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Was sind epistemische Bilder?

Bild und Erkenntnis

Bild und Visualisierung sind zentrale Bestandteile vieler Forschungsprozesse und Wissenproduktionen. Das Symposium setzt den Fokus auf denjenigen Bilder und Visualisierungsprozesse, welche für die jeweilige Disziplin neue Erkenntnisse liefern.

Die wohl bekannteste Visualisierung in diesem Zusammenhang ist die Fotoserie des galoppierenden Pferdes von Eadweard Muybridge1. Durch neuste Techniken der Fotografie konnte Muybridge anhand seiner Bilder erstmals beweisen, dass das Pferd im Galopp(-gang) während eines kurzen Augenblicks keinen Huf auf den Boden setzt. Ein solches Aha-Erlebnis macht epistemische Bilder aus:

1    Muybridge, Eadweard, 1881, The attitude of animals in motion.

Diese Bilder generieren einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und weisen die Eigenschaft auf, in einer „spezifischen Weise als wahr verstanden zu werden“2. Dadurch positionieren sie sich im Bereich der Wissensgenerierung. Unabhängig davon, ob eine Abbildung technisch generiert oder ästhetisch konstruiert ist, verhelfen sie als Bestandteil unserer Sehkultur3 spezifische neue Sachverhalte und neue Zusammenhänge zu erkennen. Betrachtet man die Wissenschaftsgeschichte, stellen derartige Bilder zentrale Angelpunkte dar, an welchen sich neue Erkenntnisse und wissenschaftliche Fortschritte manifestieren lassen.4

2    Nohr, Rolf F. 2014. Nützliche Bilder. Braunschweig/Münster: LIT Verlag. S. 15.
3    Der Begriff Sehkultur wurde durch Svetlana Aplers (1985) geprägt.
       Vgl. Nohr, S. 35 ff.

4    Rolf F. Nohr führt in seinem Buch „Nützliche Bilder“ verschiedene Beispiele
     
aus der Geschichte auf. U.A. Die Entdeckung der Doppelhelix-Struktur
     
der DNA. Vgl Nohr, S. 16.

The Horse in Motion. Eadweard Muybridge, 1872, Fotoserie und Illustration.


The moon considered as a planet, a world, and a satellite. Nasmyth, James, 1808-1890; Carpenter, James, 1840-1899.