These 3 | Auslösende Momente

Jeder dialogische Prozess braucht  auslösende Momente, an die sich eigene Erfahrungen, Erinnerungen, Einfälle heften können.

Der menschliche Geist will sich in einer räumlichen Situation verorten. Wir lieben es, Verbindungen zwischen unterschiedlichen Wirklichkeiten herzustellen, wir lassen uns von jedem ‚Kubikzentimeter Möglichkeit’ (Carlos Castañeda) anregen, wir suchen geradezu nach Dingen, die uns an etwas erinnern, uns Brücken schlagen lassen zu Erfahrungen und Bildern aus Wissensarchiven, die dem jeweiligen Ort nicht unmittelbar zugehören. So kommt es zu wechselnden Kooperationen mit den ‚hard facts’ einer gegebenen Situation. Je nachdem treten materielle oder immaterielle, historische oder aktuelle, reale oder imaginierte Momente in den Vordergrund. Uns interessieren die Auslöser für solche dialogischen Prozesse.

Wechsel der Wahrnehmungsbedingungen
Schatten, Insekten, Geräusche in der Nacht | Nachts Die Nacht macht, dass man sich anders im Raum bewegt. Das Raumgefühl ist ein ganz anderes. Am Tag sehe ich: aha, das ist Wasser. In der Nacht wird man mutiger, so dass man weitergeht. Die Nacht macht auch, dass die zwei Ebenen gleichwertig werden. Die eine ist hart, die andere ist weich. | Das Schöne an der Nacht Das finde ich schön in der Nacht, dass man Dinge sieht, die man am Tag nicht wahrnehmen kann. | Judith Albert | Nationalquai Gedanken sind Volumen Gedanken sind für mich Volumen, wie Pflanzen oder Bäume, wachsende Skulpturen. | Niklaus Lenherr | Terrasse Hochhaus Eichhof Refugien | Roger Diener | Migrosbau Hertensteinstrasse Das Gewöhnliche gehört zur Magie Das Gewöhnliche gehört immer zur Magie. Es gibt die notwendige Langeweile, die Monotonie als absolute Folie. Das ist auch eine Qualität dieser Architektur, dass sie ausgesprochen langweilige Seiten hat. Eine Stadt hat auch eine Rückseite. Es ist wichtig, dass ein Auftritt nicht nur wie Disneyland von einem Knalleffekt zum nächsten springt, dass es Momente gibt, wo das Auge sich ausruhen kann. | Schwarz | *Keine klassische Fassade | *Negation eines Volumens | Stanislaus von Moos | KKL Menschen aus über 70 Nationen | Jede Nation hat ihren Ort | Meter weiter eine andere Welt Es ist wirklich so an dieser Strasse, zwei Meter weiter und man ist in einer anderen Welt. | Mit Bildern Sprachbarrieren überwinden | Gegen Sprachverwirrung | Robert Müller | BaBel *Genuss der Leere | *Alltagsverschwendung Atmosphäre hat immer auch mit dem Leerraum zu tun, der einen mit anderen verbindet. | Valentin Groebner | Seebad Laufende Zuschauer | Ausnahmsweise allein | Platz haben | Valentin Groebner | Bourbaki-Panorama Wie das Wetter | Plötzlich leere Strassen | Valentin Groebner | Giftshop Casagrande *Refraction, Reflection | *Terms under Construction: Affect, Effect, Reflection | *Echoing Spheres | Lie and Look | Atmosphere belongs to a specific element | *Stage and Presence | *Staging the Everyday After eleven o’clock or midnight everything disappears again, the lights are switched off, the visitors are sleeping, and the building returns to be part of the city and is not basically asking to be looked at. | Radiance of the Hotel | Marc Angélil | Sarah Graham | The Hotel *Assoziationsgeschehen | Vom Liegen und Schauen | *Imagination | Raum und Objekt | Paolo Bianchi | The Hotel Schwarze Höhle, stillgestellte Zeit | *Stills: eingefangene Momente | Spielraum der Imagination | *Von aussen nach innen inszeniert | Einladung zum Dialog | *Präsenz, Absenz | Thea Brejzek | The Hotel *Erotisches Spiegelkabinett | *Theatralische Positionen: Die Decke im Blick | Wenn Luzern hereinrieselt | Raumklangdesign im Kinosaal | Akustisches ‚Tunen’ | *Heimatklänge | *Tag- und Nachteindrücke | Fred van der Kooij | The Hotel

