Thomas Schlup unterwegs im Toni-Areal

Der Kulturpublizistik-Student Thomas Schlup nutzt ein freies Mentorat für Foto-Arbeiten auf dem Campus Toni. Leitern gehören zum festen Bestandteil der ZHdK, scheint es. Oder des Toni-Areal?

Thomas Schlup unterwegs im Toni-Areal

Der Kulturpublizistik-Student Thomas Schlup nutzt ein freies Mentorat für Foto-Arbeiten auf dem Campus Toni. Dieses Mal im Fokus: für e suubers Toni.

Thomas Schlup unterwegs im Toni-Areal

Nach nur einem 3/4 Jahr im Toni nimmt man die Kilometer an Kabel kaum mehr wahr – Grund genug, sie in den Fokus zu rücken. Der Kulturpublizistik-Student Thomas Schlup nutzt ein freies Mentorat für Foto-Arbeiten auf dem Campus Toni.

Noch mehr Kameras

Seit letzter Woche sind im Toni-Areal ein paar Kameras mehr dazugekommen: Die Beobachtung der Beobachtung. Niklas Luhmann wäre selig.

Nachtrag der Redaktion: Die Urheberin der Werke ist Isabelle Simmen, Studentin ZHdK.

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Into the Wild»

Die letzte Arbeit, die in dieser Reihe vorgestellt wird, stammt von Christian Indergand. Ganz generell verspürte der Propädeutikums-Student nach dem Einzug ins Toni-Areal den starken Drang, aus dem Betonkasten ausbrechen zu müssen. «Mit dem Auftrag unserer Dozenten, das Toni-Areal zu thematisieren, ging ich diesem Wunsch ganz intuitiv nach: Ich fuhr in mein Heimatdorf im Kanton Uri, bin zwei Tage lang durch den heimatlichen Wald gestreift und habe die Atmosphäre in mich aufgenommen.» Er fotografierte die ihm so vertraute Waldstimmung, doch ins Toni zurückgekehrt merkte er, dass ihn die Zweidimensionalität des Waldes auf seinen Fotos nicht befriedigte und er «den Wald nicht ins Toni holen konnte».

Es war inmitten der Nacht, als er plötzlich die Idee hatte, die Bilder mit dem Beamer an die Wand zu werfen. «Und mit einem Mal ging alles von selbst: Ich baute all das, was das Foto nicht zeigte, an, um dem Wald so dreidimensional wie möglich abzubilden und das Gefühl von Wald auch wirklich herzustellen.» Er griff auf ausgestopfte Tiere, Stühle, Tische und Kabel zurück – und zwei Nächte später war seine Arbeit fertig. Die Arbeit beinhaltet drei Ebenen: Die Bildebene des tatsächlichen Fotodrucks, den Raum und die Projektion.

Seit der Verwirklichung dieses Projekts ist Christian Indergand mit dem Toni «total versöhnt»: «Ich konnte bei Nacht und Nebel arbeiten, die Ausstattung und Räume nutzen. Das ist wirklich beeindruckend.» Der gelernte Bauzeichner hatte sich zunächst in ein Wirtschaftsstudium verirrt und abgebrochen – seit er das Propädeutikum macht, hat er seine Orientierung wieder: «Fotografie in Kombination mit Installation fasziniert mich am meisten».

 

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni

Das Toni-Areal ist ein Kaninchen

Ein Rundgang durch das Toni-Areal mit der „Visually Similar Images“-Suchfunktion von Google. (Ja, bebildert wäre dieser Beitrag schöner, aber so was geht aus Bildrechtegründen nur in den etwas weniger wohlgeordneten Ecken des Internets.)

Das Toni-Areal von hinten sieht aus wie die Wüste von Arizona mit Kaktus oder ein Kaninchen mit Rüebli.

Von der Seite bei Nacht sieht es aus wie der Grand Teton National Park.

Wenn ich die Rampe nachts fotografiere, sieht sie aus wie Need for Speed.

Wenn jemand anders die Rampe nachts fotografiert, sieht sie aus wie ein Autounfall, der Straßenmarkt in Luang Prabang, oder wie Weihnachten.

Auf dem Dach sieht es aus wie am Gardasee.

Im Treppenhaus sieht es aus wie in sehr vielen Hotelzimmern.

Paolo Bianchi und die Hyperaura sehen aus wie eine Crime Scene Unit.

Der Toni-Areal-USB-Stick ist eine sowjetische Nähmaschine.

