Das Gewicht der Wände und die Leere der Räume: Inszenierung von Gedächtnisverlust in “Vortex” und “Der Vater”

Abstract by Birgit Glombitza & UTE HOLL

Dieses Panel untersucht die Spannung zwischen unspektakulärem alltäglichem Production Design und seiner metaphorischen Mobilisierung in filmischen Darstellungen von Demenz.
Ausgehend von The Father (Florian Zeller, 2020) und Vortex (Gaspar Noé, 2021) analysieren zwei Filmwissenschaftlerinnen, wie gewöhnliche Wohnräume genutzt werden, um kognitiven Verfall räumlich darzustellen. Beide Filme spielen in vertrauten Wohnungen, die zunächst neutral und psychologisch bewohnbar erscheinen. In The Father untergraben subtile räumliche Verschiebungen und Akte der Subtraktion die Kontinuität und Orientierung; in Vortex materialisieren Anhäufungen und Unordnung die Erinnerung als bedrückende Last. In beiden Fällen wirkt das Production Design metaphorisch, während es gleichzeitig in realistischen, alltäglichen Umgebungen verankert bleibt.

Das Panel fragt, ob diese metaphorische Ambition die Nonchalance des Alltags beeinträchtigt. Bleibt das Alltägliche gewöhnlich, wenn es mit einer konzeptuellen Bedeutung aufgeladen wird, oder wird es rückblickend als Design lesbar? Mit dieser Frage lotet die Diskussion die Grenzen der Metapher innerhalb des realistischen Production Designs aus und reflektiert über den fragilen Status des Alltäglichen im zeitgenössischen Kino.