Spuren | Betonung
Alte Spuren im Holz | Georg Carlen | Seebad Spuren vergangener Sitten | Spuren nicht verwischen | So entsteht Architektur | Christoph Luchsinger | Max Bosshard | Seebad Getönter Raum | Raumgreifende Architektur | Paolo Bianchi | The Hotel *Die verspiegelte Zimmertür | *Was kocht, was ist kalt? | Thea Brejzek | The Hotel *Die Erzeuger von Atmosphären | Fred van der Kooij | The Hotel

Original | Authentizität
Denkmalpflegerisch betrachtet | Georg Carlen | Seebad *Unsichtbar | *Erzeugte Geschichte | *Nachvergrössern | Valentin Groebner | Seebad *Heimatklänge | Fred van der Kooij | The Hotel

Auratisierung | Stigmatisierung
Tolstoj hätte … | Georg Carlen | Seebad Unsagbares | Orte mit Ausstrahlung | Das Strahlen von Orten und Wegen | Irma Ineichen | Nationalquai Ein Ort der Hochgefühle | Im Postfach versammelt sich die Welt | Judith Stamm | Postfach Kribbeln Da oben, sieht ja aus wie Giacometti. Da stellt man sich sofort die Frage: Ist das Herr Giacometti? | Ursula Stalder | Café de Ville *In Schwärmen | *Das Glitzern der Dinge | Was tickt | Valentin Groebner | Giftshop Casagrande *Die Erzeuger von Atmosphären | Fred van der Kooij | The Hotel

Schwellenerfahrung | Entgrenzung
What’s bad in there? | Roman+Bruno | Seebad Einheitliches Antlitz | Christoph Luchsinger | Max Bosshard | Seebad *Assoziationsgeschehen | Lokalisieren Ich glaube nicht, dass Atmosphären Körperbegrenzungen einhalten. Wie das in Atmosphäre enthaltene Wort sphärisch andeutet, zirkuliert da geistige freie Energie. Das sich durch den Raum, durch die Materie Entfaltende. Dieses ‚durch‘ ist das Stichwort, das massgebend ist für Atmosphären. Atmosphäre hält sich nicht an Einzäunungen. Und ist deshalb eben nicht lokalisierbar. | Unbestimmbarkeit | Paolo Bianchi | The Hotel *Was kocht, was ist kalt? | Thea Brejzek | The Hotel

Das Sichtbare und Unsichtbare, das Vorher und Nachher
*Dieser Ort hat etwas Flüchtiges Ich laufe zuweilen durch die Gänge und sehe plötzlich Leute vor mir, die eigentlich gar nicht mehr da sind. Generationen, die in diesen Räumen unterwegs sind. | Jürg Stadelmann | Kantonsschule Das Überraschende ist dahin Die persönlichen Dinge, die kommen jetzt übers Mail. Das Gefühl, das mich beim Postfach jeweils getragen hat, von meiner Wohnung dahin, trägt mich jetzt am Morgen – ich sage jetzt mal vom Bett zum Computer. | Judith Stamm | Postfach Die Kraft vom Gotthard | Reuss-Schwimmen | Andy Raeber | Jonas Raeber | Reusswehr *Ort eines intensiven Schauspiels | *Espace indicible, unsagbarer Raum | Stanislaus von Moos | Reusswehr *Kern des Atmosphärischen | Valentin Groebner | Seebad *Stills: eingefangene Momente Ich versuche, einem eingefangenen Moment eine Vorgeschichte, eine Nachgeschichte hinzuzufügen. Wenn ich mich einbeziehe, werde ich zum Akteur hier in diesem Zimmer mit dem Filmstill. Oder zum Voyeur der ungeheuren Sorte, indem ich ein Filmstill viele Stunden lang in unterschiedlichen Beleuchtungen bei unterschiedlichen Aktivitäten betrachte. Und sehe ich dadurch Dinge, die der Filmzuschauer gar nicht sieht, weil der Film ja immer weiterläuft? | Thea Brejzek | The Hotel *Die Erzeuger von Atmosphären | Fred van der Kooij | The Hotel