Von Rost und Moos

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Der Umzug in das neue Haus liegt nun einige Zeit zurück, die Stimmung wirkt, als sei die Installationsphase abgeschlossen. Der Glanz des Neuen vermischt sich mehr und mehr mit Spuren des Gebrauchs: das Toni-Areal wird genutzt, umgenutzt, nicht genutzt und abgenutzt. Ebenso wie die Nutzung selbst Spuren hinterlässt, tun es die Bewohner und Gäste des Toni-Areals. Selbst die Natur ist mit von der Partie. Von Rost und Moos, vom Spielen und Bespielen …

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Fotografien (ohne Titel)»

Dass Daniel Schmid sein Projekt im Propädeutikums-Bereich Bild ablegen konnte, kam dem passionierten Hobbyfotografen gelegen. Den Auftakt seiner Serie machte das Fotos 04: «Es sieht ja sehr unwirklich aus. Das Abgebildete wirkt so fremdartig – ich hatte nicht damit gerechnet, so etwas bei meinem Blick durch die Linse zu entdecken.» Und so wurde die Suche nach dem Unwirklichen leitgebend. «Oft erkennt man fast nicht, was es ist und dass es sich bei dem Gezeigten um das Toni-Areal handelt. Bild 15 ist ein gutes Beispiel – das sind die Probebühnen …» Am schwersten fiel ihm, eine Auswahl aus den 415 entstandenen Bildern zu treffen.

Für sein weiteres Studium zieht er Fotografie oder den Bachelor of Arts in Kunst und Design in Betracht: «Wenn es klappt, würde ich es vorziehen, an der ZHdK zu bleiben.»

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni
Arbeiten anderer Propädeutikum-Studierender:
Die Tonis
Begegnungen im Toni-Areal
Mit dem zweiten Blick
Spiegelungen – Figuren – Ebenen
Into Toni

 

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Mit dem zweiten Blick»

Hannah Grüningers Fotografie-Arbeit trägt den Titel «Mit dem zweiten Blick» (schwarz-weiss, DIN A3). Diese Arbeit ist innerhalb des Fachbereichs Bild entstanden, doch sie zauderte lange mit der Entscheidung zwischen Fotografie und Illustration – Techniken, für die sich gleichermassen begeistern kann. «Irgendwann realisierte ich, dass ich immer Fotografien vor dem geistigen Auge hatte, wenn ich das Thema visualisierte.» Auch Hannah Grüninger findet am Toni-Areal vor allem die Strukturen reizvoll: «Ich wollte die Spiegelungen, die Transparenz festhalten. Mir war schnell klar, dass ich analog und mit Doppelbelichtungen arbeiten will, um diesen Effekt herauszuarbeiten.»

Für die Bilder 1,2,6 und 7 machte sie jeweils eine erste Aufnahme von ihrem Motiv: statt den Film dann weiterzuspulen drehte sie Kamera um ein paar Grad und machte eine zweite Aufnahme von demselben Motiv. Für die Bilder 3,4,5,8 und 9 verfolgte sie eine andere Strategie: sie schoss einen ersten Film vom Campus Toni und machte sich dabei lediglich Notizen davon, ob es sich um einen Innen- oder Aussenansicht sowie um ein Hoch- oder Querformat handelte. Dann spulte sie den Film zurück, spannte ihn neu ein und begab sich an den alten Standort des Propädeutikums. «Fotografie zeigt ja immer einen Ausschnitt aus dem Realen – ich wundere mich, wie die Fotos dennoch so surreal anmuten …» Hannah Grüninger will Fotografie studieren und bewirbt sich für einen Studienplatz in Lausanne und Zürich.

Bild 01


Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni
Arbeiten anderer Propädeutikum-Studierender:
Spiegelungen – Figuren – Ebenen
Into Toni

 

Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni

«Thematisiert den Campus Toni!». So lautete die Aufgabenstellung an die Studierenden des Gestalterischen Propädeutikums für das Schlussprojekt in ihrem zweiten Semester. Im zweiten Semester können die Schnupper-Studierenden die von ihnen angestrebte Studienrichtung vertiefen – und so stammt die Auswahl von Arbeiten, von denen hier wöchentlich zwei gezeigt werden, aus den Bereichen Bild, Objekt/Raum, Visuelle Kommunikation, Film/Foto sowie Digitale Medien. Die Studierenden stellten ihre Arbeiten binnen vier Wochen fertig.