Filme

Cameraperson

Regie: Kirsten Johnson, USA 2016
Kamera: Kirsten Johnson

Mit Cameraperson nimmt Kirsten Johnson die Zuschauer/innen mit auf eine autobiografische Reise. Die führt nicht nur durch kulturell unterschiedliche Regionen – über Bosnien nach Nigeria – sondern auch zu komplexen Situationen zwischen ihr, der Kameraperson, und den Motiven, den Protagonisten, dem Gesehenen. Der Film kommt als Mosaik der Bildeindrücke und filmischen Momente daher und hinterfragt so den Einfluss von Persönlichkeit, Autorenschaft, Schnitt und Kameraarbeit.

> ZDOK.19-Beitrag: Kirsten Johnson sprach über Cameraperson und diskutierte ihre Kameraarbeit mit Mirjam von Arx (Regisseurin und Produzentin von Virgin Tales, bei dem Kirsten Johnson die Kamera geführt hat). Sprache: Englisch.

> Trailer  Ι  > Website Ι Ausstrahlung auf SRF 1 um 24.3. um 23.20h (Sternstunde Kunst).


Genesis 2.0

Regie: Christian Frei, Co-Regie: Maxim Arbugaev, CH 2018
Kamera: Peter Indergand, Maxim Arbugaev

Der hohe Norden Sibiriens dient als apokalyptische Landschaft, in welcher der Alltag von sogenannten Mammutjägern portraitiert wird. Dank den klimatischen Umständen, welche die Schmelze der Polarkappen vorantreiben, werden Skelette von Tieren vom Jahrhundert alten Eis freigegeben. Darunter auch die Überreste von mittlerweile ausgestorbenen Mammuten. Die Mammutjäger interessieren sich vor allem für das wertvolle Elfenbein, während internationale DNA-Forscher die hinterbliebenen Zellen der ausgestorbenen Spezies jagen. Die anfänglich nur von der Landschaft dargestellte Dystopie, strahlt im Verlauf des Films auf die ganze Welt ab, welche vor der künstlichen Auferstehung ausgestorbener Spezies nicht halt macht.

> ZDOK.19-Beitrag: Christian Frei und Peter Indergand sprachen gemeinsam über visuelle Konzepte und Kamerahaltungen.

> Trailer  Ι  > Website  |  > Online bei Apple iTunes (SFr. 7.50)


In Camera. Diaries of a Documentary Cameraman

Regie: Ranjan Palit, IND 2010
Kamera: Ranjan Palit, Surjo Deb

Der bekannte indische Kameramann Ranjan Palit schaut auf 25 Jahre seines Schaffens zurück. Er montiert Ausschnitte aus Filmen, die er gedreht hat, er sucht Protagonistinnen und Protagonisten von früher wieder auf, er bezieht seine persönliche Geschichte mit ein und macht auch neue Entdeckungen und Begegnungen. Auf der Grundlage seiner persönlichen Off-Erzählung verwebt er sein reiches Material zu einer Reflexion über den Prozess und den Sinn des Filmemachens, über die persönlichen Verhältnisse zwischen dem Filmenden und den Gefilmten, über die Erinnerung, das eigene Leben und über den anhaltenden Überlebenskampf der Unterprivilegierten.

> ZDOK.19-Beitrag: Die Filmemacherin und Medienwissenschaftlerin Ulrike Mothes analysierte die Bilderwelten und die selbstreflexive Erzählweise von Ranjan Palits Film.

> Trailer |  > Artikel über In Camera


Planet Earth II

BBC Natural History Unit (NHU), BBC America, ZDF, Tencent, France Télévision, 2016

Der zweite Teil der international erfolgreichen Serie wurde ab 2016 auf BBC ausgestrahlt. In den insgesamt sechs Folgen werden Tierarten und Lebensformen in den unterschiedlichsten Umgebungen dokumentiert („Islands“, „Mountains“, „Deserts“ etc.). Für den technisch sehr aufwendigen Dreh wurde mit hochspezialisierten Aufnahme-Equipment gearbeitet, welches zum Teil speziell für diese Produktion entwickelt wurde. Wie auch im ersten Teil der Serie (Planet Earth) führt Sir David Attenborough als Moderator durch die einzelnen Folgen.