Dimension, physische Kraft
Schiere Grösse regt auf! | Hochhäuser provozieren Die einen halten diese Bauform für eine Ghettoisierung, für Silobauten, Architektenträume oder Fürze. Andere sind fast euphorisch und rühmen den Fortschritt. Für einige sind Hochhäuser Luxuswohnorte nur für bestimmte Leute – für Reiche, auch ein Extrem. Das Extrem der Bauform führt zu Extremen in der Reaktion oder in der Wahrnehmung. | Damit die Berge nicht erschlagen werden | Daniele Marques | Stadionprojekt Allmend *Ort eines intensiven Schauspiels | Stanislaus von Moos | Reusswehr

Legendäre Orte
Das legendäre Gasthaus | Drehscheibe der Arbeiterkultur | Strassenverbreiterung | Revolverbütti, Schmuddelkino Wenige Zeit später hat es dann den Namen „Madeleine“ erhalten, und es war immer das einzige Kino in der Schweiz mit diesem Namen. Für die einen die Revolverbütti, weil sie Western oder Indianerfilme im Doppelpack gesehen haben Samstag für Samstag, für die anderen später Sex-Kino. So kann man Etappen der Ausstrahlung festlegen: Schmuddel-Image, dann die Phase, wo die Zensur gemeint hat, sie müsse eingreifen, dann die grosse Zeit der Western und Cowboy-Filme und später die Sexfilmzeit. | Urs Häner | BaBel *Stadtphysiognomisch ein Schlüsselort | Stanislaus von Moos | Reusswehr *Nie nur Auge | *Kern des Atmosphärischen | *Mitaufgeführtes Bühnenstück | Valentin Groebner | Seebad

Kleine Dinge, die einen anspringen
Schreiende Blesshühner Geräusche tragen ja zur Atmosphäre bei. Wir hören hier den Wasserschlag ans Ufer, an die Holzpfosten. Wir hören, wie die Vorhänge sich im Wind bewegen, wir hören da und dort ein Metallteil, das an ein anderes schlägt. Wir hören Blesshühner, die hier hereinschwimmen und sich gern balgen. | Georg Carlen | Seebad Die kleinen Dinge, die mich anspringen | Irma Ineichen | Nationalquai *Was für einen Ort zählt | Judith Albert | Nationalquai Vor dem Bahnhof den Koffer abstellen Ankommen von einer Reise mit dem Reisegepäck. Aus dem Bahnhof an die Schifflände gehen, hinten beim KKL das Gepäck abstellen, die Kleider von sich werfen und in den See springen. | Niklaus Lenherr | Terrasse Hochhaus Eichhof Was in unsere Hand passt | Valentin Groebner | Giftshop Casagrande

Inszenierungen
Künstlich inszenieren? | Austausch des Ortes Wenn man alle Einzelelemente auflisten, auseinandernehmen und an einem anderen Ort wieder zusammenbauen würde, wäre die Atmosphäre dieselbe? | Exklusiv, ausgrenzend | Eine Haltung, ein Machtanspruch | Nicht nur auf eine Art erleben | Ursula Stalder | Café de Ville Herstellung von Gemütszuständen | Stanislaus von Moos | KKL *Unsichtbar | *Erzeugte Geschichte | *Nachvergrössern | Valentin Groebner | Seebad *Das Magische | Produktion von Überraschung | Valentin Groebner | Giftshop Casagrande *Visuelle Überwältigung Was ich im Moment sehe, ist überdimensioniert. Es lädt ein, entdeckt zu werden, andererseits ist es eine visuelle Überwältigungsstrategie. Wie wäre es, könnte ich das Bild wechseln? Dann wäre ich nicht Teil einer Inszenierung, in die ich per Ausgabe des Zimmerschlüssels hineininszeniert wäre, sondern könnte meine eigene Inszenierung hier beginnen. | Das Grosse ist übergross, das Kleine sehr klein | Die emotionale Temperatur des Raumes Wenn ich von einer Temperaturänderung im Raum spreche, meine ich nicht die Celsius-Temperatur im Raum, sondern eine Art emotionale oder dramatische Temperatur, die steigen und fallen kann und durch die verschiedenen Temperaturzustände verschiedene Energien freisetzt. | Provokationen setzen | Thea Brejzek | The Hotel Über die Produktion von Atmosphäre mit filmischen Mitteln | Das Wetter im Film | Das Aufladen eines Raumes mit Geschichte Sobald wir in einer Erzählung sind, in einem Film, sind wir in eine Geschichte verstrickt. Wir können in ein Zimmer kommen, von dem wir wissen, was dort geschehen ist. Oder wir ahnen, was da geschehen ist. Man betritt einen Raum, und dadurch kommt – wenn wir uns selbst als Resonanzkörper einer Stimmungslage betrachten – ein Resonanzkörper in einen anderen Resonanzkörper hinein. | Stimmungssprünge | *Filmarchitektur als Stimmungsraum | *Heimatklänge | Fred van der Kooij | The Hotel

