir nicht wirklich nutzen, da dieser via Zoom sehr schnell anstrengend wurde. Entweder diskutierten wir mit den Dozentinnen im Team oder in Einzelmentoraten. Dies fanden wir schade, denn wir sehen viel Potential im Gruppenaustausch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie erreichen wir das Publikum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Konfrontiert mit der Herausforderung, das Publikum zu erreichen haben wir uns \u00fcberlegt, wie wir das digital zu Stande bringen k\u00f6nnen. Das Gewerbemuseum Winterthur macht zwar Werbung auf ihrer Website und ihrem Instagram Account, doch was k\u00f6nnen wir dazu beitragen? Parallel zu unserer Website aktivierten wir einen Instagram Account, der Personen anspricht, die bereits auf das Projekt gestossen sind. Statistiken zeigten, dass wir mit einem pers\u00f6nlichen Ansprechen am wirkungsvollsten auf unser Projekt aufmerksam machen konnten. Zus\u00e4tzlich kreierten wir Stickers unseres Logos, die wir im Stadtraum an bewusst gew\u00e4hlten Orte und Pl\u00e4tze anbrachten in der Hoffnung, neue Gruppen damit ansprechen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz unserer urspr\u00fcnglich analogen Idee haben wir das erreicht, was wir uns zum Ziel gesetzt haben. Wir machten uns diese sehr digitale Zeit des Covid-19 zunutze und gestalteten eine Website mit einem Appell an Besuchende, sich zu informieren und sorgf\u00e4ltig mit den eigenen Daunenjacken und -decken umzugehen. Die Thematik f\u00fchrte uns zu einer konsistenten und klaren Grafik, die in ihrer Strenge durch das spielerische Entdecken aufgebrochen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerne h\u00e4tten wir erfahren, wie \u00abslow daun\u00bb als analoges Projekt im Stadtraum auf Passant*innen gewirkt h\u00e4tte \u2013 dies l\u00e4sst sich vielleicht zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt noch verwirklichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um unser Projekt \u00abslow daun\u00bb weiter zu vernetzen, nehmen wir uns zum Ziel, andere Plattformen wie den Tierschutzorganisationen und Bildungsinstitutionen f\u00fcr eine Promotion anzufragen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-medium-font-size has-dark-gray-color\"><strong><br>VOGELPERSPEKTIVEN \u2013 Geschichten zum Davonfliegen<\/strong><br>ww<strong>w.vogelperspektiven.onlin<\/strong>e<br><strong>Ein Projekt von Alexandra Eichenauer und Zoe Jeanneret<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Keynote_Film_Vogelperspektiven\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/425835755?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"840\" height=\"473\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Projekt haben wir uns ausgew\u00e4hlter Stadtv\u00f6gel angenommen und sie &#8222;interviewt&#8220;, um ihre Anliegen an den Mensch zu bringen. Daraus entstanden sind sechs Vogelperspektiven, die \u00fcber die Problematiken und Gefahren aufkl\u00e4ren, die ihr Lebensraum birgt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee hinter dem Projekt war, die Probleme der V\u00f6gel in der Stadt f\u00fcr unterschiedliche, noch nicht interessierte Zielgruppen lustvoll aufzubereiten, um sie auf diesem Weg zu vermitteln. Jedem Vogel wurde ein Charakter zugeteilt, der anhand von Audios und Illustrationen zum Ausdruck gebracht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Kooperation mit dem Gewerbemuseum Winterthur <\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ausgangslage f\u00fcr die Ideensuche war ein Kooperationsprojekt im 6. Semester des Bachelor Art Education mit dem Gewerbemuseum Winterthur, wo zurzeit die Ausstellung \u00abFedern \u2013 w\u00e4rmen, verf\u00fchren, fliegen\u00bb gezeigt wird. Nachdem wir ein Grobkonzept erstellt hatten, war rasch klar: Wir werden die Betrachter*innen aus der Perspektive des Vogels sehen lassen. Wir m\u00f6chten Blicke auf Problemzonen lenken, z.B. mit Hilfe von Spiegeln. Bevor wir die Themen und Vogelarten definieren konnten, informierten wir uns generell zum Thema und suchten dann das Gespr\u00e4ch mit einer Fachperson. Zu einem