{"id":4907,"date":"2024-02-20T14:32:27","date_gmt":"2024-02-20T14:32:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/?p=4907"},"modified":"2024-02-21T13:18:49","modified_gmt":"2024-02-21T13:18:49","slug":"traumabez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/2024\/02\/20\/traumabez\/","title":{"rendered":"Traumabezogene P\u00e4dagogik in einer &#8222;erotischen&#8220; Kunst"},"content":{"rendered":"<h5><strong>ABSTRACT by <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/2024\/01\/23\/jessica-hartley\/\">Jessica Hartley<\/a><\/strong><\/h5>\n<p>Die Schauspielerei hat mit Begehren zu tun. Schauspielende werden von der Spielfreude und der Lust am Geschichtenerz\u00e4hlen auf der B\u00fchne und auf der Leinwand angezogen. Eine gute schauspielerische Leistung ist eine k\u00f6rperliche Begegnung mit sich selbst, eine sinnliche Verbindung mit anderen und mit dem Text. F\u00fcr andere &#8222;pr\u00e4sent&#8220; zu sein, erfordert schauspielerische Verletzlichkeit und Selbstbeherrschung. Schauspieltraining bedeutet Verdoppelung, Spaltung, Fragmentierung und neue Synthesen des Selbst. Drehb\u00fccher spiegeln oft die dunklen Seiten der Menschheit wider: Konflikte, Chaos, Verzweiflung und Schmerz. Die Ph\u00e4nomenologie des Schauspielendendaseins ist gepr\u00e4gt von der sozial-epistemologischen Beziehung zum Ausdruck dunkler Emotionen, zur Befreiung von Impulsen und zum Aushalten von Opfern f\u00fcr die Anerkennung des zahlenden Publikums: Das ist es, was Schauspielende antreibt.<\/p>\n<p>In Anlehnung an Audre Lordes Beschw\u00f6rung, dass &#8222;das Erotische ein Ma\u00df zwischen den Anf\u00e4ngen unseres Selbstbewusstseins und dem Chaos unserer st\u00e4rksten Gef\u00fchle ist&#8220; (2017, S. 7), und an Susan Sontags Forderung nach einer &#8222;Erotik&#8220; der Kunst, die es uns erlaubt, &#8222;mehr zu sehen, mehr zu h\u00f6ren, mehr zu f\u00fchlen&#8220; (1964, S. 14), schlage ich vor, dass die Ausbildung von Schauspielenden das Begehren einschlie\u00dfen muss, um die &#8222;ganze&#8220; schauspielende Person nicht zu zerbrechen. Ich pl\u00e4diere f\u00fcr eine traumainformierte P\u00e4dagogik (Thompson und Carello, 2020) als einen Weg, Schauspielstudierende &#8222;willkommen&#8220; zu hei\u00dfen, und gehe davon aus, dass dieser Rahmen die sensorische \u00dcberlastung oder die Fragmentierung der Identit\u00e4t, die einige Schauspielende w\u00e4hrend oder nach ihrer Ausbildung erleben, mildern kann.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte auch drei wichtige Fragen zu unserer Verantwortung als Lehrperson stellen. Warum wollen Menschen schauspielen? Wie &#8222;f\u00fchlt&#8220; sich Schauspiel an? Und wie k\u00f6nnen wir Schauspielende ausbilden, um diese Gef\u00fchle zu verstehen, sie sicher auszudr\u00fccken und so in Einklang zu bringen, dass das Wohlbefinden aller gew\u00e4hrleistet ist?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/2024\/02\/20\/trauma-informed\/\">&gt;&gt; English Version<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ABSTRACT by Jessica Hartley Die Schauspielerei hat mit Begehren zu tun. Schauspielende werden von der Spielfreude und der Lust am Geschichtenerz\u00e4hlen auf der B\u00fchne und auf der Leinwand angezogen. Eine gute schauspielerische Leistung ist eine k\u00f6rperliche Begegnung mit sich selbst, eine sinnliche Verbindung mit anderen und mit dem Text. F\u00fcr andere &#8222;pr\u00e4sent&#8220; zu sein, erfordert &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":6337,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,6,4],"tags":[],"class_list":["post-4907","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-10","category-speakers","category-talks"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6337"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4907"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4907\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5061,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4907\/revisions\/5061"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}