{"id":8951,"date":"2019-03-13T08:06:21","date_gmt":"2019-03-13T07:06:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zdok\/?p=8951"},"modified":"2019-03-13T08:07:57","modified_gmt":"2019-03-13T07:07:57","slug":"vom-anfang-und-ende-der-kamera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zdok\/2019\/vom-anfang-und-ende-der-kamera\/","title":{"rendered":"Vom Anfang und Ende der Kamera"},"content":{"rendered":"<p>Am Anfang steht die Kamera. Sie macht den Raum zur Fl\u00e4che, indem sie einen Ausschnitt aus der dreidimensionalen Welt auf eine zweidimensionale Fl\u00e4che projiziert. Und sie macht die Gegenwart zur Vergangenheit, indem sie Augenblicke festh\u00e4lt und auf einem Tr\u00e4ger f\u00fcr die Nachwelt konserviert. Die kreative Auseinandersetzung mit den Gesetzen, M\u00f6glichkeiten und T\u00fccken dieser grundlegenden Ph\u00e4nomene nennen wir Kameraarbeit. Aus der Kameraarbeit gehen visueller Stil und bild\u00e4sthetische Positionen hervor. Durch die Projektion auf eine Fl\u00e4che entstehen Linien und Formen. Sie treten als visuelle Elemente zueinander in Beziehung. Da-raus ergeben sich Komposition und Bildrhythmus. Die Illusion von R\u00e4umlichkeit und K\u00f6rperlichkeit entsteht durch Fluchtpunkt, Perspektive und Licht. Kamerabewegungen, Perspektivenwechsel und unterschiedliche Einstellungsgr\u00f6ssen machen Raum und Zeit eindr\u00fccklich erlebbar. Die Kameraperson schafft damit auch erz\u00e4hlerische Momente und erm\u00f6glicht durch ihr Bildangebot die sp\u00e4tere Verdichtung im Schnitt.<\/p>\n<p>Zentral ist die Frage der Kontrolle: Wieviel Einflussnahme ist im Dienst der optimalen Bildgestaltung zul\u00e4ssig? Zur\u00fcckhaltende Beobachtung hat den Vorteil der Spontaneit\u00e4t und der authentischen Erfassung, kann aber zu unvorteilhaften Blickwinkeln, ungen\u00fcgendem Licht oder langwierigen Abl\u00e4ufen f\u00fchren. Soll also Licht gesetzt, d\u00fcrfen Handlungsabl\u00e4ufe geprobt und Aufnahmen wiederholt werden? Solche Fragen sind zentral in der Zusammenarbeit zwischen Regie und Kamera und sie sind zugleich ein deutlicher Hinweis darauf, dass es um Dokumentarfilm geht.<\/p>\n<p>Unterdessen k\u00f6nnen R\u00e4ume und Menschen auch volumetrisch, mit Hilfe von Fotogrammetrie, Videogrammetrie und 3D-Laserscanning, erfasst werden. Es entstehen fotorealistische 3D-Modelle der Wirklichkeit, die Projektion auf eine 2D-Fl\u00e4che entf\u00e4llt. Die Technologie ist sehr aufw\u00e4ndig und die visuelle Qualit\u00e4t l\u00e4sst noch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. In Virtual- Reality-Erfahrungen ver\u00e4ndert sich dadurch aber das Raum- und Zeit-erleben der User\/innen fundamental. Und auch als Ausgangspunkt f\u00fcr die 2D-Bildproduktion werden sich dadurch in Zukunft grosse Neuerungen ergeben. Denn alle typischen Parameter der Kamera wie Position, Perspektive, Brennweite, Sch\u00e4rfe und Licht werden damit zu einem Teil der Postproduktion und k\u00f6nnen im Nachhinein definiert und ver\u00e4ndert werden. Die Kamera wird virtuell. Und damit r\u00fcckt auch ihr Ende n\u00e4her.<\/p>\n<p>Einf\u00fchrungsreferat Donnerstag, 21. M\u00e4rz 09:15<\/p>\n<p>&gt; <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zdok\/2017\/christian-iseli-2\/\">Christian Iseli<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Anfang steht die Kamera. Sie macht den Raum zur Fl\u00e4che, indem sie einen Ausschnitt aus der dreidimensionalen Welt auf eine zweidimensionale Fl\u00e4che projiziert. Und sie macht die Gegenwart zur Vergangenheit, indem sie Augenblicke festh\u00e4lt und auf einem Tr\u00e4ger f\u00fcr die Nachwelt konserviert. 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