Luzern

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Luzerner Psychiatrie (lups.ch), Klinik St. Urban

Die Kantonale Irren- Heil- und Pflegeanstalt St. Urban wurde 1873 im ehemaligen Zisterzienserkloster eröffnet. Das Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet und war zu einem imposanten Barockbau erweitert worden. 1848 wurde es nach dem Sonderbundkrieg von der Luzerner Regierung aufgehoben. Die Irrenanstalt St. Urban für 200, später 400 Kranke, war abgelegen und verfügte über viel Land: die Mitarbeit von Patientinnen und Patienten in der Landwirtschaft bot sich also an. Erster Direktor war 1873–75 der deutsche Psychiater Ludwig Wille (1834–1912), der 1867 im ehemaligen Kloster Rheinau die psychiatrische Pflegeanstalt des Kantons Zürich eröffnet hatte. Bereits 1875 folgte er einem Ruf als Professor an die Universität Basel, wo er 1886 Direktor der psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt wurde. Wie in vielen andern psychiatrischen Anstalten wurden bis weit in 20. Jahrhundert in St. Urban auch Menschen mit einer geistigen Behinderung untergebracht. 1970 erreichte die Belegung mit 710 Patienten ihren höchsten Stand (heute 320 Betten). 1975 wurden aktuelle Werke von Patientinnen, Patienten in der Galerie Raeber in Luzern ausgestellt (23. Mai – 28. Juni 1975, Ausst. Katalog). Bei einer stichprobenartigen Durchsicht der im Archiv in der Klinik aufbewahrten Krankenakten stellte sich heraus, dass die historischen Akten aus dem Zeitraum 1873–1930 keinerlei persönliche Beiträge (Briefe, Zeichnungen) der Patientinnen und Patienten mehr enthielten. Hingegen wird eine Sammlung von Werken, die seit den 1970er Jahren entstanden sind, aufbewahrt.

Ausstellungen
Galerie Raeber, „Schizophrenie und Droge in der Malerei: Beispiele aus der psychiatrischen Klinik St.Urban“, 23.Mai – 28.Juni 1975 (Katalog)

Literatur
Baumann, Urs, Kantonale Psychiatrische Klinik St. Urban 1873-1973. Zum Hundertjährigen Bestehen, Luzern o.J. (1973)

Egli Jakob, Geistig behinderte Menschen in psychiatrischen Kliniken: eine Herausforderung. Luzern 1990

Galerie Raeber (Hrsg.), Schizophrenie und Droge in der Malerei: Beispiele aus der psychiatrischen Klinik St.Urban, Ausstellungskatalog, 23.Mai-28.Juni 1975, Luzern 1975

Hug, Anna, Die St. Urbaner Schulreform an der Wende des 18. Jahrhunderts, Zürich 1920

Regierungsrat des Kantons Luzern (Hrsg.), St. Urban 1194-1994. Ein ehemaliges Zisterzienserkloster, Bern 1994