> ZDOK.19-Beitrag: Mike Gunton (Executive Producer Planet Earth II) sprach über die visuelle Erzählweise in Tier- und Naturfilmen. Sprache: Englisch.
> Trailer


Toto und seine Schwestern

Regie: Alexander Nanau, 2014 RO, H, CH, CAN
Kamera: Alexander Nanau

Toto ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen beiden älteren Schwestern in einem verkommenen Teil von Bukarest. Die drei Kinder sind auf sich alleine gestellt, da die Mutter seit mehreren Jahren wegen Drogenhandels im Gefängnis sitzt. Die Wohnung der drei Kinder wird oft von Junkies belagert, weshalb sie sich kaum aus dieser miserablen Umgebung lösen. Totos rettender Engel ist der Tanz, durch welchen er neue Hoffnung schöpft, dem Elend zu entkommen.

> ZDOK.19-Beitrag: Alexander Nanau sprach über seinen Film Toto und seine Schwestern und über die Eigenheiten der Personalunion von Regie und Kamera.

> Trailer  | >  Interview mit Alexander Nanau


Virgin Tales

Regie: Mirjam von Arx, CH 2012
Kamera: Kirsten Johnson, Claudia Raschke

Die Gegenbewegung zur heutigen übersexualisierten Gesellschaft: Evangelikale Christen aus den USA schwören Keuschheit vor der Eheschliessung. Regisseurin Mirjam von Arx hat für ihren Film zwei Jahre lang die neunköpfige Familie Wilson, welche sogar einen Jungfrauen-Ball ins Leben gerufen hat, begleitet. Entstanden ist ein Portrait einer superreligiösen utopischen Gesellschaft.

> ZDOK.19-Beitrag: Mirjam von Arx diskutierte mit Kirsten Johnson über den Film Cameraperson und die Kameraarbeit bei Virgin Tales.

> Trailer  | >  Webseite  |  > Online auf: lekino.ch (Sfr. 3.50)


War Photographer

Regie: Christian Frei, CH 2001
Kamera: Peter Indergand

James Nachtwey wurde 1948 in Massachusetts geboren und studierte Kunstgeschichte und Politikwissenschaft. Ab 1980 arbeitete der eher zurückhaltende Nachtwey als freischaffender Fotograf und hat sich seither ein internationales Renommee als Kriegsfotograf erarbeitet. Für War Photographer wurde Nachtwey eine Mini-Cam auf den Fotoapparat geschraubt, wodurch dem Zuschauer der direkte und schonungslose Blick auf das Umfeld und die Arbeit in einem Kriegsgebiet erlaubt wird. Neben der Dokumentation des Arbeitsalltags von Nachtwey, hinterfragt der Film gleichzeitig die Mechanismen der Massenmedien, welcher auch Nachtweys eindrückliche Arbeiten unterlegen sind.

> ZDOK.19-Beitrag: Christian Frei und Peter Indergand sprachen gemeinsam über visuelle Konzepte und Kamerahaltungen.

> Trailer  Ι  > Website


VR-Ausstellung

After Solitary (Emblematic, 2017)

 

 

 

Der Hauptprotagonist Kenny Moore verbrachte 20 Jahre in US-Gefängnissen, wovon fünf Jahre in Isolationshaft. Für die immersive VR-Erfahrung After Solitary wurde er mit Hilfe videogrammetrischer Verfahren aufgenommen. So entstanden von ihm bewegte, fotorealistische 3D-Modelle. Mit der VR-Brille können die Nutzer/innen auf ihn zu und um ihn herumgehen, während er seine Geschichte erzählt. Die enge Gefängniszelle und Kennys ebenso enge Wohnung wurden mit fotogrammetrischen Aufnahmeverfahren separat erfasst und in 3D-Computerprogrammen mit seinem bewegten Körpermodell zusammengefügt.

Die Produzentin Nonny de la Peña (Emblematic Film, Los Angeles) ist eine Promoterin des immersiven Journalismus und gilt als «Godmother’of Virtual Reality» (The Guardian). Mit VR-Erfahrungen will sie aktuelle Gesellschaftsprobleme für die Nutzer/innern und körperlich und emotional erfahrbar machen. Bei ZDOK.17 war ihre Produktion Project Syria (2013) zu sehen. Weitere wichtige Produktionen sind Hunger in L.A. (2012), Accross the Line (2016) Out of Exile (2017)

> An der Tagung ZDOK.19 ging Christian Iseli in seinem Einführungsreferat auf After Solitary und auf volumetrische Aufnahmeverfahren ein.


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