Was im Alltag wirksam wird
Wie schnell ein Weiss ein hässliches Weiss ist! | Architektur muss im Alltag funktionieren | Daniele Marques | Stadionprojekt Allmend Helle Winter, dunkle Sommer | Georg Anderhub | Nationalquai Luft | Duft | Irma Ineichen | Nationalquai Das vielfältige Leben Den Begriff Atmosphäre gibt es nicht in der Planung, aber für mich ist Atmosphäre in einem Quartier, in einer Stadt das vielfältige Leben. | Nicht die Stadt sagt, wo es langgeht | Veränderungen vom Quartier aus denken | Keine Vertreibungspolitik! | Mark Ineichen | BaBel Entrümpeln, ausmisten, klären | Ferienduft, Bahndammlärm Das Spezielle an diesem Quartier sind die unterschiedlichen Zonen, die in diesem kleinen Raum zu finden sind: Zonen, die Ruhe ausstrahlen, nach Ferien riechen. Dann diese Strasse, die extrem belebt ist. Allerlei kommt da zusammen. Eine unglaubliche Dichte. Und der dritte Raum, das Schluchtartige dieser Strasse … | Robert Müller | BaBel *Geniale Manipulation | Stanislaus von Moos | KKL *Terms under Construction: Affect, Effect, Reflection | Marc Angélil | Sarah Graham | The Hotel *Assoziationsgeschehen | Paolo Bianchi | The Hotel *Was kocht, was ist kalt? | Thea Brejzek | The Hotel

Blickregie
Zweierlei Blickregie | Daniele Marques | Stadionprojekt Allmend Blickdimensionen | Jürg Stadelmann | Kantonsschule Der Himmel im Deckenausschnitt | Unten Guckkastenbühne, oben Panorama | Christoph Luchsinger | Max Bosshard | Seebad Ein Ort, die Stadt zu lesen | Verwundete Stadtgebiete | Fokussierung des Blicks | Niklaus Lenherr | Terrasse Hochhaus Eichhof *Kern des Atmosphärischen | Valentin Groebner | Seebad Privilegierte Beobachterposition | Ausgesetzt sein | Verloren im Bild | Valentin Groebner | Bourbaki-Panorama

Auffällige räumliche Konstellationen
Körperbewegungen in der Formensprache | Der Raum hört nicht auf | Daniele Marques | Stadionprojekt Allmend Sehen und gesehen werden | Vor den Kabinen: Bühnen | Korridore ins Dunkel, verdeckte Raumbezüge | Geheimnisvolle Filter Und dann diese Vorhänge. Auch so ein Element, das zugleich verdeckt und Einblicke zulässt. Und wenn’s ein bisschen windet, sieht man vielleicht, wie sich jemand umzieht. Ein Filter, der Geheimnisvolles vermuten lässt. | Der Schritt aus der Kabine: ein Auftritt | Etwas Voyeuristisches | Voyeuristisches, verkörpert in einem Bauelement | Christoph Luchsinger | Max Bosshard | Seebad *Säkulare Analogie | Fragile Nachbarschaft | Fassaden im Dialog | Der ausgespielte Kontrast | Blickperspektiven, Stadträume | Vorweggenommene Alterung | Roger Diener | Migrosbau Hertensteinstrasse *Nie nur Auge | *Kern des Atmosphärischen | Valentin Groebner | Seebad *Nichtberührbarkeit | *Nicht berühren! | Valentin Groebner | Bourbaki-Panorama Organe des Sich-Zeigens | Paolo Bianchi | The Hotel *Von aussen nach innen inszeniert | Einladung zum Dialog | *Präsenz, Absenz | Thea Brejzek | The Hotel *Erotisches Spiegelkabinett | *Räume wie Gefühle? | Fred van der Kooij | The Hotel

