{"id":78,"date":"2015-03-04T17:02:16","date_gmt":"2015-03-04T16:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/?page_id=78"},"modified":"2015-03-05T11:10:10","modified_gmt":"2015-03-05T10:10:10","slug":"psychologie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/psychologie\/","title":{"rendered":"Psychologie"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K38_Sehbahn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-112 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K38_Sehbahn-248x300.jpg\" alt=\"K38_Sehbahn\" width=\"248\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K38_Sehbahn-248x300.jpg 248w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K38_Sehbahn.jpg 694w\" sizes=\"auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K37_Visuelle-Wahrnehmung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-110 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K37_Visuelle-Wahrnehmung-300x226.jpg\" alt=\"K37_Visuelle Wahrnehmung\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K37_Visuelle-Wahrnehmung-300x226.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K37_Visuelle-Wahrnehmung-1024x773.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/wahrnehmung\/files\/2015\/03\/K37_Visuelle-Wahrnehmung.jpg 1673w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. Seebahn: Schematische Darstellung der Sehnerven-Kreuzung, die bewirkt, dass rechte und linke Netzhautbereiche auch jeweils in der rechten und linken Gehirnh\u00e4lfte verarbeitet werden. Die Linse bewirkt eine Umkehrung des Netzhautbildes, was aber nicht weiter wahrgenommen wird.<\/strong><\/p>\n<p>Lichtreize werden in einer Kette von aufeinander folgenden Nervenzellen verarbeitet, die als \u00bbSehbahn\u00ab bezeichnet wird. Ihr Ausgangspunkt ist die Netzhaut. Ihre Lichtsinneszellen schicken elektrische Impulse u\u0308ber den Sehnerv ins Zwischenhirn und von dort aus weiter zu den visuellen Verarbeitungszentren der Gro\u00dfhirnrinde im Hinterkopf, die wiederum mit vielen anderen Gehirnzentren in Verbindung stehen. Circa 126 Millionen Lichtsinneszellen werden auf 1 Million Sehnervenzellen geschaltet. Das Innere des Sehnervs steht mit der zentralen Region der Netzhaut, der Sehgrube, in Verbindung. Sein \u00c4u\u00dferes bekommt Eing\u00e4nge aus der Peripherie der Netzhaut. Das weist auf die Topographie der Netzhaut hin, die als Karte in der Sehbahn erhalten bleibt. Nachbarschafts-Beziehungen zwischen Lichtsinneszellen spiegeln sich im Bau der nachgeschalteten Verarbeitungszentren. Da zudem Signale aus zwei Augen verarbeitet werden, mu\u0308ssen die Verarbeitungswege sorgf\u00e4ltig aufeinander abgestimmt werden. Auf der H\u00f6he des Zwischenhirnbodens kommt es zur Sehnerven-Kreuzung (Chiasma Optikum). Hier werden die optischen Eing\u00e4nge regelrecht sortiert. Was in der Netzhaut rechts liegt, wird in der rechten Gehirnh\u00e4lfte verarbeitet, was links liegt in der linken Gehirnh\u00e4lfte. Die Fasern der Sehnerven enden auf den Zellen des rechten und linken seitlichen Knieh\u00f6ckers im Zwischenhirn. Die topographische Karte der Netzhaut ist hier gut erkennbar. Die Region der Sehgrube ist hier u\u0308berproportional vertreten, was der hohen Aufl\u00f6sung des zentralen Sehens entspricht. Im Knieh\u00f6cker, mit seinen sechs Schichten, kommt es zu einer Trennung der Bildverarbeitung.