Kategorie: Talks

AI and the Art World: Change, Challenge and Opportunity

ABSTRACT by Luba Elliott

The popularity of AI as an artistic tool has exploded over the past few years. From its beginnings in 2015 with DeepDream and style transfer to GANs and DALL·E, AI art has long moved beyond technology circles into the public eye, straddling the worlds of media art, contemporary art and NFTs. The contemporary art world’s fascination with the social impact of technologies such as generative models, facial recognition and deep fakes has encouraged artists to explore AI critically as subject matter, while NFTs and text-to-image models have shifted the focus back to aesthetics. At the same time, the increasing presence of AI in society is having an impact on our perception and value of art, raising questions about the future of artistic labour and the potential of human-AI collaboration. This talk will give an overview of how AI is changing the art world, from artistic practices and market dynamics to new philosophical questions.

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KI und die Kunstwelt: Wandel, Herausforderung und Chance

ABSTRACT by Luba Elliott

Die Popularität von KI als künstlerisches Werkzeug ist in den letzten Jahren explodiert. Von den Anfängen im Jahr 2015 mit DeepDream und dem Stiltransfer zu GANs und DALL-E hat sich die KI-Kunst längst über Technologiekreise hinaus in die Öffentlichkeit bewegt und erstreckt sich über die Welten der Medienkunst, der zeitgenössischen Kunst und der NFTs. Die Faszination der zeitgenössischen Kunstwelt für die sozialen Auswirkungen von Technologien, wie generativen Modellen, Gesichtserkennung und Deep Fakes hat Künstler*innen dazu ermutigt, sich kritisch mit KI auseinanderzusetzen. Gleichzeitig wirkt sich die zunehmende Präsenz von KI in der Gesellschaft auf unsere Wahrnehmung und den Wert von Kunst aus und wirft Fragen über die Zukunft künstlerischer Arbeit und das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI auf. Dieser Vortrag gibt einen Überblick darüber, wie KI die Kunstwelt verändert, von künstlerischen Praktiken und Marktdynamiken bis hin zu neuen philosophischen Fragen.

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Trauma Informed Pedagogy in an ‚erotic‘ art

ABSTRACT by Jessica Hartley

Acting involves desire. Performers are drawn to it through the pleasure of play and the immersive rapture of storytelling on stage and screen. Acting well is a whole-body encounter with the self that is intricate, a sensorial connection with others and with text. Being ‘present’ for others demands representational vulnerability and personal control. Training to act inheres a doubling, a splitting, a fragmentation and new syntheses of the self. Scripts frequently reflect the darker sides of humanity: conflict, chaos, despair and pain. The phenomenology of being an actor is shaped in social epistemological relation to expressing dark emotions, to freeing impulses, and to enduring sacrifice for the approbation of the paying public: this is what the actor is impelled towards.

Using Audre Lorde’s evocation that “the erotic is a measure between the beginnings of our sense of self and the chaos of our strongest feelings” (2017, p. 7) and Susan Sontag’s demand for an ‘erotics’ of art that allows us to “see more, to hear more, to feel more” (1964, p. 14), I suggest that actor training must embrace desire so as not to rupture the ‘whole’ actor. I call for trauma-informed pedagogy (Thompson and Carello, 2020) as a way we may ‘welcome’ student actors; and forward the premise that this framework may mitigate the sensorial overload or the fragmentation of identity that some performers experience during or after training.

I also offer three important questions to consider about our responsibility as teachers. Why do people want to act? What does acting ‘feel’ like? And how do we train performers to understand, safely manifest, and generatively reconcile those feelings to ensure wellbeing for all?

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Traumabezogene Pädagogik in einer „erotischen“ Kunst

ABSTRACT by Jessica Hartley

Die Schauspielerei hat mit Begehren zu tun. Schauspielende werden von der Spielfreude und der Lust am Geschichtenerzählen auf der Bühne und auf der Leinwand angezogen. Eine gute schauspielerische Leistung ist eine körperliche Begegnung mit sich selbst, eine sinnliche Verbindung mit anderen und mit dem Text. Für andere „präsent“ zu sein, erfordert schauspielerische Verletzlichkeit und Selbstbeherrschung. Schauspieltraining bedeutet Verdoppelung, Spaltung, Fragmentierung und neue Synthesen des Selbst. Drehbücher spiegeln oft die dunklen Seiten der Menschheit wider: Konflikte, Chaos, Verzweiflung und Schmerz. Die Phänomenologie des Schauspielendendaseins ist geprägt von der sozial-epistemologischen Beziehung zum Ausdruck dunkler Emotionen, zur Befreiung von Impulsen und zum Aushalten von Opfern für die Anerkennung des zahlenden Publikums: Das ist es, was Schauspielende antreibt.

In Anlehnung an Audre Lordes Beschwörung, dass „das Erotische ein Maß zwischen den Anfängen unseres Selbstbewusstseins und dem Chaos unserer stärksten Gefühle ist“ (2017, S. 7), und an Susan Sontags Forderung nach einer „Erotik“ der Kunst, die es uns erlaubt, „mehr zu sehen, mehr zu hören, mehr zu fühlen“ (1964, S. 14), schlage ich vor, dass die Ausbildung von Schauspielenden das Begehren einschließen muss, um die „ganze“ schauspielende Person nicht zu zerbrechen. Ich plädiere für eine traumainformierte Pädagogik (Thompson und Carello, 2020) als einen Weg, Schauspielstudierende „willkommen“ zu heißen, und gehe davon aus, dass dieser Rahmen die sensorische Überlastung oder die Fragmentierung der Identität, die einige Schauspielende während oder nach ihrer Ausbildung erleben, mildern kann.

Ich möchte auch drei wichtige Fragen zu unserer Verantwortung als Lehrperson stellen. Warum wollen Menschen schauspielen? Wie „fühlt“ sich Schauspiel an? Und wie können wir Schauspielende ausbilden, um diese Gefühle zu verstehen, sie sicher auszudrücken und so in Einklang zu bringen, dass das Wohlbefinden aller gewährleistet ist?

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Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Schauspiel für Screen, Bühne und Performance Capture

Abstract by Cheryl Burniston

Was ist der Unterschied zwischen dem „traditionellen“ Schauspiel, wie man es auf der Leinwand und auf der Bühne sieht, und dem Schauspiel für Performance Capture und Face Capture? Wie geht eine schauspielende Person an ein Projekt heran, wenn es kein Bühnenbild und keine Kostüme gibt? Welche Unterschiede gibt es im Prozess der Charaktervorbereitung, wenn die entstehende Figur virtuell ist? Cheryl Burniston wird ihre Erfahrungen und Einblicke in die Arbeit mit diesen drei Medien teilen.

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Cheryl Burniston (EN)

Cheryl is a professionally trained actor, with a focus on movement, combat and stunts. She is based in London and has worked predominantly in film since her graduation from The School of the Arts, University of Northampton in 2010. Cheryl is also an experienced motion capture artist and has provided digital capture, for both creatures and human characters, in projects including Final Fantasy XVI, The Dark Pictures Anthology, Magic: The Gathering, Borderlands 3 and Need For Speed. She made her West End Debut in 2022, in To Kill A Mockingbird at the Gielgud Theatre.

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Cheryl Burniston

Cheryl ist eine Schauspielerin, die sich auf Bewegung, Kampf und Stunts spezialisiert hat. Sie lebt in London und arbeitet seit ihrem Abschluss an der School of the Arts, University of Northampton im Jahr 2010 hauptsächlich im Filmbereich. Cheryl ist zudem eine erfahrene Motion-Capture-Künstlerin und hat digitale Aufnahmen sowohl für Kreaturen als auch für menschliche Charaktere in Projekten wie Final Fantasy XVI, The Dark Pictures Anthology, Magic: The Gathering, Borderlands 3 und Need For Speed gemacht.

Ihr West End-Debüt gab sie 2022 in To Kill A Mockingbird am Gielgud Theatre.

Schauspiel im Zeitalter von Deepfakes und KI

Abstract von Dominic Lees

Darstellungen auf der Leinwand können durch generative KI leicht manipuliert werden: Das Gesicht einer schauspielenden Person kann durch Deepfakes ersetzt, die Stimme durch Stimmklonen verändert werden. Der Schauspielendenstreik in den USA im vergangenen Jahr hat die Ängste vieler Schauspielenden vor der neuen KI-Technologie deutlich gemacht.