Interview trafen wir Larissa von Buol, Ornithologin und Vogelfan. Teilweise waren unsere Fragen sehr offen formuliert, wie z.B.: Was tun St\u00e4dter*innen bereits und ist es \u00fcberhaupt sinnvoll? Teilweise wollten wir konkrete Antworten finden, weil wir schon sicher waren, dass ein Thema vertieft behandelt werden soll, wie z.B.: Wie sollte man V\u00f6gel vor Fensterscheiben sch\u00fctzen? Wir wollten herausfinden, was die gr\u00f6ssten Probleme f\u00fcr V\u00f6gel in der Stadt sind. Ist es der Nestbau mit Kunststoffen? Die Lichtverschmutzung? Der Stadtl\u00e4rm? Sind es die elenden oder \u201efalsch\u201c angelegten G\u00e4rten? Grosse Glasfl\u00e4chen? Etc. Das Gespr\u00e4ch war aufschlussreich und lieferte uns sehr viel Material, welches es dann zu verarbeiten galt. Larissa hat uns auch insofern beeinflusst, als wir ihre Begeisterung f\u00fcr V\u00f6gel im Projekt wiedergeben wollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die urspr\u00fcngliche Idee<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der realen Welt h\u00e4tten wir sechs Standpunkte ausgew\u00e4hlt. Bei jedem dieser Orte w\u00e4ren wir vertieft auf eines der ausgew\u00e4hlten Themen eingegangen, indem wir die Aufmerksamkeit der Besucher auf die ortsspezifischen Bedingungen gelenkt h\u00e4tten. Mit unterschiedliche Spiegelinstallationen h\u00e4tten wir die Menschen unbekannten Perspektiven sehen lassen: Vogelperspektiven! An jeder Station w\u00e4re ein QR- Code zu finden gewesen, der zu den Audiodateien der V\u00f6gel gef\u00fchrt h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Lockdown-Variante<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der Auflagen vom Bund wandelten wir die urspr\u00fcngliche Idee eines Audiorundganges mit verschiedenen Stationen in der Winterthurer Altstadt ab zu einer Umsetzung im rein virtuellen Raum. V\u00f6gel digital! Den V\u00f6geln eine Stimme geben. Aber wie?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Website<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Wahl der Gestaltungsmittel wollten wir die prek\u00e4re Situation der Tiere sichtbar machen. Der zu Beginn auf der Website erscheinende dramatisch-d\u00fcstere Himmel wirkt wie kurz vor einem Gewitter.&nbsp; Auf der Hauptseite finden sich die sechs animierten Illustrationen der V\u00f6gel. Die jeweilige Bewegung verst\u00e4rkt das &#8222;Wesen&#8220; des Vogels. Beim Anw\u00e4hlen eines Vogels, kann der Text angeh\u00f6rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei weiterem Interesse kann von hier auf eine Seite mit Hintergrundinformationen zum Thema zugegriffen werden, wo neben geb\u00fcndelten Informationen Links zu externen, weiterf\u00fchrenden Seiten zu finden sind. Wenn m\u00f6glich haben wir do it yourself-Tipps und -Anleitungen dazu gepackt. Wir wollten aufzeigen, dass jede*r im kleinen und von zuhause aus einen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Gedanken hinter der Illustration und der Grafik<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Illustrationen wurden aus \u201egeplanten Zufalls-Aquarellklecksen\u201c mit Hilfe von Kugelschreibern V\u00f6gel herausgearbeitet. Wir haben dieses Medium gew\u00e4hlt, weil wir den nat\u00fcrlichen und etwas unberechenbaren Verlauf der Aquarellfarbe als sehr passend erachteten. Die \u00c4sthetik der Aquarellfarben ist dem fluffigen Gefieder und den nicht klar abgrenzbaren Linien der Vogelk\u00f6rper sehr \u00e4hnlich. Die Themenfelder \u2013&nbsp; Jungtiere, Nistpl\u00e4tze, Baumbestand, Fenster, Lichtverschmutzung und F\u00fctterung \u2013 wurden im selben Stil illustriert, um auch visuell einen Zusammenhalt zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die digitalisierten Zeichnungen wurden im Photoshop nachbearbeitet. Die sich bewegende K\u00f6rperteile wurden nochmals in einer neuen Position gezeichnet, um die GIF-Animationen zu kreieren. Als Typografie w\u00e4hlten wir die Helvetica: Eine serifenlose, gut leserliche und bew\u00e4hrte Schrift.