ABSTRACT BY FABIENNE LIPTAY
Der Vortrag nährt sich dem Production Design von Filmen aus einer konzeptuellen Perspektive. Wie lassen sich das «Gewöhnliche» und das «Unscheinbare» im Blick auf die Filmgeschichte konturieren und voneinander unterscheiden? In welchem Verhältnis stehen sie einerseits zu dem, was Carlo Ginzburg das «Indizienparadigma» nannte, das Spurenlesen in den Dingen, wonach alles bedeutsam ist, auch das kleinste Detail, und andererseits zu dem, was Roland Barthes als «Realitätseffekt» bezeichnete, wonach nichts bedeutsam ist über seine blosse Beziehung zur Wirklichkeit hinaus? Am Beispiel von Arbeiten von Omer Fast geht der Vortrag dabei auch der Frage nach, in welchem Verhältnis Dinge und Körper, die als gewöhnlich oder unscheinbar erscheinen, und unter welchen Bedingungen sie, wenn wir nicht hinschauen, ein Eigenleben führen.