Mögliche Räume:
– verschiedene Control Boards, viele Knöpfe, Hebel, Regler, LEDs, dazu verschiedene Bildschirme, die verschiedene Katastrophen/Szenarien abbilden, oder Gegenden überwachen.
– Eine Schlachtkammer mit Metalloberflächen, steril, leergeräumt, kaltes Licht
– eine Art Labor mit sehr vielen komplizierten Verkabelungen, und evtl offenen Stromquellen… die Kabel könnte man performativ verknüpfen, oder an einen Körper/ein Objekt anlegen.
Die Stimmung ist insgesamt ruhig, sakral, vielleicht etwas mysteriös.
Das könnte hervorgehoben werden durch einen unterliegenden Sound, nur ein elektronischer Ton, den man gar nicht so bewusst wahrnimmt, der aber wie eine Textur den Raum auflädt, so ein low frequency dunkles Grollen o.ä. Oder ein ansteigendes Wasserrauschen, nur auf der Soundebene… von angenehmem Wasserplätschern zu überwältigend-brutaler Flut
In dem Setting bewegen sich Tiere. Ein Lamm? Mehrere? Das Lamm ist einerseits das Agnus Dei, Lamm Gottes, Bild für die christliche Reinheit, kindliche Unschuld, und andererseits steht es auch für einen unbewussten inneren Anteil. Unschuld, grace, Verletzlichkeit. Auch: die unbewusste Menschheit, die gar nicht bewusst und verantwortlich handeln kann in dem überfordernden Weltgeschehen.
Biblische Parabel: Der Hirte hütet alle seine Schafe, und wenn ein Lamm fehlt, sucht er es solange, bis er es gefunden hat und trägt es auf seinen Schultern heim.
Vielleicht inszenieren wir den Raum stärker als Kapsel, als Safe space, der unberührt ist von der Apokalypse. Als Versuch, diese Unschuld, das Unberührte zu bewahren über alle Vernichtung hinaus.
zum Beispiel indem im Theaterraum dieses Lamm herumläuft, und auf einer Videoprojektion ist das „Draußen“ abgebildet (Zerstörung, Überschwemmung, Massenpanik, i dont know)
Oder eben, wie besprochen, es gibt einen Raum, der eine Gefahr birgt. Den roten Knopf, der die Atombombe auslöst, oder Starkstrom, oder spitze Gegenstände, oder ein tiefer Behälter mit Wasser… und dieses unwissende Wesen läuft da herum und könnte jeden Moment einen heftigen Stromschlag bekommen, oder den falschen Knopf berühren, oder im Wasser ertrinken… etc.
Der Vorgang wäre dabei, das als Zuschauer zu beobachten.
Das würde auch eine Art Seelenraum aufmachen, wenn der Raum so karg ist und nur ein Lamm darin herumläuft, wie ein lebendiges kleines Trauma, die personifizierte Verletzung.
Vorgang:
Ich wäre dafür, in der Bühnen-Livesituation keinen performativen Vorgang zu zeigen, abgesehen von den unberechenbaren Bewegungen des Tieres (kann auch Küken oder Kalb oä sein)
sondern einen Vorgang gegenzuschneiden auf z.B. Videoebene. Also man hat einen Screen, wo derselbe Raum gezeigt wird, oder irgendein Verknüpfungspunkt, der eingerichtet wird, da kann man interessiert verfolgen, wie ein Handgriff auf dem anderen aufbaut. Und parallel dazu besteht die fertige Situation, die da gebaut wird, jetzt schon auf der Bühne. Da hat man dann so einen zeitlichen Aufbau mit einem zeitlosen Moment verschnitten. Das Lamm war da schon immer, und wird es auch immer sein. Das hat kein Bewusstsein von zeitlicher Verortung.
Oder statt Video eine Soundebene, die sehr fein gearbeitet ist, und diesen Aufbau zu hören gibt, Sägen, Bohren, Schlachten, Bewässern, whatever.
Oder abstrakter, ansteigendes Weißes Rauschen.
Persönlicher Wunsch, bzw was ich immer schonmal ausprobieren möchte, wäre einen kleinen Chor zu haben. Vierstimmig, also ganz nüchtern, fein, dezidiert, nur ein Sopran, ein Alt, ein Tenor, ein Bass. Und die sieht man vielleicht gar nicht, sondern hört nur den Livegesang aus einem Nebenraum, ganz gedämpft, als würde man das zufällig mithören. Und die singen zum Beispiel aus Dvoraks Stabat Mater diesen Teil
„Quando corpus morietur fac ut animae donetur paradisi gloria“
Also „Wenn der Körper stirbt, mach, dass die Seele ins Paradies geleitet wird“
Nur das als Phrase, ganz pur, mehrstimmig, privat, vielleicht kaum hörbar, wie aus weiter Ferne, gar nicht für uns bestimmt.
(kann man hier ab Minute 5:18 hören: https://www.youtube.com/watch?v=_Xc_pI4KBPM nur eben mit nur vier Sängern, also es wäre viel kleiner und zarter)
und hier unrelated:





