hinderzilisme

Sandra Bucheli und Barbara Portmann,
Studentinnen ZHdK 2011

 

Mit unserem Projekt hinderzilisme beziehen wir inhaltlich Gegenposition zu sorgfältig Gestricktem. Mit einem grossen Haufen gekaufter Strick­waren befinden wir uns an verschiedenen Orten in der Stadt Zürich und lösen gemeinsam mit Passantinnen und Passanten diese Wollsachen auf.

Durch das Auflösen von Gestricktem verweisen wir auf das vermeintliche Aussterben der Stricktechnik in unserer Gesellschaft, das sich bei nähe­rem Hinschauen eher als Verlagerung zeigt. Das Stricken wird nicht in der privaten Stube, sondern neu in Strickzirkeln praktiziert, verbunden mit sozialem Engagement, es wird in Bereichen von Kunst und Design und im Guerilla­-Knitting angewandt.

Das Auflösen von gestrickten Decken und Kleidern in der Öffentlichkeit soll aber auch an den Prozess und das Potential dieser schlichten aber effizienten Technik erinnern. Aus Wolle und Nadeln wird ein gewirktes Nutzobjekt. Dafür braucht es viel Zeit, Know­-how, Fleiss und Arbeit. Früher war Wolle ein knappes Gut, viele Leute lösten ihre alten Wollsa­chen auf, um aus dem Faden ein neues Kleidungsstück zu stricken. Wir dagegen knüpfen die aufgelösten Fadenteile aneinander und bilden daraus einen Riesenknäuel. Wir verdichten Fäden und Geschichten.



Das Vermittlungsprojekt hinderzilisme arbeitet im Mai 2011 mit Menschen im öffentlichen Raum der Stadt Zürich und ist zu Besuch bei verschiedenen Organisationen.




Folgende Strickwaren wurden während dem Projekt «hinderzilisme» insgesamt aufgelöst:
ein beige/weisses Gilet
zwei rosarote Handschuhe
zwei braun/weisse Finken
eine blaue Mütze
zwei weiss/grüne Kinderhandschuhe
eine braune Jacke
ein roter Handschuh
ein blauer Schal
ein Paar grüne Socken
ein grau/gelber Hüftschlauch
eine weisse Mütze
eine braune Decke
eine orange/blaue Decke
ein vielfarbiges Jacket
eine blau/pinke Mütze
ein rot/weisser Pullover
ein dunkelblauer Schal
ein smaragdgrüner Pullover
ein schwarzes Jacket
zwei rosarote Kinderfinken
zwei Paar graue Socken
ein pink/weisses Jacket
ein vielfarbiger Schal


An folgenden Daten war das Projekt hinderzilisme zu Gast im Museum Bellerive:
– Dienstag, 10. Mai, von 10.00 bis 12.00 Uhr
– Freitag, 20. Mai, von 13.30 bis 16.00 Uhr







EIN PROJEKT von Studierenden DES BACHELOR OF ARTS IN VERMITTLUNG VON KUNST UND DESIGN