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erl\u00e4uterungen zu den Audios<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Charakter der Aquarellzeichnung findet sich in den Audios wieder. Wir legten Wert darauf, m\u00f6glichst unterschiedliche Aussagen zu machen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Sprecher*innen hatten eine geschulte Stimme, da sie entweder schon schauspielerisch t\u00e4tig waren oder bereits jahrelang als Radiosprecher arbeiteten. Teilweise kam uns zugute, dass sie aufgrund des Lockdowns Kapazit\u00e4ten frei hatten. Alle Aufnahmen wurden mit Smartphones gemacht. F\u00fcr eine bestm\u00f6gliche Qualit\u00e4t empfahlen wir, die Aufnahmen mit Kopfh\u00f6rer unter einer Decke zu machen. Wir informierten alle per Telefon oder \u2013 wenn n\u00f6tig \u2013&nbsp; direkt. Die unterschiedlichen Stimmen bereichern die Illustrationen und formen deren Charakter weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reichweite<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Damit unser Projekt m\u00f6glichst viele Personen erreicht, schrieben wir die bekannten Vogelinformationsseiten an, erhielten einen Platz im Newsletter der Bildungsdirektion des Kanton Z\u00fcrich, verschickten den Link in Freundes- und Bekanntenkreisen und platzierten die Seite in diversen sozialen Medien. Die wichtigsten gegenseitigen Verlinkungen waren die Vogelinformationsseiten, die wir auch als Quellen genutzt haben. Wir definierten bewusst kein konkretes Zielpublikum. Die Website ist so angelegt, dass verschiedene Nutzer*innen davon angezogen werden. Die einen finden vorwiegend durch die Gestaltung Zugang; anderen sagt es zu, dass ihnen das Lesen erspart bleibt und sie den Audios zuh\u00f6ren k\u00f6nnen. Wieder&nbsp;andere hatten bereits grosses Interesse an der Welt der V\u00f6gel und konnten ihre Freude vertiefen oder diese mit anderen teilen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>R\u00fcckmeldungen<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Online erhielten wir kaum Feedback, sondern mussten uns an den Clicks orientieren. Bemerkenswert war, dass die Pflege der digitalen Medien einen offensichtlichen und unmittelbaren Effekt hatte:&nbsp; Die Zahl der Besucher*innen schoss in die H\u00f6he, sobald der Link irgendwo erneut online gestellt wurde und sank, sobald das digitale Vermittlungsprojekt nicht systematisch gepflegt wurde. Den H\u00f6hepunkt der Clicks erreichten wir an dem Tag, als das Projekt im Newsletter der Bildungsdirektion des Kantons Z\u00fcrich erschien. Bei Menschen, die wir kennen, stiess die Umsetzung auf Interesse und es kam viel positives Feedback. Teils erhielten wir Nachrichten von Personen, von denen wir lange nichts geh\u00f6rt hatten. Besonders gefreut hat uns, dass wir unser Ziel erreicht haben: Die Arbeit fand auch Anklang bei Personen, die sich ansonsten nicht mit dem Thema \u201eVogel\u201c besch\u00e4ftigt h\u00e4tten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Zusammenarbeit verlief grossartig<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir kannten uns vorher wenig, waren uns aber von Beginn an in der Arbeitsweise einig. Es war eine gute Mischung aus der Aufteilung gewisser Arbeiten und dem regelm\u00e4ssigen und offenen Austausch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und wie geht es weiter?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Corona hatte f\u00fcr unser Kooperationsprojekt insofern Potenzial, als dass wir uns an ein rein digitales Projekt wagten, was wir sonst kaum getan h\u00e4tten. F\u00fcr uns war es auch eine Art erster Schritt in Richtung einer digitalen Zukunft. Das Projekt k\u00f6nnte weiterverfolgt werden und die urspr\u00fcngliche analoge Version doch noch umgesetzt werden. Die digitale Arbeit w\u00fcrde sich nach wie vor wunderbar erg\u00e4nzen lassen durch Installationen im \u00f6ffentlichen Raum. Eine analoge Arbeit w\u00fcrde sicherlich noch weitere und andere Besucher*innen auf die Seiten locken.