Arbeiten aus dem Propädeutikum: «180°»

Zwar hatte die Redaktion dieses Blogs Christian Indergands Propädeutikums-Projekt als das letzte aus dieser Serie deklariert – doch nun erreichte uns noch ein Nachzügler-Projekt, das hier ebenfalls gezeigt werden soll.

Als Marian Cramm ans Toni kam, war sie insbesondere von der Dachterrasse und ihrem Panorama mit den Bauten, Türmen und Turmspitzen beeindruckt. «Vielleicht rührt das Interesse an historischen Bauten und Architektur von den sechs Monaten Kunstgeschichts-Studium, das dem Propädeutikum vorausging. Schnell war klar: es soll ein Panorama-Guide werden!» Sie nahm einen Platz an der Ostseite ein, fotografierte den Ausblick und setzte die einzelnen Fotos am Computer zusammen. Was nicht im pdf, sondern nur an den Original-Prospekten (insgesamt gibt es drei) zu sehen ist: Marian Cramm hat das Panoramafoto auf transparentem Papier ausgedruckt und die Kolorierung der Bauten auf der Rückseite des Transparents vorgenommen. «Technisch kein Hexenwerk – ich habe alles mit dem Campusdrucker drucken können!» Auch inhaltlich spielt sie mit weiteren Ebenen, indem sie drei unterschiedliche Linien einsetzt, die die gezeigten Häuser und Türme in drei Epochen aufteilen.

Wenn das Propädeutikum in Kürze vorbei ist, wird sich Marian Cramm für ein Studium in Visueller Kommunikation bewerben.

 

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni

 

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Into the Wild»

Die letzte Arbeit, die in dieser Reihe vorgestellt wird, stammt von Christian Indergand. Ganz generell verspürte der Propädeutikums-Student nach dem Einzug ins Toni-Areal den starken Drang, aus dem Betonkasten ausbrechen zu müssen. «Mit dem Auftrag unserer Dozenten, das Toni-Areal zu thematisieren, ging ich diesem Wunsch ganz intuitiv nach: Ich fuhr in mein Heimatdorf im Kanton Uri, bin zwei Tage lang durch den heimatlichen Wald gestreift und habe die Atmosphäre in mich aufgenommen.» Er fotografierte die ihm so vertraute Waldstimmung, doch ins Toni zurückgekehrt merkte er, dass ihn die Zweidimensionalität des Waldes auf seinen Fotos nicht befriedigte und er «den Wald nicht ins Toni holen konnte».

Es war inmitten der Nacht, als er plötzlich die Idee hatte, die Bilder mit dem Beamer an die Wand zu werfen. «Und mit einem Mal ging alles von selbst: Ich baute all das, was das Foto nicht zeigte, an, um dem Wald so dreidimensional wie möglich abzubilden und das Gefühl von Wald auch wirklich herzustellen.» Er griff auf ausgestopfte Tiere, Stühle, Tische und Kabel zurück – und zwei Nächte später war seine Arbeit fertig. Die Arbeit beinhaltet drei Ebenen: Die Bildebene des tatsächlichen Fotodrucks, den Raum und die Projektion.

Seit der Verwirklichung dieses Projekts ist Christian Indergand mit dem Toni «total versöhnt»: «Ich konnte bei Nacht und Nebel arbeiten, die Ausstattung und Räume nutzen. Das ist wirklich beeindruckend.» Der gelernte Bauzeichner hatte sich zunächst in ein Wirtschaftsstudium verirrt und abgebrochen – seit er das Propädeutikum macht, hat er seine Orientierung wieder: «Fotografie in Kombination mit Installation fasziniert mich am meisten».

 

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Tonis Eigenart»

Noch bevor Marina Marjanovic wusste, ob sie ihre Projekt-Aufgabe, das Toni-Areal zu thematisieren, malen, zeichnen oder fotografieren wollte, schaute sich ihren Gegenstand genauer an: Was zunächst nichts als grau anmutete, legte plötzlich Ecken, Muster und Farben frei, die vielleicht gerade deshalb so auffallend, bunt und schön hervorstachen, weil der Rest grau war. «Mir war klar, dass Fotografie am geeignetsten wäre, um meine Wahrnehmungen so unverfälscht wie möglich einzufangen.» Das persönliche Toni-Highlight der Propädeutikums-Studierenden und Hobby-Fotografin ist dabei die pinke Wendeltreppe nahe der Eingangshalle. «Aber nicht nur die knalligen Farben der in unterschiedlich gestalteten Toiletten, der orangen Tische im 6. Stock, des grünen Kaskadenturms und des pinken Kino-Foyers faszinieren mich, sondern auch die Strukturen, welche die Decken, die Lampen, die Wände freilegen. Und genau darin zeigt sich die Einzigartigkeit vom Toni und all das, worin sich das Gebäude von anderen Gebäuden unterscheidet, oder nicht?!