Wo fast nichts passiert: Leerstellen
Gerüche, Geräusche Leider kann ich Gerüche und Geräusche nicht fotografieren. Das fehlt, wenn ich die Atmosphäre eines Ortes darstellen will. Deswegen fehlt Fotografien – sie mögen noch so gut sein – immer etwas, sei es ein Geruch, der Nebel, die Geräusche vom entfernten Autoverkehr. | Atmosphärisches, Ereignishaftes | Auf und ab | Und nichts passiert | Georg Anderhub | Nationalquai Menschenleer | Mario Gerteis | Gaswerkareal Ein leerer Raum öffnet die Sinne Ein leerer Raum, an dem man sich nicht sofort die Nase wundstösst, öffnet die Sinne. | Niklaus Lenherr | Terrasse Hochhaus Eichhof Refugien | Roger Diener | Migrosbau Hertensteinstrasse *Bedrohliche Ruhe | Stanislaus von Moos | Reusswehr Leicht theatralisch | *Genuss der Leere | *Alltagsverschwendung | Valentin Groebner | Seebad Echoing Spheres | Marc Angélil | Sarah Graham | The Hotel Mit Gerüchen arbeiten | Dialog und In-between Es braucht einen Dialograum, einen Schwingungsraum, damit sich eine Atmosphäre entfalten kann. Und dieses in-between der Atmosphäre eröffnet den sogenannten dritten Raum. | Paolo Bianchi | The Hotel *Aus der Zeit fallen | Thea Brejzek | The Hotel

Nahtstellen / Phantastisches Zusammenwirken
Phantastischer Zusammenklang von Alt und Neu | Zusammenspiel historischer und neuer Materialien | Der Festsaal thront auf der Anlieferungsrampe | Im Untergrund auf der Drehscheibe | Unterirdischer Wendekreis | Ungewöhnliche Perspektiven | Urbane Nahtstellen | Georg Carlen | Hotel Schweizerhof Von überall nach Genua | Judith Albert | Nationalquai Für Frauen und Männer getrennte Welten | Von aussen etwas mysteriös Es liegt im Wesen solcher Kastenbadeanstalten, dass sie etwas mysteriös wirken von aussen. Man weiss nicht, was hier geschieht im Innern. Man muss über die Brücke, durch einen Eingang hinein, innen entfaltet sich eine andere Welt. | Das Sonnendeck als Bühne | Das Seebad als Verwandlungsmaschine | Freiheit und Abschottung | Eine pragmatische und atmosphärische Maschine Auf der einen Seite ist das Seebad eine funktionale Maschine, sehr pragmatisch und sehr rationell. Auf der anderen Seite eine atmosphärische Maschine, die dieses Sehen-Gesehenwerden räumlich interpretiert, das Sich-Zurückziehen, Schauen, Sich-Verstecken, Auf-Sich-Zeigen in allen seinen Abstufungen räumlich interpretiert. | Christoph Luchsinger | Max Bosshard | Seebad Überraschender Befund … dass man plötzlich vor einer Situation steht, die man geschaffen hat, die man so jedoch nie hätte entwerfen wollen oder entwerfen können. | *Säkulare Analogie | Fragile Nachbarschaft | Fassaden im Dialog | Der ausgespielte Kontrast | Blickperspektiven, Stadträume | Roger Diener | Migrosbau Hertensteinstrasse Geschichten und Zeiten | Kreuzungspunkte | Ein Zwischending | Ein Ort zum Ideen-Entwickeln | Dichtes Nebeneinander | Das Aussen hereinlassen | Ursula Stalder | Café de Ville Gebannt hinschauen Dass etwas extrem Vertrautes mit etwas extrem Überraschendem zusammenkommt. Und dass aus diesem Spannungsfeld etwas entsteht, das einen fasziniert, das man immer wieder anschauen muss. Eine Situation, die einen in den Bann schlägt. | Hollywood-Effekt Ein Stück Erdoberfläche auf diese Weise in eine Art Bilderrahmen gepresst, der nicht, wie seit Alberti, vertikal an der Wand hängt und durch das Geviert des Holzrahmens begrenzt ist, sondern etwas, das von oben kommt – eine metallisch spiegelnde Fläche und auf diese Weise in einer nicht konventionellen Art und Weise ein landschaftliches Feld definiert, das man nicht erkennt, indem man durch das Feld hindurchsieht, sondern indem man in dem Feld eine Spiegelung sieht. | *Geniale Manipulation | Stanislaus von Moos | KKL *Refraction, Reflection | *Stage and Presence | *Staging the Everyday | Marc Angélil | Sarah Graham | The Hotel Bühne und Präsenz The Hotel ist ja schon ein Theater, die Gestaltung des ground floor eine Art Schaufenster als Durchblick auf eine Gesellschaft. | Gesten der Architektur | Hinter Glas | Die Fassade als Ort des Dialogs | Fassade: Haut mit Ritzungen | Paolo Bianchi | The Hotel *Von aussen nach innen inszeniert | Einladung zum Dialog | *Präsenz, Absenz | Thea Brejzek | The Hotel Magie der Bilder: Die Deckenbilder von aussen | *Wie im Stundenhotel | *Damen im Fenster | Fred van der Kooij | The Hotel