<\/p>\n\n\n\n<p>Webdesign: Zo\u00e9 Jeanneret<br>Illustrationen: Alexandra Eichenauer<br>Texte: Zo\u00e9 Jeanneret und Alexandra Eichenauer<br>Vogelstimmen: Dario Tieri (Gregor Dohlan), Elisa Pl\u00fcss (Spyre Speed), Alexandra Kartaschoff (Rose Specht), Eric Andreae (Rami Blauer), Jennifer Aellen (Marlies Rot) und Daniel Egli (Marius Schwarz) f\u00fcr ihre Stimmen und Larissa von Buol f\u00fcr die Fakten\u00fcberpr\u00fcfung und die allgemeine Unterst\u00fctzung!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Vogelwohl<\/strong><br><strong>www.vogelwohl.com<\/strong><br><strong>Ein Projekt von Rahel Giger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"FilmDef_Vogelwohl\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/425835735?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"840\" height=\"473\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt \u00abVogelwohl\u00bb besch\u00e4ftigt sich mit dem Thema des Artensterbens von V\u00f6geln; es zeigt auf, welche Faktoren daf\u00fcr verantwortlich sind und macht deutlich, dass jede*r von uns die M\u00f6glichkeit hat, aktiv zu werden. Dabei setze ich bei der Garten- und Balkongestaltung an. Auf der Webseite \u00abwww.vogelwohl.com\u00bb finden Besucher*innen Informationen dar\u00fcber, wie das Artensterben von V\u00f6geln und die Bepflanzung unserer G\u00e4rten und Balkone zusammenh\u00e4ngen. Gleichzeitig dient die Seite als n\u00fctzlicher Ratgeber. Zudem sollen Webseitenbesucher*innen durch sinnvolle Handlungsanweisung angeregt werden, aktiv zu werden und bietet Menschen, die ihre G\u00e4rten und ihr Gartenwissen teilen m\u00f6chten, die M\u00f6glichkeit, diese in Form von Bildern oder Rezepten hochzuladen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grund f\u00fcr die Auseinandersetzung mit diesem Thema war das Buch \u00abV\u00f6gel f\u00fcttern \u2013 aber richtig\u00bb von Peter Berthold und Gabriele Mohr. Darin wird deutlich, dass die Lebensbedingungen f\u00fcr V\u00f6gel sehr schwierig geworden sind. Vielen fehlt es an gen\u00fcgend Nahrung. Gem\u00e4ss Fachstellen, wie der Vogelwarte Sempach und Natur- und Vogelschutzvereinen, betrifft dies besonders die eiweisshaltige Nahrung in Form von Insekten. Durch das Schwinden einer artenreichen, hiesigen Pflanzenwelt ist ein grosser R\u00fcckgang von K\u00e4fern, Larven, Faltern etc. zu verzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Bereich anzusetzen schien mir sinnvoll. Urspr\u00fcnglich war eine Art \u00abInfomat\u00bb im \u00f6ffentlichen Raum gedacht, der Passanten \u00fcber die Problematik aufkl\u00e4rt. Weil sich aber viele der Lage mehr oder weniger bewusst sind, jedoch nicht wissen, was sie tun k\u00f6nnen, sollte dieser \u00abInfomat\u00bb ebenso einfache wie effektive M\u00f6glichkeiten aufzeigen zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der Corona-Krise war das Umsetzen meines Vorhabens im \u00f6ffentlichen Raum nicht mehr denkbar. Weil mir aber die Idee eines \u00abInfomaten\u00bb sehr gefiel, wollte ich sie in Form einer Webseite realisieren. Diese sollte ebenfalls n\u00fctzliche Informationen enthalten, vor allem aber zum Handeln animieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit welchen gestalterischen Mitteln versuchte ich, das zu erreichen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Webseite sollte den Ernst der Lage nicht herunterspielen, trotzdem sollte sie nicht vorwurfsvoll, sondern freundlich und einladend auftreten. Ich habe mich daher entschieden, sie wie einen Parcours aufzubauen, in dem sich der Besucher, die Besucherin von einer Seite zur n\u00e4chsten klickt und so erf\u00e4hrt, worum es bei dem Projekt geht. Dabei werden Interessierte jeweils direkt angesprochen und zu einzelnen Handlungen aufgefordert. Die Webseite baut durch den Parcours eine Spannung auf und erh\u00e4lt durch die direkte Anrede einen interaktiven Charakter. So soll sie Lust machen, bei den Aktionen mitzumachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die \u00c4sthetik der Webseite anbelangt, habe ich mich vom Auftritt der Ausstellung \u00abThe Happy Show\u00bb von Stefan Sagmeister inspirieren lassen, welche 2017 im Museum f\u00fcr Gestaltung gezeigt wurde. Diese war einerseits sehr interaktiv aufgebaut, gleichzeitig wirkte sie humorvoll, verspielt und