Die Macherin des Print-Produkts «Tonis Eigenart» will Grafikdesign oder Visuelle Kommunikation studieren. Sie kommt ursprünglich aus der Fachrichtung Wirtschaft und geniesst die Vielfältigkeit des Angebots in ihrem Vorstudium, will sich hierbei vor allem das Handwerkszeug für die Aufnahmeverfahren aneignen.

 

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Tonis Pflanzenwelt»

Sina Oberholzer hat ihr Propädeutikums-Projekt im Bereich Bild dazu genutzt, um sich mit der Technik des detailgenauen Abzeichnens vertraut zu machen: «Kein anderer Gegenstand im Toni hat sich besser dafür angeboten als die Pflanzen auf der Dachterrasse – obwohl ich mit Botanik sonst nichts am Hut habe.» So entstanden die Detailzeichnungen im Format A4 mit Bleistift, Aquarell und Tintenroller. Wie schon ihrer Kommilitonin Flavia Korner fiel es Sina Oberholzer leichter, mit Fotografien der Gegenstände zu arbeiten: «Das Zeichnen vor Ort war schwierig, weil meine Objekte durch Wind, Licht und Schatten einer ständigen Veränderung unterworfen waren …»

Sina Oberholzer, die sich eher als Hobbyzeichnerin versteht, wird sich an der ZHdK für den Studiengang BA Vermittlung von Kunst und Design bewerben.

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni

 

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Tonis Tanz»

Florence Schreibers Arbeit aus dem Propädeutikums-Bereich Bild widmet sich dem Tanz am Toni-Campus. Die Studierende, die nebenberuflich selbst Ballett und Modern Dance tanzt , fand «den Gegensatz der dünnen, filigranen Tänzer zum klobigen Toni» auf Anhieb reizvoll für die künstlerische Auseinandersetzung. Florence Schreiber hat sich in den Tanzunterricht setzen dürfen und zunächst viel abgezeichnet. «Im ersten Schritt habe ich Körperstudien [Bilder 8–12] auf DIN A3-Format angefertigt, um zu lernen, wie man Fuss und Haltung der Tanzenden stimmig setzt.» Erst dann entstand die Idee zu den Kalligrafischen Arbeiten (DIN A4, Bilder 1–7): «Ich wollte mich noch intensiver mit dem Thema Bewegung auseinandersetzen und merkte, dass Kalligrafie die passende Technik für die feinen Bewegungen und eine Darstellung dieser dekorativen Sportart ist. Der Pinselstrich bringt die Bewegung ins Bild.»

Florence Schreiber fasziniert sich für Theater, Tanz und das Gestalterische gleichermassen und hat im Propädeutikum für sich herausfinden können, dass sie in einem Szenografie-Studium die drei Interessen auf ideale Weise kombinieren könnte.

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Baustellen im Toni-Areal»

Die Propädeutikum-Studierende Flavia Korner hat ihrer Arbeit den Titel «Baustellen im Toni-Areal» gegeben. Die DIN A5-Zeichnungen sind mit schwarzem Kugelschreiber angefertigt – ein neues Medium für Flavia Korner, die eher mit Bleistiftzeichnungen vertraut ist. Ihre Zeichnungen zeigen fast schon Vergessenes: unterschiedliche Stadien bestimmter Baustellen innerhalb des Toni-Areals. «Als wir ins Toni eingezogen sind, gab es noch viele Baustellen. Ich fand es interessant, in meinen Bildern etwas festzuhalten, was wenige Wochen oder Tage später weg sein würde. Ich habe mir dann vier verschiedene Motive ausgesucht und diese Orte einmal pro Woche über vier Wochen hinweg besucht und fotografiert. Dabei habe ich meinen Standort jedes Mal nur minimal verändert.» Diese kleinen Verschiebungen der Perspektive vermitteln sich auch auf den Bild-Paaren und öffnen jeweils ein neues Sichtfeld.

