Archive


 

May 8, 2019

Artur Żmijewski (Warsaw)

GLIMPSE

Screening and Talk

The screening shows his most recent film “Glimpse” (2016-17). “Glimpse” evolves around four European both legal and illegal refugee camps. The cinematic style reminds us of the propaganda and ethnographic films of the past. People are filmed in a direct and unrelenting mode without any sound, in black-and-white and on 16mm format. Based on the screening, we will discuss his cinematic style, staging methods, collaborations with protagonists and how, if at all, he renders questionable the knowledge of the ‘other’.

Screening and Talk will held in English.

Artur Żmjewski (*1966) is a visual artist, filmmaker and photographer. He studied at the Academy of Fine Arts, Warsaw, in the Department of Sculpture (1990-1995). He is internationally known for setting up scenarios that investigate and challenge participants’ and audiences’ attitudes and beliefs and therefore remind us about how fragile our moral standards tend to be. The ‘strangeness’ of the seemingly familiar ordinary body is inter alia one of his major themes.

www.widewalls.ch/artist/artur-zmijewski/

www.iffr.com/en/persons/artur-żmijewski


March 26, 2019

Heidrun Holzfeind

THE TIME IS NOW.

Heidrun Holzfeind beschäftigt sich in ihren Filmen, Fotos und Skulpturen seit vielen Jahren mit der Frage wie Architektur im Alltag und als sozialer Raum funktioniert. Ihre Arbeit befragt immanente architektonische und soziale Utopien und lotet die Grenze zwischen Geschichte und Identität, zwischen individuellen Geschichten und den politischen Narrativen der Gegenwart aus. In ihren ebenso gut recherchierten wie poetisch umgesetzten Untersuchungen widmet sie sich beispielweise den utopischen Versprechen modernistischer Bauwerke wie der Internationalen Werkbundsiedlung in Wien (forms in relation to life, 2014) und Mies van der Rohes Wohntürmen in Newark (Colonnade Park, 2011) oder auch alternativen Lebenskonzepten abseits der Konsumgesellschaft (Never Neverland, 2014 und The Auroville Project, 2017-18 mit Christoph Draeger). Ihr dokumentarischer Ansatz zielt darauf ab, den Geschichten und Reflektionen der Befragten viel Raum zu bieten und diese in historische, politische und gesellschaftliche Kontexte einzubinden.

Die neue Filminstallation the time is now. portraitiert das schamanistische Improvisationsduo IRO (Toshio und Shizuko Orimo). Die japanischen Experimentalmusiker arbeiten seit 1981 zusammen. Ihre Musik, ihr Aktivismus in der Friedens- und Anti-nuklearbewegung sowie ihre anti-kommerzieller und freigeistiger Lebensstil sind Ausdruck einer animistischen und pantheistischen Weltanschauung, die sich vehement der Moderne und jeglicher Kommerzialisierung widersetzt. Ihre Musik und ihr Weltbild verknüpft Holzfeind mit den gebauten Ideen des Inter-Universitären Seminarhauses von Takamasa Yosizaka, das 1965 in Hachioji, Tokyo errichtet wurde. Die Architektur der Anlage ist charakteristisch für Yosizakas Theorie der „diskontinuierlichen Einheit“, die darauf abzielt, die vielen widersprüchlichen Elemente der Gesellschaft in Einklang zu bringen.

www.heidrunholzfeind.com


 

March 5, 2019

Uriel Orlow

Zürich/London

Camera Dialogues – Screening und Talk mit Uriel Orlow, Bärbel Küster und Barbara Preisig

Uriel Orlow arbeitet multidisziplinär, forschungs- und prozessorientiert mit Film, Fotografie, Zeichnung und Ton. Seine Filme, Lecture Performances und modularen, multimedialen Installationen konzentrieren sich auf bestimmte Orte und Mikrogeschichten und verschränken unterschiedliche Bildregime und Erzählweisen miteinander. Orlow beschäftigt sich mit den Überresten des Kolonialismus, räumlichen Manifestationen von Erinnerung, blinden Flecken der Repräsentation und Formen der Verfolgung.

An ausgewählten Filmausschnitten der letzten 10 Jahre wird Orlow verschiedene Strategien und Rituale der Kamera diskutieren, die es ihm ermöglichen, sich zu positionieren, Repräsentationsformen aufzudecken und über die Kamera mit Orten und anderen Menschen in einen Dialog zu treten. Orlows Arbeit werden vom Anliegen geleiten, die Gefilmten an der Produktion von Bedeutung teilnehmen zu lassen. In all diesen Fällen steht das Ereignis des Filmens im Vordergrund, das Filmen wird zur performativen Geste. Das Screening findet in deutscher Sprache statt.

