The Cinematic Home / Das filmische Zuhause

ABSTract by Jane Barnwell

Dieser Vortrag untersucht das Konzept des filmischen Zuhauses als gestalteten, narrativ aktiven und emotional ausdrucksstarken Raum in Film und Fernsehen. Auf der Grundlage von Forschungsergebnissen aus „Production Design & The Cinematic Home“ (2022) wird argumentiert, dass Wohnräume keine neutralen Kulissen sind, sondern wichtige Mittel der Erzählung, durch die Charaktere, Erinnerungen, Klassen, Geschlechter und Psychologie vermittelt werden. Das Papier stellt das Production Design als narrative Disziplin in den Vordergrund und verwendet die Visual Concept Analysis, eine Methodik, die die Entwicklung visueller Ideen über Drehbuch, Recherche, Setbau, Farbe, Textur und Requisiten hinweg nachzeichnet und Design als intentional und konzeptgetrieben behandelt. Durch eine genaue Textanalyse, die sich auf Interviews mit Production Designern stützt, zeigt der Vortrag, wie Häuser auf der Leinwand innere Zustände nach außen tragen und soziale Bedeutung kodieren. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Erinnerungen, dem gelebten Raum und der geschlechtsspezifischen Dynamik von Wohnräumen sowie den Unterschieden zwischen filmischen und fernsehtauglichen Häusern gewidmet. Letztendlich definiert der Vortrag das Production Design neu als eine zentrale Erzählpraxis, die durch den Raum emotionale Wahrheit konstruiert.