{"id":6647,"date":"2026-02-03T12:49:17","date_gmt":"2026-02-03T12:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/?p=6647"},"modified":"2026-02-08T18:27:05","modified_gmt":"2026-02-08T18:27:05","slug":"abjekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/2026\/02\/03\/abjekt\/","title":{"rendered":"Von Toiletten bis zur Kanalisation: Filmische Reisen durch Ort des Abjekten"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400\"><strong>ABSTRACT BY <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/2026\/01\/20\/fpheasant-kelly\/\">FRANCIS PHEASANT-KELLY<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Es gibt einen ausgesprochen allt\u00e4glichen h\u00e4uslichen Raum, der im Film stets von besonderer Bedeutung ist: die Toilette. Dieser Raum erscheint im Kino nie ohne zwingenden narrativen Grund. Filmische Toiletten sind nahezu ausnahmslos problematische Orte \u2013 insbesondere f\u00fcr M\u00e4nner \u2013 und als R\u00e4ume des \u201eLoslassens\u201c stets mit Kontrollverlust verbunden, der wiederum eine Gef\u00e4hrdung oder Infragestellung von M\u00e4nnlichkeit impliziert. Entsprechend sind solche Szenen zwar h\u00e4ufig zentral f\u00fcr die Handlung, fungieren jedoch zugleich als Schaupl\u00e4tze von Horror, Ekel und Tod und sind, wie Ruth Barcan (2005: 8) argumentiert, \u201eschmutzige R\u00e4ume\u201c.<br \/>\nIn diesem Beitrag argumentiere ich, dass das filmische Badezimmer als Ort des Abjekten zu verstehen ist. Tats\u00e4chlich inszenieren Mainstream-Filme des US-amerikanischen Kinos Badezimmer und Toiletten immer wieder als Schaupl\u00e4tze extremer Gewalt und blutigen Todes, wie etwa in so unterschiedlichen Filmen wie The Conversation (Coppola, 1974), Crimson Peak (del Toro, 2015), Pulp Fiction (Tarantino, 1994) oder Casino Royale (Campbell, 2006). Alternativ fungieren sie als Orte grober, komischer Br\u00fcche, etwa in There\u2019s Something About Mary (Farrelly Brothers, 1998). Zwar kann die Toilette als Ort geheimer oder illegaler Handlungen dienen, doch besitzt ihr Auftreten stets einen sch\u00e4bigen Realismus, der dem Hollywoodkino seine glamour\u00f6se Aura entzieht.<br \/>\nGleichzeitig k\u00f6nnen mit der Toilette verbundene R\u00e4ume \u2013 wie Badewanne, Dusche oder Kanalisation \u2013 verwandte, aber differente Bedeutungen annehmen. In The Shawshank Redemption etwa wird die Kanalisation zum Mittel der Flucht und erm\u00f6glicht eine Wiederaneignung von Identit\u00e4t. Unabh\u00e4ngig davon weist der Raum des filmischen Badezimmers abjekte Implikationen auf: sowohl durch seine prim\u00e4ren Assoziationen mit k\u00f6rperlichem Ekel, wie j\u00fcngst in Saltburn (Fennell, 2023), als auch durch die spezifischen narrativen Ereignisse, die sich in ihm entfalten. Unter R\u00fcckgriff auf Julia Kristevas (1982) Theorie des Abjekten analysiert dieser Beitrag zentrale Szenen ausgew\u00e4hlter Filme, um diese Implikationen n\u00e4her zu diskutieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ABSTRACT BY FRANCIS PHEASANT-KELLY Es gibt einen ausgesprochen allt\u00e4glichen h\u00e4uslichen Raum, der im Film stets von besonderer Bedeutung ist: die Toilette. Dieser Raum erscheint im Kino nie ohne zwingenden narrativen Grund. Filmische Toiletten sind nahezu ausnahmslos problematische Orte \u2013 insbesondere f\u00fcr M\u00e4nner \u2013 und als R\u00e4ume des \u201eLoslassens\u201c stets mit Kontrollverlust verbunden, der wiederum eine &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":6337,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,6,4],"tags":[],"class_list":["post-6647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-11","category-speakers","category-talks"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6337"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6647"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6647\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6885,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6647\/revisions\/6885"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}