Schwerer Abschied

Wie hört man denn mit einem Blog auf, Kathrin Passig? «Ach, man schreibt einfach immer seltener und irgendwann dann gar nicht mehr», hat sie uns Redaktorinnen vor Weihnachten geantwortet. Wir durchkreuzen ihren Abschied-auf-Raten insofern, als wir hier unausweichlich festhalten: Kathrin Passigs Zeit an der ZHdK ist zu Ende und wir bedauern das sehr. Wenn wir davon ausgehen, dass sie anderswo so intensiv beschäftigt ist, wie sie es während ihres viermonatigen Aufenthalts am Campus Toni war, dann stellen wir uns darauf ein: Sie wird uns wohl schnell, schnell vergessen haben, während wir sie hier sehr, sehr vermissen werden.

Wir danken ihr für ihren humorvollen Ton, ihre erheiternden Tweets und ihren überraschenden Blick. Sie erzählt in diesen Formaten soviel über das Toni-Areal und seine Bewohner wie über sich selbst: ihre Neugierde, ihre Spontaneität, ihre Produktivität und Unermüdlichkeit. Wir danken ihr für die detailgetreue Widergabe der O-Töne anderer Leute, mit deren Länge sie uns Lesern zwar einiges zugemutet haben mag, uns aber auch nicht bevormundet hat. Wir danken ihr für die Dokumentation dessen, was im Rückblick einmal als «Zeitgeschichte des Toni-Areals» gelten kann. Auch möchten wir an dieser Stelle noch einmal die rasche Entwicklung ästhetischer Aspekte ihrer Fotografie würdigen. Wir sind so frei, das der Assimilation mit der Kunsthochschule zuzuschreiben.

Zuletzt soll das am häufigsten gehörte Zitat von Kathrin dokumentiert sein: «Oh, Mann, jetzt hast Du gerade so etwas Wichtiges gesagt und ich habe meine Handy wieder nicht schnell genug aus der Tasche holen können, um das aufzunehmen …»

Ein schwacher Trost: Kathrin Passig wird im Frühjahr noch für den einen oder anderen Spezialeinsatz ans Toni-Areal kommen. Aber weil man sie dann vermutlich so selten erwischt wie bisher: Liebe Kathrin, wir wünschen Dir alles Gute.