Zusammenspiel: Architektur / Raum / Wetter / Topographie
Das Liebliche und das Dramatische | Wie Architektur Geräusche und Farben zur Geltung bringt In einem Seebad ist man Wind und Wetter ausgesetzt. Der See ist bewegt, auch im Innern des Bades bewegt sich das Wasser leichter als im See draussen. Das Wasser hat hier eine grünlich-gelbe Farbe, während es im See draussen ganz blau ist. Der Ort wird mit der Architektur des Seebads aufgenommen. | Georg Carlen | Seebad Raum, der mir entgegenkommt | Wolkenbilder | Dräuendes | Wenn der Raum verschwindet | Irma Ineichen | Nationalquai Atmosphäre eines besonderen Bautypus | Der atmosphärische Kern des Seebades Die grossartige Landschaft, die Fläche des Sees, die Alpenkulisse – das ist der Grossraum, in den hinein dieser sehr introvertierte Raum gestellt ist. Die Spannung entsteht, weil man in einen praktisch geschlossenen Bau hineinkommt. Von innen her erlebt man die Landschaft auf eine völlig andere Art. Mit gerahmten Ausschnitten. Wenn man aufs Dach geht, diese riesige Weite. Das ist der Kern. Typologie und Atmosphäre entstehen aus dieser Spannung heraus. | Berührt Architektur? | Unter den Füssen und vor den Augen | Zweierlei Wassergeräusche | Meteorologische Stimmungen, von unten ins Bild steigend | Landschaften ins Bild bringen | Christoph Luchsinger | Max Bosshard Seebad Special Effects der Architektur | Provoziert, intensiver hinzuschauen | Eine eigene Poesie Es ist eine Art Gestus des Sich-Einfügens in die kulturelle Topographie des Ortes. (…) Mit dieser Horizontalen ist ein Bezug zur Stadt und zum See – es ist ja eigentlich eine Spiegelung des Sees – gegeben, eine Verklammerung mit dem Ort, die ihre eigene Poesie hat. | Gegenläufiges auf engstem Raum | *Ort eines intensiven Schauspiels Nicht in diesem statischen, malerischen Sinn von einem schönen Bild, sondern von einem unglaublichen Geschehen, das sehr intensiv ist mit diesen Wassermassen, die mit einer unglaublichen Wucht durch diese Schneise hinunterdrängen, unter diesen Brückenbögen hindurch, an diesen gotischen Pfeilern vorbei. Als Schauspiel sehr intensiv, als Vorstellung von Gewicht und einer Masse, die sich da hinunterwälzt. Und wenn man dann noch weiss, dass das die Masse und das Gewicht eines Sees ist, der beträchtliche Dimensionen hat! Irgendwo gerät dieser statische Zustand des Sees in einen anderen Aggregatzustand. Wird Drama, wird Gefahr, bekommt etwas ungemein Bedrohliches. | Stanislaus von Moos | KKL

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