<br \/>\nDie zwei unteren Schichten mit gro\u00dfen Zellk\u00f6rpern verarbeiten sehr schnell Kontraste, Bewegung, r\u00e4umliche Tiefe, sind aber farbenblind. Die vier oberen Schichten mit kleinen Zellen reagieren kaum auf Kontraste, arbeiten langsamer, sind aber empfindlich fu\u0308r farbiges Licht. Sie sind ein Teil des farbverarbeitenden Sehsystems. Die getrennte Verarbeitung der Bildinformation wird an das Gro\u00dfhirn weitergeleitet. Die erste Station im Gro\u00dfhirn ist das prim\u00e4re visuelle Zentrum. Liegt eine Sch\u00e4digung vor, erblindet der Patient trotz intakter Augen und Sehnerven. Beeintr\u00e4chtigungen in den Kontaktgebieten des prim\u00e4ren visuellen Zentrums schr\u00e4nken das Erkennen des Gesehenen ein. Von dort aus werden immer spezialisierte Gro\u00dfhirnregionen angesteuert. Bei St\u00f6rungen dieser Verbindungen k\u00f6nnen Linien und Teile eines Gesichts beispielsweise klar erkannt werden, nicht aber die Person, zu der es geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>2. Farbverarbeitung im Gehrin: Innerhalb der Sehbahn hat die Farbbahn ihren eigenen Platz. Sie ist Teil des What-Systems. Das Areal V4 ist die zentrale Stelle fu\u0308r alle weiteren Verknu\u0308pfungen zu anderen Gehirn-Zentren.<\/strong><\/p>\n<p>Von der Netzhaut bis zu h\u00f6heren Gehirnzentren verl\u00e4uft die Verarbeitung der Farbreize auf einer Kette von Nervenzellen, die man die Farbbahn nennt. Die Analyse von Bildeigenschaften wie Tiefe, Bewegung, Kontrast und Form findet von der Farbe getrennt statt. Die farbcodierenden Zapfensignale der Netzhaut werden im Sehnerv in Ganglienzellen gesammelt. Sie ziehen ins Gehirn und u\u0308bertragen ihre elektrischen Impulse auf die vier oberen Zell-Schichten des seitlichen Knieh\u00f6ckers. Er besteht aus den vier oberen Schichten der sehr kleinen Zellen (P-Zellen), und zwei unteren Schichten mit viel gr\u00f6\u00dferen Zellen (M-Zellen). Die Untersuchung der P-Zellen ergab, dass sie f\u00e4hig sind, auf farbige Lichtreize zu reagieren. Sie arbeiten langsamer und sind nicht sehr empfindlich fu\u0308r Kontrastunterschiede. Ihre rezeptiven Felder haben ein einfarbiges Zentrum und ein komplement\u00e4rfarbiges Umfeld. Zentrum und Umfeld zeigen gegens\u00e4tzliche Arbeitsweisen. Auf nachgeschalteten Verarbeitungsstufen nimmt die Komplexit\u00e4t der rezeptiven Felder weiter zu. Anatomisch geh\u00f6ren die Zellen der Farbbahn zu dem Teil der Wahrnehmung, die mit der Objekterkennung verbunden ist. Farbigkeit und Objekterkennung bilden ein System, das Livingstone als das \u00bbWhat-System\u00ab beschreibt. Die Farbbahn fu\u0308hrt weiter zur prim\u00e4ren visuellen Gro\u00dfhirnrinde. Auch diese hat definierte Zellschichten, die hereinkommende Farbsignale aufnehmen und an tropfenf\u00f6rmige Zellkomplexe (blobs) weitergeben. In Blob-Regionen findet man vermehrt farbempfindliche Zellen. Die weitere Farbverarbeitung findet im Areal V4 der Gro\u00dfhirnrinde im Bereich des Hinterkopfs statt. Es liegt in der Nachbarschaft der prim\u00e4ren visuellen Gros\u00dfhirnrinde (V1), die alle Signale der visuellen Wahrnehmung zun\u00e4chst auff\u00e4ngt. Menschen mit gesch\u00e4digtem V4- Areal sind weder zum Farbensehen noch zum Farbverst\u00e4ndnis f\u00e4hig. Ihre Welt gleicht einem Schwarzwei\u00dffilm. Sie k\u00f6nnen sich auch keine Farben vorstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 1. 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