Ein Beitrag von Nadja Müller und Gabriel Bach (BA Design, Interaction Design)

Was wäre das Toni ohne die Lichthöfe? Eine dunkle Höhle. Laut der Architekten sind diese Öffnungen genau dazu da, dem entgegenzuwirken. Für viele bedeuten die Lichthöfe noch mehr als Licht: Die Innenhöfe sind Begegnungszone für viele Studierende und Mitarbeitende. Im Innenhof vor den Räumlichkeiten der Interaction Designer und der Cast-Studierenden hat diese Aneignung sehr ausgeprägt stattgefunden. Es wird Pingpong gespielt, geraucht oder die eine oder andere Party gefeiert.

Der Lichthof erstreckt sich kaskadenartig über drei Ebenen und wenn man über die Interaction Design-Ebene hinausschaut, bemerkt man auf dem untersten und kleinsten Innenhof einen gigantischen Spiegel. Kaum jemand weiss jedoch, was es damit auf sich hat. Die Vorstellungskraft der Studenten liefert dazu verschiedenste, interessante Theorien. Ob er nun dazu dient, die Awesomeness der da arbeitenden Fotografie-Studenten abzubilden oder nur, um die unteren Räume zu erleuchten? Niemand weiss es mit Sicherheit.

Der Zusammenzug dutzender verschiedener ZHdK-Standorte auf den gemeinsamen Toni-Campus hat viele Veränderungen mit sich gebracht. Für Bruno Oberhänsli leider auch negative.
 Bruno war bis zu seinem Ruhestand Mitarbeiter der internen Ausleihe der Vertiefung Fotografie, ein guter Gesprächspartner und so etwas wie die Seele der Vertiefung. Am früheren Standort am Sihlquai hatte er ein grosses Büro mit schöner Aussicht, doch seit dem Umzug ins Toni-Areal war Bruno nicht mehr glücklich mit seinem Arbeitsplatz. Trotz des Innenhofs direkt vor seinem Fenster konnte er doch nicht einmal den Himmel sehen.

Davon erfährt auch Piero Good, ein Student der Vertiefung Fotografie. «Ich überlegte erst scherzhaft, dann ernsthaft, wie man das Problem lösen könnte.» Per Zufall findet er einen Alurahmen, der mit einer Spiegelfolie bezogen ist. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion, oder besser einer Sonntagsaktion, schaffen er und drei Freunde den Spiegel in den Innenhof. Das Weihnachts-, Abschieds- und auch Freundschaftsgeschenk bringt Bruno Oberhänsli für seine letzten Wochen im Toni den Himmel wieder ins Büro. Seit einiger Zeit ist Bruno Oberhänsli nun pensioniert. Doch der Spiegel bleibt und erfreut den Rest des Teams auch weiterhin.

Der «Spiegel zum Himmel»

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Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Blockseminars «Arbeitsweisen und Arbeitswelten im Toni» für BA-Studierende am Departement Design.