English

Uriel Orlow’s practice is research-based, process-oriented and multi-disciplinary including film, photography, drawing and sound. He is known for single screen film works, lecture performances and modular, multi-media installations that focus on specific locations and micro-histories and bring different image-regimes and narrative modes into correspondence. His work is concerned with residues of colonialism, spatial manifestations of memory, blind spots of representation and forms of haunting.
Through excerpts from films from the last 10 years, Orlow will discuss different strategies and rituals of the camera that allow him to position himself, expose mechanisms of representation and use the camera to produce a dialogue with both a place and other people. Some of the concerns guiding his work are about the ways the filmed can participate in the production of meaning. In all these cases the event of filming is somehow foreground and filming itself becomes a performative gesture. The screening will take place in German.

www.urielorlow.net


 

January 27, 2019

Laura Coppens

Filmemacherin, Kuratorin und Kulturanthropologin, Bern/Berlin

Die Kunst des filmischen Beobachtens im anthropologischen Film «Taste of Hope»

Die filmische Arbeit „Taste of Hope“ entstand zwischen 2016 und 2018 im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts. Im Mittelpunkt des beobachtenden Dokumentarfilms steht eine von Arbeiter*innen selbstverwaltete Teeverpackungsfabrik in Südfrankreich. Nach 1336 Tagen erfolgreichen Widerstands gegen den Unilever-Konzern, der die profitable Fabrik schliessen und nach Polen verlegen wollte, befinden sich die Arbeiter*innen nun in einem neuen Konflikt: Die Aushandlung idealistischer Hoffnungen innerhalb des kapitalistischen Marktes. Mit ethnografischen Blick dokumentiert die visuelle Anthropologin den täglichen Kampf um das ökonomische und moralische Überleben der Kooperative. Entstanden ist eine filmische Ethnografie, die auf einer klassischen Feldforschung basiert, sich in der filmischen Umsetzung jedoch ebenso an künstlerisch-dokumentarischen Praktiken orientiert. Wir zeigen Ausschnitte des eben fertiggestellten Films „Taste of Hope“ und diskutieren mit Laura Coppens über Vor- und Nachteile des filmischen Mediums in der anthropologischen Forschung. Das Gespräch findet in deutsch statt und wird moderiert von Barbara Preisig.

Laura Coppens ist eine Anthropologin, Filmemacherin und Kuratorin aus Berlin. Seit August 2014 arbeitet sie als Assistentin mit Schwerpunkt Medienanthropologie am Institut für Sozialanthropologie an der Universität Bern. Von 2009-2012 war sie Doktorandin am Universitären Forschungsschwerpunkt „Asien und Europa“ der Universität Zürich und promovierte mit ihrer Arbeit über Filmaktivismus im post-autorirären Indonesien. Der Dokumentarfilm „Taste of Hope“ ist Ergebnis des Early Postdoc.Mobility Forschungsprojekts „The Worker’s Economy of Hope: Autogestion and Affective Politics in Contemporary France”.

mehr Informationen:

www.tasteofhope-film.comwww.lauracoppens.com


 

January 17, 2019

Michael Oppitz

Ethnologe und Filmemacher, Berlin

«Wort gegen Bild» – Wechselbeziehungen zweier Medien in der Beschreibung fremder Welten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit der Entdeckung der Neuen Welt waren es nicht allein schriftliche Berichte, welche der europäischen Öffentlichkeit die bis dahin weißen Flecken auf der Karte Amerikas ausmalten. Gleich von Anfang an kamen auch bildliche Darstellungen in Umlauf, die den Daheimgebliebenen von der Fremde eine Vorstellung verschafften. Mal bestätigten die Bilder, wovon die geschriebenen Texte erzählten; mal ergänzten sie diese; mal widersprachen sie ihnen; mal ließen die Bilder die Betrachter ohne Erklärungen allein; mal entbehrten die schriftlichen Berichte einer bildlichen Bereicherung. Die Wechselbeziehungen beider Mitteilungsformen bestimmten unsere Kenntnisnahme der Neuen Welt. Es sind fünfhundert Jahre einer doppelten Geschichte: einer auf dem geschriebenen Wort basierenden Ethnographie und einer – bislang ungeschriebenen – Visuellen Anthropologie. Der Vortrag ruft einzelne Beispiele dieser langen Wechselbeziehung ins Gedächtnis.


 

December 17, 2018

Lorenzo Tripodi
ogino:knauss collective Berlin

Urbanist und Filmemacher, Berlin

Urbiquity. Situated practice in contested spaces and the awkward body of the author.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Urbiquity is a transmedia project exploring how modern urban periphery regenerates from its ashes as a territory of possibility and creative imagination. It is a reflection on the new hybrid urban condition where the constrictions of locality are simultaneously exceeded and exacerbated by digital technologies and networks. The project combines participative research, documentary and fiction narrative to experiment innovative visual languages and publication formats. Drawing on the experience and methodology matured by the ogino:knauss collective in the exploration of marginal spaces, the lecture will focus on contradictions and dilemmas of the art / research practice in contested spaces and claim the need for a critical ecology of image production.

more informations:

www.tesserae.eu | vimeo.com/tesserae


 

June 6, 2018

Zheng Mahler

Royce Ng and Daisy Bisenieks

Artist collectiv, Hong Kong

Zheng Mahler will approach the topic of working with the camera at the interface between art and ethnography by constructing completely virtual ethnographic spaces in Deep Water (2017) where the lens is in fact a completely de-materialized digital one as a possibility for transcending the art/science, reality/fiction dichotomies.

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September 26, 2018

Goran Galić und Gian-Reto Gredig

„Ma Biće Bolje“ und „Put Mira“ – Dokumentarismen zwischen Kunst und Wissenschaft.

Das Künstlerduo Goran Galić und Gian-Reto Gredig wird in seinem Vortrag die Arbeiten „Ma Biće Bolje“ und „Put Mira – Die Erinnerungslandschaft Bosnien und Herzegowinas“ vorstellen und miteinander vergleichen.

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