Ihre Zeichnungen hat sie auf Basis der Fotografien angefertigt. Ein Vorgehen, das sich – anders bei Objekten wie Menschen, Tieren und Pflanzen – für die Darstellung von Dreidimensionalität anbietet, da auf den Fotos Schatten und Linien viel kontrastierter hervortreten. «Jedes Motiv hatte seine eigene 3-D-Herausforderung: einmal war es die Signaletik, dann eine Wand, ein anderes Mal eine Säule …»

Flavia Korner wird sich an der ZHdK und in Luzern für den Studiengang Scientific Visualization bewerben.

 

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni
Arbeiten anderer Propädeutikum-Studierender:
How to Toni
Auf den zweiten Blick
Wenn uns Fenster verwirren
Fotografien (ohne Titel)
Die Tonis
Begegnungen im Toni-Areal
Mit dem zweiten Blick
Spiegelungen – Figuren – Ebenen
Into Toni

 

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «How to Toni»

Alex Spoerndlis Arbeit «How to Toni» (DIN A5) stammt aus dem Propädeutikums-Bereich Visuelle Kommunikation. Die Entscheidung für «Viskom» fiel ihm leicht, da er bereits erste Arbeitserfahrung in Werbeagenturen und als selbstständiger Grafiker sammeln konnte. «Mir war zudem schnell klar, dass ich Werbeplakate entwerfen will, die etwas Fiktionales und Unwirkliches bewerben. Ich fragte mich: Welchen Aktivitäten kann man im Toni-Areal nachgehen? Die Idee mit der Kinowerbung kam mir als Erstes in den Sinn – die Inspiration für die anderen Plakate ergab sich dann daraus. Ich hatte am Ende viel mehr Ideen als ich praktisch umsetzen konnte …»

Während das «Rampenrennen» innerhalb von 15 Minuten im Kasten war, nahm er für das «Rauchen-Plakat» ein paar konzeptionelle Umwege in Kauf: «Raucherwerbung ist ja verboten in der Schweiz und ich sollte mich schon an reale Machbarkeits-Bedingungen halten. Ich konnte keine rauchende Person abbilden, dann kam mir die Idee mit den Brandschutzmeldern.»

Für Alex Spoerndli brachte das Propädeutikum Klarheit: Er glaubte lange, Visuelle Kommunikation studieren zu wollen, hat nun jedoch für sich herausfinden können, dass der Studiengang Cast / Audiovisuelle Medien seine Affinität für Technik und für das Praktische am besten trifft.

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni
Arbeiten anderer Propädeutikum-Studierender:
Auf den zweiten Blick
Wenn uns Fenster verwirren
Fotografien (ohne Titel)
Die Tonis
Begegnungen im Toni-Areal
Mit dem zweiten Blick
Spiegelungen – Figuren – Ebenen
Into Toni

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Auf den zweiten Blick»

A.s Arbeit aus dem Propädeutikums-Bereich Bild trägt den Titel «Auf den zweiten Blick» (DIN A4). Der Umgang mit Tusche war eine neue Erfahrung für sie: «Bisher habe ich immer einfache Strichzeichnungen mit dem Bleistift gemacht. Für dieses Projekt wollte ich mich einmal an das Zeichnen mit einem permanenten Medium wie Tusche herantasten.»

Ganz intuitiv zeichnete sie zunächst architektonische Elemente des Toni-Areals in verschiedenen Perspektiven, bald jedoch merkte sie, dass es sie nicht ausreichend reizte, rein technisch-architektonische Abbildungen zu erstellen. «Also versuchte im zweiten Schritt, das Gebäude mit seinen Bewohnern zu kombinieren … Ich wollte das tägliche Leben einfangen.» So zeigen die Motive die Tramhaltestelle (1), die Kaskade (2), die Mensa (3), den Arbeitsraum der Studierenden in Animation (4), die Eingangshalle (5), eine Ecke in der Nähe der Ausleihe (6) und die Bahn. «Immer aber mischt sich in meinen Bildern Fiktion unter die realen Orte».