leicht. Einige der dort verwendeten Elemente passten sehr gut in mein Konzept, wie etwa der Farbauftritt in Gelb, Schwarz und Weiss, der Einsatz einer Handschrift (und nicht einer Computerschrift), sowie klare und einfache Anleitungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den reduzierten Farbeinsatz wollte ich aufnehmen, weil die Gestaltung der Webseite dadurch etwas sehr Einfaches und doch Konzentriertes erh\u00e4lt. Die Farbe Gelb passte sehr gut, weil sie auf sich aufmerksam macht, einladend, frisch, und positiv wirkt und gleichzeitig zum Handeln auffordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die digitalisierte Handschrift f\u00fcr die Textstellen habe ich verwendet, weil dadurch eine gewisse N\u00e4he zu den Leser*innen geschaffen wird. Ausserdem soll auch sie anregen, aktiv zu werden und trotzdem eine gewisse Leichtigkeit vermitteln. Das gleiche gilt f\u00fcr die handgefertigten Zeichnungen, die ich auf der Webseite einsetze. Wie die Schrift stellen auch sie das Handgemachte in den Vordergrund. Damit der Vogel in dieser Balkon- und Gartenwelt nicht vergessen geht, erh\u00e4lt er durch die Animationen einen ganz besonderen Platz.<\/p>\n\n\n\n<p>Inwiefern ich Besucher*innen der Webseite zur aktiven Haltung anregen konnte, ist schwer abzusch\u00e4tzen. Zwar l\u00e4sst sich \u00fcber die Plattform \u00abWix.com\u00bb, mit deren Hilfe ich die Webseite aufsetzen konnte, nachvollziehen, wie viele Personen die Webseite aufgerufen und wie viele davon sie mehrere Male besucht haben. Wie lange sie sich jedoch auf der Webseite aufgehalten und wie intensiv sie sich mit dem Inhalt der Seite befasst haben, ist nicht nachvollziehbar.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich stellt sich die Frage, ob eine Webseite alleine f\u00fcr ein Vermittlungsprojekt eine geeignete Form ist. Spannend daran ist sicherlich, dass sie f\u00fcr die meisten einfach zug\u00e4nglich und auf keine \u00d6ffnungszeiten angewiesen ist. Darin liegt meiner Meinung nach jedoch auch die Schwierigkeit. Umgeben von sehr vielen Informationen im Internet bewegen wir uns in diesem Raum oft sehr schnell. \u00dcberzeugt eine Webseite zu wenig, verl\u00e4sst man sie wieder. Schnell ist sie vergessen. Ich denke, f\u00fcr diese Form der Vermittlung ben\u00f6tigt es zus\u00e4tzliche Mittel. In Bezug auf mein Projekt, w\u00e4ren passende Produkte wie Samenpakete mit einheimischen Wiesenblumen oder ein Postkartenset denkbar, die im Museumsshop gekauft werden k\u00f6nnten. Eine andere M\u00f6glichkeit w\u00e4ren Gartenaktionen im \u00f6ffentlichen Raum oder Workshops. Solche Angebote w\u00fcrden zum Besuch der Webseite anregen und k\u00f6nnten dar\u00fcber hinaus den Inhalt der Seite bereichern.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich stellt sich zudem die Frage, was die Institution <em>Museum<\/em> tun k\u00f6nnte, um digitale Vermittlungsprojekte zu beleben. Sicherlich kann sie auf Projekte aufmerksam machen. Zudem k\u00f6nnte auch sie zum aktiven Mitmachen einladen. In meinem Projekt w\u00e4re denkbar, dass auf der Museumswebseite hin und wieder einzelne Posts der Seite vogelwohl.com gezeigt w\u00fcrden und Besucher*innen auch dort ermuntert w\u00fcrden, eigene Beitr\u00e4ge einzusenden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich steht fest, dass Vermittlungsangebote in Form von Webseiten sehr grosses Potential haben und neue Wege er\u00f6ffnen. Richtig kommuniziert, kann so ein weitaus breiteres Publikum erreicht werden und bestenfalls skeptische Menschen f\u00fcr das Museum begeistern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kooperation des BA Art Education mit dem Gewerbemuseum Winterthur Die Studierenden des 6. Semester Bachelor Art Education der Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste entwickelten f\u00fcr die Ausstellung &#8222;Federn &#8211; w\u00e4rmen, verf\u00fchren, fliegen&#8220; des Gewerbemuseums Winterthur digitale Vermittlungsprojekte. Diese k\u00f6nnen online entdeckt werden: bae.arteducation.zhdk@feathersexhibition. 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