Druckfarbe

Druckfarben kann man fertig kaufen oder selbst mischen. Dafür werden Acrylfarbe und ein Bindemittel verwendet. Das Bindemittel sorgt für eine gute, druckbare Konsistenz und verhindert, dass die Farbe im Sieb eintrocknet. Sie trocknet erst auf dem Material.


Die Farbe wirkt in der Verpackung oft kräftiger als auf dem Druck. Ausserdem verändert sich ihr Aussehen leicht zwischen dem frischen und dem getrockneten Zustand.

Jede Druckfarbe hat eigene Eigenschaften, mit etwas Übung findet man die passende. Wichtig sind Farbton und Deckkraft. Helle Farben enthalten weniger Pigmente und sind durchscheinender. Dunkle Farben decken besser. Schwarz ist zum Beispiel sehr deckend, während ein helles Gelb darunterliegende Farben durchscheinen lässt.

Siebdruck ist ein additives Verfahren. Das bedeutet: Jede Farbe wird nacheinander gedruckt. Für saubere Ergebnisse druckt man zuerst helle Farben, dann dunklere und zuletzt die dunkelste Farbe. So vermeidet man ungewollte Farbmischungen.

Für Papier und Stoff werden unterschiedliche Druckfarben verwendet. Das liegt an der Saugfähigkeit des Materials und am Siebgewebe. Textilfarben müssen in den Stoff eindringen und dort aushärten, damit sie waschfest sind.


Druckfarbe für Papier

Farben für den Siebdruck kann man aus Acryl- oder Gouachefarben und einem Bindemittel mischen. Gouache enthält kein Mikroplastik, ist aber nicht wasserfest und hat eine empfindlichere Oberfläche.

Selbst gemischte Farben haben den Vorteil, dass man Farbton und Menge selbst bestimmen kann.

Wichtig: Acrylfarbe darf nie ohne Bindemittel verwendet werden. Sie trocknet sonst im Sieb und beschädigt es.


Druckfarbe für Textilien

Mit Siebdruck lassen sich viele Textilien bedrucken. Stoffe sind saugfähig und brauchen mehr Farbe. Deshalb verwendet man ein gröberes Sieb, zum Beispiel ein 43T-Gewebe. Je feiner der Stoff, desto feiner können auch die Linien im Druck sein.


Druckfarbe selbst mischen

Textilfarbe kann auch aus Pigmenten und einem Bindemittel gemischt werden.

  • Für helle Stoffe: transparentes Bindemittel
  • Für dunkle Stoffe: weiss vordrucken oder weisses Bindemittel

Deckendes Weiss und Mischweiss

Für dunkle Textilien braucht man besonders deckendes Weiss. Mischweiss reicht oft nicht aus.


Hitzefixieren

Nach dem Trocknen wird der Druck erhitzt. Dadurch verbindet sich die Farbe mit dem Stoff.

Das geht mit einer Hitzepresse oder einem Bügeleisen. Erst danach ist der Druck waschfest (bis 40° C).

Ohne Hitzefixierung löst sich die Farbe beim Waschen wieder.


Kaltfixieren

Als Alternative kann ein Kaltfixierer verwendet werden. Dieser wird der Farbe vor dem Drucken beigemischt.

Die Farbe wird dadurch mit der Zeit dicker und ist nicht lange haltbar.

Bedruckte Textilien müssen danach nicht erhitzt werden, sind aber erst nach etwa drei Tagen waschbar.


Spezialfarben

Mit Spezialfarben lassen sich besondere Effekte erzielen, zum Beispiel:

  • metallisch
  • fluoreszierend
  • aufplusternd
  • leuchtend im Dunkeln
  • thermo-, photochrom oder hydrochrom
  • reflektiv
  • irisierend

Mit einem Transferverfahren mit einem Leimvordruck können auch Metallicfolien- oder Flockfolien verwendet werden.


Zusatzstoffe

Farben können mit Zusatzstoffen verändert werden:

  • Verzögerer: verhindert schnelles Trocknen
  • Fixativ: ersetzt Hitzefixierung
  • Vernetzer: verbessert Haftung auf glatten Flächen
  • Entschäumer: verhindert Blasen