Gold Made of Straw: Ein Gespräch über “unsichtbares” Production

Wir – die Production Designerinnen Reinhild Blaschke, Silke Fischer und Beatrice Schultz – treffen uns zu einem Gespräch, um eine gemeinsame, aber weitgehend unausgesprochene Praxis im deutschen Kino und in europäischen Koproduktionen seit Anfang der 2000er Jahre nachzuzeichnen. Obwohl wir uns nicht kannten, wurden wir wiederholt von denselben Autorenfilmern eingeladen, Welten zu erschaffen, die überhaupt nicht konstruiert wirken sollten: gewöhnliche Räume, die vertraut, plausibel, fast unbemerkt wirken sollten – und doch präzise für die Fiktion komponiert waren.

Unser Dialog dreht sich um diese Spannung. Wir sprechen über konstruierte Authentizität, über Kompositionen, die sich selbst verbergen müssen, über das Arbeiten mit Knappheit statt mit Überfluss. Ist die Ästhetik des Unspektakulären eine Folge geringer Budgets oder eine bewusste Haltung? Wie gestalten wir Räume, in denen Bilder ohne Spektakel entstehen können? Welche Rolle spielen dabei Recherche, Kommunikation, die Zusammenarbeit mit Regie und Kamera sowie das produktive Potenzial des Zufalls?

Durch gegenseitiges Hinterfragen unserer eigenen Arbeit nähern wir uns dem Production Design als einer Praxis subtiler Entscheidungen – wo das Alltägliche bedeutungsvoll wird und Stroh manchmal zu Gold wird.