Talks 2018

ZDOK.18-Broschüre mit Programm (PDF)

Referate und Präsentationen in der Reihenfolge des Programms vom 22./23. März 2018
Christian Iseli

Montage im Dokumentarfilm

Im Einführungsreferat von Christian Iseli, Leiter der ZDOK-Tagung, werden aus praxisorientierter Perspektive grundlegende Gestaltungsoptionen der dokumentarischen Montagearbeit definiert. Dabei wird zunächst einmal zwischen der Mikroebene (Schnittarbeit auf der Ebene der Sequenz) und der Makroebene (Montagearbeit auf der Ebene grösserer Erzähleinheiten und des gesamten Films) unterscheiden. Dadurch werden fundamentale Schnittstrategien offengelegt und eine Instrumentarium für die weitere Diskussion eröffnet..

Video Ι Christian Iseli


Tim J. Smith

Exploring the Cognitive Foundations of Cinematic Continuity

Media Psychologist Tim J. Smith covers the empirical evidence of the impact of continuity editing techniques on viewers, both experienced and naïve first-time film viewiers. He outlines the Attentional Theory of Cinematic Continuity (AToCC), a theoretical framework that uses empirical evidence of how viewers attend to, perceive and comprehend real-world audiovisual scenes to explain how filmmakers have co-opted these natural processes when crafting cinematic stories using montage.

Video Ι Tim J. Smith


Kaya Inan

Die Magie der Montagesequenz

Was ist unsere Intention, was wollten wir erzählen? Welche Stimmungen erzeugen? Was für Roh- bzw. Ausgangsmaterial stand zur Verfügung? Wie habe ich die Montagesequenz in den filmischen Fluss eingefügt? Wie arbeitete ich dabei mit Ton und Musik? Was für eine Auswirkung hat die Montagesequenz auf den gesamten Film? – Ziel der Präsentation von Kaya Inan ist es an Hand zwei konkreter Beispiele einen Einblick in den noch immer magischen Entstehungsprozess eines Filmes während der Montage zu geben.

Video Ι Kaya Inan


Britta Hartmann

Die Montage als Stifterin von Sinn und Bedeutung bei Johan van der Keuken

Zu den Dokumentarfilmern, die ihre Montagearbeit in schriftlichen Selbstzeugnissen, Arbeitsnotizen, Analysen aus dem Schneideraum und auch in Interviews immer wieder reflektiert haben, gehört Johan van der Keuken (1938-2001). Der 80. Geburtstag des Fotografen und Filmemachers soll zum Anlass genommen werden, über die Rolle der Montage als Stifter von Sinn und Bedeutung nachzudenken.

Video Ι Britta Hartmann


Philip Scheffner im Live-Gespräch mit Christian Iseli

Die Revision der Mittel

Der Vortrag und das Gespräch mit Philip Scheffner thematisieren die Schnittarbeit an den Filmen Revision (2012) und Havarie (2016). Die auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Filme verbindet der Versuch einen filmischen Raum zu gestalten, in dem sich Protagonisten und Zuschauer auf Augenhöhe begegnen können. Ein Raum in dem Sichtbarkeiten neu verteilt und ausgehandelt werden können und die Rolle des Zuschauers selbst als Gegenstand der Untersuchung definiert wird. Wichtigstes Mittel zu Gestaltung dieses Raums ist der Schnitt.

Video Ι Philip Scheffner


Magali Trautmann

Fiktionalisierende Montage im Dokumentarfilm

Dokumentarfilme erzählen Geschichten. Aber wie? Was braucht es für eine gute Geschichte? Wie wird Material der vorfilmischen Wirklichkeit zu einer Erzählung montiert? Und welche alternativen Strategien gibt es? – In ihrem Vortrag stellt Magali Trautmann ein Modell vor, dass zwei Wege der Vermittlung vorsieht: einen themen- und einen handlungsgeleiteten.

