{"id":6677,"date":"2026-02-03T12:57:25","date_gmt":"2026-02-03T12:57:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/?p=6677"},"modified":"2026-02-08T18:31:06","modified_gmt":"2026-02-08T18:31:06","slug":"rahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/2026\/02\/03\/rahmen\/","title":{"rendered":"Einen Rahmen f\u00fcr das F\u00fchlen entwerfen"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400\"><strong>ABSTRACT BY <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/zfiction\/2026\/01\/20\/lf-donaldson\/\">LUCY FIFE DONALDSON<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">In diesem Vortrag verorte ich Szenenbildner<em>innen (Production Designer) als zentrales Mitglied des Filmteams, das durch gestalterische Entscheidungen die materiellen Qualit\u00e4ten eines Films pr\u00e4gt, indem es konkrete Ausformungen von Oberfl\u00e4che, Form und Raum komponiert. Die Details solcher Entscheidungen \u2013 von der Textur eines Teppichs bis zur Anordnung des Arbeitsplatzes einer Figur \u2013 steuern die sensorische Beziehung zwischen Zuschauer<\/em>in und Film. Wir erschlie\u00dfen die Fiktion mithilfe unseres Wissens \u00fcber die reale Welt sowie \u00fcber die Art der Beziehung, zu der uns der Film auffordert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Im Einklang mit der \u201efocal inversion\u201c der Konferenz, die das Allt\u00e4gliche gegen\u00fcber dem Spektakul\u00e4ren und das Vertraute gegen\u00fcber dem Au\u00dfergew\u00f6hnlichen privilegiert, konzentriert sich der Vortrag auf das B\u00fcro als Beispiel eines Raumes, der zwar reich an Texturen und gestalterischen Details ist, jedoch leicht als unauff\u00e4llig \u00fcbersehen wird. Seine neutralen oder institutionellen Oberfl\u00e4chen widersetzen sich oft einem Interesse oder einer Bedeutungszuschreibung, die \u00fcber Authentizit\u00e4t oder Kontinuit\u00e4t mit dem Alltag hinausgeht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Dar\u00fcber hinaus untersucht der Vortrag die Bedeutung der Arbeit von Szenenbildner<em>innen f\u00fcr die Formung der Beitr\u00e4ge anderer Gewerke auf unsichtbare Weise, da sie filmische Umgebungen sowohl on- als auch offscreen entwerfen. In diesem Sinne verstehe ich den \u201eFrame\u201c der Gestaltung als \u00fcber den filmischen Bildrahmen hinausgehend: als einen Rahmen, der die Arbeit der Schauspieler<\/em>innen pr\u00e4gt \u2013 etwa am Set durch deren Interaktion mit einer gebauten Umgebung, von der das Publikum nur einen kleinen Ausschnitt sieht \u2013 ebenso wie die Arbeit anderer Teammitglieder, unabh\u00e4ngig davon, ob diese Verbindungen von den Gestalter*innen selbst reflektiert werden oder nicht. Die Sounddesignerin Cecelia Hall bezeichnete das Szenenbild einmal als \u201edie Karte mit allen Hinweisen\u201c (LoBrutto, <em>Sound-on-Film<\/em>, 2004).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Meine Fallstudien, <em>All the President\u2019s Men<\/em> (Szenenbild: George Jenkins, 1976) und <em>The Assistant<\/em> (Szenenbild: Fletcher Chancey, 2019), operieren in unterschiedlichen Ma\u00dfst\u00e4ben und entwerfen B\u00fcro-R\u00e4ume, die Authentizit\u00e4t und Atmosph\u00e4re in ein sorgf\u00e4ltiges Gleichgewicht bringen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ABSTRACT BY LUCY FIFE DONALDSON In diesem Vortrag verorte ich Szenenbildnerinnen (Production Designer) als zentrales Mitglied des Filmteams, das durch gestalterische Entscheidungen die materiellen Qualit\u00e4ten eines Films pr\u00e4gt, indem es konkrete Ausformungen von Oberfl\u00e4che, Form und Raum komponiert. 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