Grundwissen Siebdruck

Der Siebdruck ist ein Schablonendruckverfahren, bei dem Farbe mit einer Rakel durch ein feinmaschiges, teilweise abgedecktes Sieb gepresst wird. Die Motivübertragung erfolgt analog durch Abdecken oder fotomechanisch mittels UV-belichteter Fotoemulsion. Es können diverse Materialien wie Papier, Karton, Textilien, Kunststoffe und Aluminium bedruckt werden.


Papierdruck

Papier ist das meistverwendete Material im Siebdruck; die Auswahl an verfügbaren Sorten ist mittlerweile riesig. Ob farbig, matt oder mit Spiegelglanz – in Kombination mit deckenden oder transparenten Druckfarben können interessante optische Effekte entstehen. Für den Siebdruck sind Papierdicken ab 240 gm² geeignet.

Um eine Auflage zu drucken, sollten alle Papiere im gleichen Format geschnitten sein und der Rahmen an Klammern befestigt werden. Damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist, müssen vor Druckbeginn alle Werkzeuge und Materialien vorbereitet sowie der Arbeitsplatz komplett eingerichtet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass Farbe und Putzmaterial räumlich vom Bedruckstoff getrennt werden, um Verschmutzungen zu vermeiden.


Textildruck

Am besten eignen sich Textilien mit einem hohen Baumwollanteil, da hierbei die Haltbarkeit des Drucks beim Waschen besser gewährleistet ist. Es können sowohl helle als auch dunkle Textilien bedruckt werden; die Farbe wird dementsprechend angemischt.

Im Gegensatz zum Papierdruck wird beim Textildruck oft frei gearbeitet. Entweder wird der Arbeitsplatz auf dem grossen Textiltisch eingerichtet oder auf einem anderen Tisch mit einer zusätzlichen Molton-Holzplatte. Diese sollte zusätzlich mit dem dafür bestimmten Stoffüberzug bezogen werden. Auf dem Drucktisch sollten nur die Textilien und das Sieb platziert werden. Farbe, Rakel und weiteres Zubehör werden daneben auf einem Rolltisch bereitgestellt.


Spezial

Neben herkömmlichen Siebdruckfarben können auch unterschiedlichste dickflüssige Substanzen wie zum Beispiel Plusterfarben, Leimbindungen oder selbst hergestellte Pasten verdruckt werden. Zudem lassen sich verschiedene Farben auch auf Transferfolien bedrucken für Thermoapplikationen auf Textilien oder auf Keramik.


Chemie und Sicherheit

Beim Umgang mit den chemischen Komponenten des Siebdrucks sind folgende Sicherheits- und Umweltaspekte zu beachten:

Farben
Da wasserbasierende Siebdruckfarben Mikroplastik enthalten, sollte möglichst viel von der Restfarbe nach dem Drucken zur Wiederverwertung zurück in den Aufbewahrungsbecher und nicht ins Abwaschbecken gelangen.

Entfetter
Die chemische Entfetterflüssigkeit ist eine PH erhöhte, rückstandsfreie Seife.

Beschichtungsemulsion
Diese lichtempfindliche Paste sollte während des Auftragens und beim Trocknen nicht mit UV-Licht in Kontakt kommen. Wenn Emulsion auf die Hände gelangt, sollten diese umgehend gereinigt werden.

Entschichter
Da dieser chemische Reiniger eine verdünnte Lauge ist, sollte Schutzkleidung, Handschuhe und Schutzbrille getragen werden.

Hochdruckreiniger
Bei der Siebreinigung mit dem Hochdruckreiniger ist zum Schutz vor Lärm ein Gehörschutz empfohlen.