Video Ι Magali Trautmann


Mathilde Bonnefoy (rechts) im Gespräch mit Gesa Marten (links).

Die Montage von Citizenfour

Das Gespräch mit der Editorin und Produzentin Mathilde Bonnefoy spannt einen Bogen von den besonderen Umständen der Postproduktion von Citizenfour (hohe Geheimhaltung) über die unerwartete Kontaktaufnahme eines neuen Protagonisten (Edward Snowden) in der Rohschnittphase, über die Revision der Montage in Reaktion darauf bis hin zur einzelnen ästhetischen Entscheidungen.

Video Ι Mathilde Bonnefoy


Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer

BEUYS: Montageprinzip und Schneiden im Kollektiv

Die Gestaltung der Montage hat für die Erzählung des Films eine entscheidende Rolle gespielt. In ihrem Vortrag beleuchten die beiden Editoren, Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer, ihr Gestaltungskonzept und den Prozess in der Arbeit zu zweit.

Video Ι Stephan Krumbiegel, Olaf Voigtländer


Andres Veiel, Sabine Gisiger, Olaf Voigtländer, Stephan Krumbiegel (v.l.n.r)

Die Montage von BEUYS

Diskussion dem Regisseur Andres Veiel und den Editoren Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer. Moderation: Sabine Gisiger.

Video Ι Andres Veiel


Karen Pearlman

Rhythmic Thinking: Svilova and Vertov’s Extended Mind

This paper looks at the collaboration between Dziga Vertov and his wife, editor, and lifelong collaborator, Elizaveta Svilova. It defines the expert, embodied processes that occur in the editing of their films as ‚editing thinking‘, and suggest that Svilova is a significantly under recognized figure in the Soviet montage era. Her contribution via editing thinking was central to Vertov’s achievements.

Video Ι Karen Pearlman


Gesa Marten

Wer spricht: Zur Erzählinstanz im Film

In der Erzähltheorie wird zwischen Autor/in und Erzähler/in unterschieden. Im Dokumentarfilm sind dies entsprechend der/die reale Filmemacher/in und ein/e filmische Erzähler/in. Aber wer ist diese Erzähler/in? Wer spricht resp. wer hat eine Stimme? Hören wir und/oder sehen wir sie? Wer zeigt die Bilder und legt Bedeutung an? Wo ist diese audiovisuelle Erzählinstanz auszumachen? Und kann der Erzähler/in eine Haltung eingeschrieben werden?

Video Ι Gesa Marten


 

Monika Willi

Schneiden, wenn der Regisseur nicht zurückkommt

Nach dem unerwarteten Tod von Michael Glawogger waren plötzlich – um es auf das Filmische zu reduzieren – 70 Stunden Material vom Balkan, aus Italien, aus Nordwest- und Westafrika herrenlos in meinem Schneideraum. Monika Willi hat es sich gewünscht und erbeten, daraus einen Film machen zu dürfen. Sie berichtet, wie sie schmerzlich die großen Unterschiede gelernt hat: Schneiden, mit und ohne Regie. Es genügt nicht, bloß eine Meinung zu haben, wenn Entscheidungen zu treffen sind.

Video Ι Monika Willi


Attila Boa, Belinda Sallin, Monika Willi (v.l.n.r)

Die Montage von Untitled

Diskussion mit Attila Boa und Monika Willi. Moderation: Belinda Sallin.

Video Ι Attila BoaMonika Willi


Matthias Leitner

Das Ende der Montage

Wie verändert sich das Erzählen von Geschichten in interaktiven Welten? Was können und müssen Filmschaffende von Games & User-Experience-Designern lernen? Warum war Aristoteles kein Game Designer und wird auch niemals einer werden?

Video Ι Matthias Leitner


Es lebe die Montage!

Schlusspodium mit Annette Brütsch, Anna Thommen und Christof Schertenleib. Moderation: Christian Iseli

Video Ι Annette Brütsch, Anna Thommen, Christof Schertenleib


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