In meiner Forschung habe ich mich mit den kreativen Möglichkeiten der Deepfake-Technologie beschäftigt, aber auch mit den Ängsten, die sie auslöst. So habe ich in einem experimentellen Projekt versucht, die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher in einem Filmdrama wiederauferstehen zu lassen. Dieser Vortrag wird die tatsächlichen Möglichkeiten der generativen KI aufzeigen und die moralischen und philosophischen Fragen untersuchen, die sich für Regisseur*innen und Schauspielende stellen, wenn sie mit dieser Technologie arbeiten. Untergräbt der Einsatz von KI die kreative Beziehung zwischen Schauspieler*in und Regisseur*in? Wie können Schauspielende ihr Vertrauen in das Medium Film aufrechterhalten, wenn sie immer weniger Kontrolle über ihre Darbietung haben?

Die Verwendung von Film zur Aufzeichnung einer Darbietung hat dem Publikum immer garantiert, dass das, was es sieht, die authentische Arbeit der Schauspielenden in Raum und Zeit vor der Kamera ist. Die zunehmende Verwendung von teilweise oder vollständig synthetischen Darstellungen stellt diese wichtige Annahme jedoch in Frage. Wird das Publikum Performances auf der Leinwand tolerieren, die durch den Einsatz von KI verfälscht wurden?

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Acting in the era of deepfakes and AI

Abstract by Dominic Lees

Screen performances can be easily manipulated using Generative AI: an actor’s face might be replaced by deepfakes, or their speech altered through voice cloning. Last year’s strike by actors in the US highlighted the fears that many actors feel towards new AI technology.

My research has looked at the creative opportunities of deepfake technology as well as the anxieties it provokes, through my experimental project that attempted to resurrect former UK Prime Minister, Margaret Thatcher, in a film drama. This talk will reveal the actual capabilities of Generative AI, and explore the moral and philosophical questions that arise for directors and actors when collaborating with this technology. Does the use of AI undermine the creative bond between actor and director? How can actors maintain their trust and confidence in the film medium when they have decreasing control of their screen performance?

The use of film to record a performance has always guaranteed to an audience that what they see is the authentic work of the actor that occurred in time and space infront of a camera. But the growing use of partly- or fully-synthetic performances disrupts this important assumption.  Will audiences tolerate screen performances that have been faked by the use of AI?

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Luba Elliott (EN)

Luba Elliott is a curator, producer and researcher specialising in artificial intelligence in the creative industries.  She is currently working to educate and engage the broader public about the latest developments in creative AI through talks, exhibitions and tech demonstrations at venues across the art, business and technology spectrum including The Photographers’ Gallery, Victoria and Albert Museum, ZKM Karlsruhe, Impakt Festival, The Leverhulme Centre for the Future of Intelligence, CogX, NeurIPS and ICCV.  Her recent projects include ART-AI Festival, the online gallery aiartonline.com and NeurIPS Machine Learning for Creativity and Design Workshop. She is an Honorary Senior Research Fellow at the UCL Centre for Artificial Intelligence. Prior to that, she worked in start-ups, including the art collector database Larry’s List. She obtained her undergraduate degree in Modern Languages at the University of Cambridge and has a certificate in Design Thinking from the Hasso-Plattner-Institute D-school in Potsdam.

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Luba Elliott

Luba Elliott ist eine Kuratorin, Produzentin und Forscherin, die sich auf künstliche Intelligenz in der Kreativbranche spezialisiert hat.  Derzeit arbeitet sie daran, die Öffentlichkeit durch Vorträge, Ausstellungen und technische Demonstrationen über die neuesten Entwicklungen im Bereich der kreativen KI zu informieren und einzubinden. Ihre Veranstaltungen finden an Orten statt, die das gesamte Spektrum von Kunst, Wirtschaft und Technologie abdecken, darunter The Photographers‘ Gallery, Victoria and Albert Museum, ZKM Karlsruhe, Impakt Festival, The Leverhulme Centre for the Future of Intelligence, CogX, NeurIPS und ICCV.  Zu ihren jüngsten Projekten gehören das ART-AI Festival, die Online-Galerie aiartonline.com und der NeurIPS Machine Learning for Creativity and Design Workshop. Sie ist Honorary Senior Research Fellow am UCL Centre for Artificial Intelligence. Davor arbeitete sie in Start-up-Unternehmen, darunter die Kunstsammler-Datenbank Larry’s List. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in modernen Sprachen der Universität Cambridge und ein Diplom in Design Thinking der D-School des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam.

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> Das Referat bei ZFICTION.24 | AI and the Art World: Change, Challenge and Opportunity