ABSTRACT BY Gina Dellagiacoma
In meinem Vortrag befasse ich mich mit der filmischen Inszenierung und Gestaltung privater und häuslicher Räume in feministischen Filmen aus der Schweiz (1970–95). Mich interessiert, wie die Filmemacherinnen nicht nur die binäre Raumordnung kritisierten («das Private ist politisch»), sondern auch ein komplexeres Verständnis von geschlechtsspezifischen Räumen schufen. Dabei achte ich besonders darauf, wie Küchen oder Wohnzimmer auch als potenzielle Räume für feministische Emanzipation und Kollektivität sichtbar werden. In meinem Vortrag betrachte ich eine Reihe von fiktionalen und semi-fiktionalen Filmen wie Il valore della donna è il suo silenzio (Gertrud Pinkus, 1980) oder Noch führen die Wege an der Angst vorbei (Margrit Bürer/Kristin Wirthensohn, 1988). Darüber hinaus blicke ich über die Leinwand hinaus und beschäftige mich mit historischen Quellen, um über die Rolle privater Räume wie Küchen und Wohnzimmer in den Netzwerken und Organisationen früher feministischer Filmemacherinnen in der Schweiz nachzudenken.