Ich schreibe eine Kurzgeschichte. Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der in eine Frau verliebt ist oder glaubt verliebt zu sein. Im Ausgang lernt er eine andere Frau kennen, sie sind sich sehr sympathisch und kommen sich näher, nun steht er vor vielen schwierigen Fragen.
Formal ist die Geschichte in fünf Teile gegliedert, die an das Schema der der „Handlungspyramide“ von Gustav Freytag erinnert.
1.) Die Geschichte beginnt an einem Freitag Morgen im Bett des jungen Mannes. Seine Gedanken kreisen immer wieder um eine Frau, in die er verliebt ist.
Einen Entwurf des Anfang habe ich bereits verfasst:
Diesmal würde es anders laufen, alles gut werden. Der Gedanke war nicht flüchtig, erschien ihm – in diesem Moment – anders als auch schon – nicht illusorisch. Mit ihr würde es klappen.
In dieser Zuversicht verformten sich seine Lippen zu einem stillen Lächeln. Er zog die Hand aus der Unterhose und schmuste sich in die warme Daunendecke, ehe er das Entsinken in einen bunt durchträumten Halbschlaf genoss.
Stilistisch soll dieser Anfang in etwa den Massstab für die Kurzgeschichte setzen.
2.) Ich beschriebe verschiedene Szenen aus dem Alltag des jungen Mannes und lasse den Leser immer wieder an den Gedanken des Protagonisten teilhaben. Der junge Mann schreibt einige SMS mit der Frau, in die er verliebt ist, hin und her. Da diese übers Wochenende jeweils in einer anderen Stadt bei den Eltern ist, plant er mit Kollegen einen Ausgang für den Abend ohne sie.
3.) Die Gruppe, welche aus jungen Männern und Frauen besteht, geht in den Ausgang, trinkt viel und amüsiert sich gut. Die Stimmung ist so, dass der junge Mann sich von seiner besten Seite zeigen kann, es wird viel gelacht und geredet, aber es ist keine wilde Sauferei in der man sich primitiv verhält und billig Frauen anmacht, sondern einfach ein lustiger Abend.
Die Gruppe geht in eine Bar oder einen Club und kommt dort auch mit anderen jungen Leuten ins Gespräch. Der junge Mann lernt eine junge Frau kennen. Bald sind sie zu zweit, getrennt von den anderen. Sie flirten, führen interessante Gespräche und gehen tanzen. Beim tanzen kommen sie sich näher und küssen sich.
4. Nach dem Kuss ist sich der junge Mann total unsicher: einerseits findet er die Frau, die er kennengelernt hat toll, möchte gerne mit ihr rummachen, mit ihr schlafen, andererseits hat er ein total schlechtes Gewissen, der Frau in die er verliebt ist gegenüber.
Er verabschiedet sich kurz aufs WC und probiert sich seine Unsicherheit nicht anmerken zu lassen, ist sich aber nicht sicher ob ihm dies gut gelingt.
Auf dem WC macht er sich verschiedene Gedanken, zu den zwei Frauen und was er nun tun soll, aber auch über seine Haltung zu Liebe und Treue im Allgemeinen.
5. Den Schluss der Geschichte weiss ich noch nicht. Vielleicht will er den One Night Stand und sie landen bei ihm zu Hause und sind zu zweit in seinem Bett und vielleicht will er den One Night Stand aber sie will ihn nicht, da sie seine Unsicherheit bemerkt. Vielleicht entschliesst er sich auch gegen den One Night Stand und schwört sich schon bald bei seiner eigentlichen Liebe in die Offensive zu gehen.
Vermutlich schreibe ich mehrere Fassungen des Schlusses und entscheide mich für diejenige, die mir dann am besten gefällt. Auf jeden Fall will ich am Ende eine Symmetrie oder wenigstens einen Bezug zum Anfang herstellen, in dem ich den Protagonisten in seinem Bett einschlafen lasse (sei es alleine oder zu zweit) und ihn entweder wieder zuversichtlich träumen lasse (von der alten oder der neuen Liebe) oder in dem ich beschreibe, wie seine Zuversicht nun verloren ist und eben flüchtig war wie ein Traum.
Hey Albin
Ich finde es interessant wie du vom Nachmittag her bis jetzt deine Idee ausgefeilt hast und schon sehr durchdacht hast. Das Thema hat viel Potential und ist sehr interessant und ich denke damit hast du sicher kein Problem eine Kurzgeschichte spannend zu füllen. Hast du dir einen formalen Rahmen vorgenommen oder schaust du während dem Schreiben zu welcher Grösse die Geschichte heranwächst? Mir gefällt auch die Idee am Ende wieder einen Bezug zum Anfang herzustellen, so dass das Thema nicht einfach „ausläuft“.