Für A. fühlt sich der neue Ort sehr viel mehr nach einer Kunsthochschule an als die ehemalige Niederlassung des Propädeutikums. Sie profitiert nicht nur von den grosszügigen Räumlichkeiten und der guten Ausstattung, sondern auch von der Nachbarschaft zu anderen Departementen: «Man läuft sich leicht über den Weg, kommt schnell ins Gespräch und ausserdem kann ich mir einen viel besseren Eindruck verschaffen von dem, was die anderen so tun!» Das hilft ihr bei ihrer aktuellen Entscheidung über das zukünftige Studienfach: Scientific Visualization, Fine Arts oder ein Anknüpfen an ihre alten Studienfächer Archäologie und Anthropologie.

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni
Arbeiten anderer Propädeutikum-Studierender:
Wenn uns Fenster verwirren
Fotografien (ohne Titel)
Die Tonis
Begegnungen im Toni-Areal
Mit dem zweiten Blick
Spiegelungen – Figuren – Ebenen
Into Toni

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Wenn uns Fenster verwirren»

Auch die Propädeutikums-Studierende Coralie Spätig hat sich für eine Arbeit im Bereich Bild entschieden. «Wenn uns Fenster verwirren» besteht aus elf Aquarellen und 8 Bleistiftzeichnung im DIN A4-Format. «Bei einem Rundgang ist mir aufgefallen, dass es ungewöhnlich viele Spiegelungen im Toni-Areal gibt, sowohl innen als auch aussen.» Weil Coralie Spätig sich beschränken wollte und musste, entschied sie sich dafür, lediglich von aussen aufs Toni zu gucken. «Die Auswahl von vier Bildern für den Toniblog zeigt jeweils eine andere Perspektive: Von ganz nah, von weit weg …»

Zwar hat sie schon durch ihre gestalterische Matura reichlich Erfahrung mit der Aquarelltechnik – die Abbildung von Spiegelungen jedoch war ein ganz neues Thema. «Zu Beginn des Malprozesses zeichnete ich immer alles ganz detailliert von den Fotos ab, die ich zuvor von den Spiegelungen aufgenommen hatte. Aber das ist nicht so lebendig geworden. Dann bin ich dem Rat meiner Dozenten gefolgt und habe direkt vor Ort gezeichnet. Das war eine tolle Erfahrung! Da erst habe ich gemerkt, dass ich Dinge im Bild weglassen darf. Und mit einem Mal konnte man auf meinen Aquarellen viel besser erkennen, was hinter und was vor der Spiegelung liegt.»

Coralie Spätig geniesst den Umstand, sich im Propädeutikum voll und ganz auf die Kunst konzentrieren und eigene Schwerpunkte setzen zu können. So gut, dass sie fest vorhat, sie für das Studienfach Scientific Visualization zu bewerben.

 

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni
Arbeiten anderer Propädeutikum-Studierender:
Fotografien (ohne Titel)
Die Tonis
Begegnungen im Toni-Areal
Mit dem zweiten Blick
Spiegelungen – Figuren – Ebenen
Into Toni

Arbeiten aus dem Propädeutikum: «Fotografien (ohne Titel)»

Dass Daniel Schmid sein Projekt im Propädeutikums-Bereich Bild ablegen konnte, kam dem passionierten Hobbyfotografen gelegen. Den Auftakt seiner Serie machte das Fotos 04: «Es sieht ja sehr unwirklich aus. Das Abgebildete wirkt so fremdartig – ich hatte nicht damit gerechnet, so etwas bei meinem Blick durch die Linse zu entdecken.» Und so wurde die Suche nach dem Unwirklichen leitgebend. «Oft erkennt man fast nicht, was es ist und dass es sich bei dem Gezeigten um das Toni-Areal handelt. Bild 15 ist ein gutes Beispiel – das sind die Probebühnen …» Am schwersten fiel ihm, eine Auswahl aus den 415 entstandenen Bildern zu treffen.

Für sein weiteres Studium zieht er Fotografie oder den Bachelor of Arts in Kunst und Design in Betracht: «Wenn es klappt, würde ich es vorziehen, an der ZHdK zu bleiben.»

Zum Hintergrund: Studierende aus dem Propädeutikum thematisieren den Campus Toni
Arbeiten anderer Propädeutikum-Studierender:
Die Tonis
Begegnungen im Toni-Areal
Mit dem zweiten Blick
Spiegelungen – Figuren – Ebenen
Into Toni

 

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